Millionen für Lilienthalcenter und Architekten-Niederlassung: Unternehmer setzen auf Regensburg

Die Dömges Architekten AG ist in ihrem CO2-neutralen Neubau am Ragensburger Hafen inzwischen heimisch geworden. Sie hat acht Millionen Euro investiert. Unternehmer Claus Kellnberger baut für 30 Millionen Euro das Lilienthalcenter.
Vom neuen Unternehmenssitz der Dömges Architekten AG blicken die Mitarbeiter auf den Dom, die Donau und auf silberne Hafensilos. Baumriesen reihen sich entlang des Holzhybrid-Baus. Thomas Eckert hat die Lage von Anfang an begeistert. „Ich gehe jeden Tag rein, sage ‘guten Morgen, lieber Dom‘ – und freue mich.“ Der Vorstandschef von Dömges wollte einen inspirierenden Ort, nicht geschleckt, sondern „eher etwas unfertig, mit Entwicklungspotenzial“. Das ist der Hafen mit seinem rauen Industriecharme. Im Herbst ist die Architekten AG mit 85 Mitarbeitern eingezogen.
Das Gebäude spiegelt wider, was Dömges kann: Für den Entwurf wurde nach einfachen, schlüssigen und ästhetisch klaren Lösungen gesucht. Der CO2-neutrale Unternehmenssitz, in den die Firma rund acht Millionen Euro investierte, sei „energetisch, klimatisch und unter Lebenszyklus-Betrachtungen“ vorbildlich.
Eine Fläche im Dömges-Gebäude am Hafen ist noch frei
Das viergeschossige Gebäude besteht aus zwei Hälften, jeweils mit einem eigenen Treppenhaus. Den gesamten Westtrakt hat Dömges bezogen, der Osten ist bis auf eine letzte Fläche von rund 200 Quadratmetern vermietet. Ein Ingenieurbüro, das sich mit Bauphysik und Akustik beschäftigt, eine Spedition, die einen Hafenstandort braucht, und ein Architekturbüro haben sich angesiedelt. Für das Büro, das noch zu haben ist, wünscht sich die Dömges AG einen Mieter, der fachlich möglichst zu den Planern passt. „Etwas Kreatives oder aus dem Ingenieurbereich.“
Einen großen Wurf, aber mit völlig anderem Ziel, wagt auch Unternehmer Claus Kellnberger. Sein Rohbau des Lilienthalcenters an der Kirchmeierstraße wird noch vor Weihnachten fertig. Anfang Dezember 2024 soll das Center mit Büros, Geschäften und Arztpraxen eröffnen.
Auf dem Grundstück hat Kellnberger früher ein Renault-Autohaus betrieben.Vor 19 Jahren hat der Hausherr an den Markenkollegen Kraus aus Bodenwöhr vermietet. Dieser betrieb das Haus bis Ende 2021. Dann wollte Claus Kellnberger die Auto-Ära abschließen und sich ganz den Immobilien zuwenden.
Noch heute arbeitet der 81-Jährige jeden Vormittag. Längst ist Tochter Kerstin (55) und inzwischen auch Enkelin Mona (23) in das Unternehmen eingestiegen. Die junge Frau, die Architektur studiert, arbeitet schon halbtags mit.
10.000 Quadratmeter im Lilienthalcenter
10.000 Quadratmeter vermietet Claus Kellnberger im fünfstöckigen Lilienthalcenter. Büroflächen mit rund 4500 Quadratmetern in den Obergeschossen übernimmt ein Unternehmen, das gegenwärtig in Neutraubling tätig ist und wieder in die Domstadt zurückkehren möchte. Weil er Stillschweigen vereinbart hat, verrät der Bauherr weder Branche noch Namen. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Einziehen werden auch zwei Arztpraxen. Im Erdgeschoss sollen auf 2000 Quadratmetern Geschäfte kommen.
Der 81-Jährige Firmenpatriarch sagt, dass die Vermietungen gegenwärtig schleppend laufen. „Das hat mit der Wirtschaftslage zu tun.“ Kellnberger ist jedoch guten Mutes. Er werde das Lilienthalcenter auf jeden Fall vollenden. Auch wenn andere Investoren ihre Vorhaben erst einmal auf Eis legten. Die Investitionssumme liegt bei rund 30 Millionen Euro. 200 Parkplätze in der Tiefgarage und 60 auf dem Grundstück sind geplant. Das Lilienthalcenter wird eine Fassade aus grauem Aluminium tragen. „Damit wird Wärme gespeichert“, sagt der Unternehmer. „Es wird gut aussehen.“ Zum Innenhof hin ändert sich die Fassade. Dort werden sich Alustreifen und beigefarbener Putz abwechseln.
Die Enkelin arbeitet sich ein
Von den oberen Geschossen aus sind die Winzerer Höhen und der Dom zu sehen. Zusammen mit Enkelin Mona fahren Kellnberger und seine Frau jeden Montagnachmittag nach Chemnitz, wo er nach der Wende zahlreiche Geschäftshäuser gekauft hat. Dienstags geht es wieder zurück. Die Enkelin arbeitet sich in Chemnitz ein. Die Tochter konzentriert sich auf das Köwe-Center in Regensburg.



