Karin Auer aus Berching ist Mama, Feuerwehrfrau und Rettungssanitäterin

Familie, Beruf, Feuerwehr – in dieser Reihenfolge lebt Karin Auer ihr Leben. Schon immer ist die, gebürtig aus Ingolstadt stammende, dreifache Mama, ein Vereinsmensch und sehr sozial eingestellt. Es wurde ihr schon von Kindesbeinen an vom Vater so vorgelebt.
Eigentlich müsste in der Reihenfolge noch der Sport sein, den sie sehr vermisst. Gesundheitliche Probleme lassen es einfach nicht mehr zu und da muss man dann vernünftig sein, auch wenn es schwer fällt, so Karin Auer. Familie heißt Ehefrau, drei Kinder, Hund, Haus und Grundstück zu versorgen.
Beruf bedeutet momentan Umschulung zur Rettungssanitäterin. Die Feuerwehr mit vollem Einsatz zählt zum Hobby der engagierten Karin Auer. Ehemann Jürgen, die drei Kinder Tobias (17), Lena (14) und Andreas (9) unterstützen die Powerfrau sehr, worüber Karin Auer auch sehr stolz ist. Sie freut sich, dass die Familie so mitmacht.
Drei Kinder, drei Berufe
Bald kann sie von drei Berufen, die sie alle gelernt hat, sprechen. Angefangen mit Kinderpflegerin, Modenäherin und jetzt Rettungssanitäterin. Man kann es sich nicht vorstellen, dass es eine Zeit gab, an der man als Kinderpflegerin keine Stelle bekam. Aber genau deswegen machte sie eine Ausbildung zur Modenäherin. Das Nähen hat ihr zwar gefallen, aber ein Leben lang an der Nähmaschine zu sitzen ist doch nichts für Karin Auer.
Vor einiger Zeit wagte sie die dritte Ausbildung zur Rettungssanitäterin. „Das wollte ich früher schon machen, hat aber damals nicht gepasst. Jetzt paukt sie nochmals Bücher und absolviert den Grundlehrgang, macht ein Praktikum auf der Wache und im Klinikum Neumarkt. Dort muss sie im Januar für vier Wochen 160 Stunden auf verschiedenen Stationen Einblicke erhalten, um für die Notfälle beim Sanitätsdienst gerüstet zu sein.
Prüfung in Hohenfels
Die Abschlusswoche der Rettungssanitäterin findet mit einer Prüfung in Hohenfels statt. Dazu zählen eine mündliche, schriftliche und praktischen Prüfung. Auch die Reanimation muss sie beherrschen. „Natürlich habe ich großen Respekt davor und hoffe, dass alles klappt“, so die Auszubildende im Gesundheitswesen.
Dass die Feuerwehr zu ihrem Hobby zählt, dafür sorgte schon seit Kindheit ihr Vater. Als gutes Vorbild war er bereits bei vielen Einsätzen vorne mit dabei. Wenn der Feuerwehr-Piepser ertönt heißt es bei Familie Auer, dass die Mutter jetzt zum Einsatz muss. Da bewahrt sie die Ruhe und lässt es auf sich zukommen, was sie erwartet.
Viele Übungen und jahrelanges Dabeisein hat Karin Auer zu einer routinierten Feuerwehrfrau werden lassen. Sogar Atemschutz hat sie schon gemacht. Momentan setzt sie damit aus, sagt aber im gleichen Atemzug, dass es sein kann, dass sie sich wieder der Untersuchungen für die Fitness zum Atemschutz, unterziehen wird.
Mit der Feuerwehr viele Unglücke erlebt
Durch die Feuerwehr hat sie schon sehr viele schreckliche Szenarien durchgemacht. Manchmal funktioniert man einfach. Diese Stresssituationen wird sie auch künftig bei Notfalleinsätzen im Rettungsdienst erleben. Karin Auer weiß aber genau, was dann hilft. „Reden“, ganz viel darüber reden. Und wenn es einmal ganz schlimm ist, kann sie bei Tag oder Nacht ihren Vater anrufen, der sie mental wieder festigt.
Dann hat sie noch ihre einjährige Schäferhündin Ayla, mit dem sie gerne unterwegs ist. Auch sie ist ihr Seelentröster, Ausgleich und Fitnesstrainer. Ayla ist noch jung und hat sehr viel Energie. Lange Spaziergänge und Austoben auf freien Flächen sind ein enormer Energieschub für Karin Auer. Warum ihre drei Kinder ebenfalls beim BRK und bei der Feuerwehr sind, kann man erahnen, weil die Mutter so ein großes Vorbild ist.
„Ich bin stolz auf meine Kinder, wie sie sind. Ich habe sie nicht zu diesen Hobbys gedrängt. Was sie einmal daraus machen, dürfen die Kinder ebenfalls selbst entscheiden. Ein schöner Spruch spiegelt das Leben der Dreifachmutter. „Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen; stark sein bedeutet immer wieder aufzustehen“. Karin Auer ist kein Mensch, der im Vordergrund steht, aber wenn der Piepser ruft, ist sie dabei.