Hafen Kelheim-Saal billigt Marketing-Stelle und freut sich über hohen Gewinn

Von Martina Hutzler · 19. Dezember 2023 um 15:00

Der Hafen Kelheim-Saal mit der Lände Riedenburg will künftig mehr Werbung in eigener Sache machen. Der zugehörige Zweckverband hat dafür jetzt grünes Licht gegeben.

Bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Häfen im Landkreis Kelheim führte ein Posten im Haushaltsentwurf für 2024 kurz zur Diskussion: eine neue halbe Stelle in der Verwaltung ab Mitte 2024. „Wir wollen eine Marketingstrategie entwickeln und für den Hafen und die Lände eine einheitliche Außendarstellung“ begründete Geschäftsführer Tobias Schlauderer den Vorstoß. Den sah Verbandsrat Bastian Bohn zunächst kritisch: So eine Strategie müsse man einmalig entwerfen – warum dann gleich eine dauerhafte Stelle?

Mit Konkurrenz der anderen Häfen in Bayern mithalten

Um mit den anderen Häfen in Bayern mithalten zu können, seien unter anderem eine neue Homepage und mehr Präsenz bei Messen wie der „Transport und Logistik“ nötig, antwortete Geschäftsführer Schlauderer; insbesondere für die Nachwuchswerbung beim Personal brauche es außerdem eine stete Präsenz in den Sozialen Medien. „Auch im Wasserstoff-Bereich wird es vieles zu bewerben geben“, erinnerten Verbandsvorsitzender Landrat Martin Neumeyer und Kelheims Bürgermeister und Verbandsrat Christian Schweiger an die ambitionierten Pläne, den Hafen zu einem zentralen Forschungs- und Umschlagsplatz für den Energieträger Wasserstoff zu machen.

Das ließ die Sitzungs-Runde letztlich gelten und segnete den 4,728 Millionen Euro schweren Etat für 2024 einstimmig ab. Dessen Eckpunkte hatte zuvor Vize-Geschäftsführerin Sarina Knoll vorgestellt. Im Erfolgsplan sind die verbandseigenen Grundstücke die wichtigsten Erlös-Bringer, mit einem prognostizierten Jahresgewinn von 1,07 Mio. Euro.

Verlust in Kerngeschäften am Hafen Kelheim-Saal

Dies muss ausgleichen, dass bei den eigentlichen Kerngeschäften unterm Strich mit Verlusten gerechnet wird, also beim Hafenbetrieb, dem Kran- und Bahn-Betrieb und dem Betrieb der Lände Riedenburg. Insgesamt soll der Erfolgsplan aber mit einem Plus von rund 90.000 Euro abschließen, die in den Vermögensplan 2024 einfließen. Der sieht als Hauptinvestition den Neubau der hafeneigenen Werkstatt vor; 2024 sind für einen ersten Bauabschnitt 600.000 der 1,7 Mio. Euro Gesamtkosten eingestellt. Mit rund 364.000 Euro Aufwand soll außerdem ein Kran umgerüstet werden.

Eine Schuldenaufnahme ist 2024 dennoch nicht vorgesehen; im Gegenteil sollen rund 440.000 Euro Darlehen getilgt werden. Möglich ist dies nicht zuletzt, weil das Jahr 2023 aller Voraussicht nach deutlich besser endet als vorab prognostiziert. Die im Haushalt 2023 einkalkulierten ca 125.000 Euro Jahresgewinn werden deutlich übertroffen – nach jetzigem Stand bleibt unterm Strich ein Plus von 1,08 Mio. Euro.

Das wäre mehr als doppelt so viel wie 2022 (rund 0,467 Mio.). Und dies trotz einer Investitionstätigkeit von fast einer halben Million Euro, bei der das Gros in den Bau einer zusätzlichen Gleisanlage geflossen ist, „um die steigende Nachfrage nach Bahnumschlägen aufzufangen“, so Vize-Geschäftsführerin Knoll.

Sie begründete die enorme Gewinnsteigerung 2023 unter anderem mit zusätzlich generierten Umsätzen, niedrigeren Aufwendungen u.a. dank der staatlichen Stromsubventionen; ferner erwies sich die hohe Inflation für den Zweckverband als Vorteil, weil er Grundstücksverträge index-basiert abschließt. Ferner, so Knoll, konnte eine Rückstellung für einen per Vergleich beendeten Rechtsstreit aufgelöst werden. Dabei ging es um größere Bauschäden an einem der Gebäude an der Regensburger Straße, die der Zweckverband vor einigen Jahren als Asylunterkunft hatte errichten lassen.

Rechtsstreit ist beigelegt

Eine von diesen - zwischenzeitlich an eine Firma verpachteten – Unterkünften wird nun wieder ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, informierte Tobias Schlauderer: Das BRK bringt dort unbegleitete minderjährige Geflüchtete unter und betreut sie.

Die Entlastund der Geschäftsleitung für 2022 war, nach dem Rechnungsprüfungsbericht von Verbandsrat Peter-Michael Schmalz, reine Formsache. Zufrieden zeigten sich Geschäftsführer Schlauerer und Verbandsvorsitzender Neumeyer mit dem binnen eines dreiviertelten Jahres erfolgten Ausbau der Gleisanlage und der parallel dazu erfolgten Erhöhung der Bahnbrücke zwischen Regensburger Straße und Hafengelände. Dies plus der staatlich geförderte Ausbau von Gleisen im Hafengelände, durchgeführt von der KM Süd Invest GmbH „ist eine enorme Aufwertung für das Areal“, so Geschäftsführer Schlauderer.