Neuer Schwandorfer Tourismuschef kommt: Maximilian Lohse folgt auf Johannes Lohrer

Seit einigen Wochen ist Maximilian Lohse bereits im Schwandorfer Tourismusbüro tätig – zum Einlernen. Noch ist Johannes Lohrer hier der Chef – Anfang des neuen Jahres wird die Leitung an seinen Nachfolger übergehen.
Lohrer übernimmt dann die Geschäftsleitung des Zweckverbandes Oberpfälzer Seenland. Acht Jahre und neun Monate als Leiter des Tourismusbüros liegen hinter dem 33-Jährigen. Im März 2015 war der aus dem Raum Oberviechtach stammende Lohrer frisch vom Studium nach Schwandorf gekommen. Dass er mit gerade mal 24 Jahren mit der Leitung der touristischen Einrichtung betraut wurde, sei ungewöhnlich gewesen, meint er rückblickend.
Mit Stadt Schwandorf weiter verbunden
Nach fast neun Jahren könne man mal neue Wege gehen, begründet Lohrer seinen Abschied vom Tourismusbüro. Er werde die Große Kreisstadt nicht fluchtartig verlassen, sondern bleibt beruflich mit ihr verbunden: Schwandorf ist eine der acht Mitgliedsgemeinden im Zweckverband Oberpfälzer Seenland.
Und privat will der 33-Jährige nun sogar in Schwandorf heimisch werden. Bisher in Eslarn bei Schönsee zuhause, sucht Johannes Lohrer gerade eine Wohnung in der Felsenkeller-Stadt.
Die hat Maximilian Lohse bereits gefunden. Dass er Neu-Schwandorfer ist, ist eine von mehreren Parallelen zu seinem Vorgänger. Auch der gebürtige Memminger übernimmt direkt nach seinem Studienabschluss die Leitung des Tourismusbüros. Im Fichtelgebirge aufgewachsen, absolvierte der heute 27-Jährige zuerst eine Ausbildung als Hotelfachmann und studierte schließlich in Breitenbrunn (Erzgebirge) Tourismuswirtschaft. Auch Johannes Lohrer hatte kurz in der Hotellerie gearbeitet und Tourismuswirtschaft studiert – allerdings in Deggendorf.
Maximilian Lohse hat Gestaltungsspielraum
„Dass jungen Typen wie mir die Chance gegeben wird, die Leitung zu übernehmen, hat mich begeistert“, meint Maximilian Lohse. Er habe nach einer Stelle gesucht, die nicht stupide sei, sondern die ihm Gestaltungsspielraum biete. Genau dies biete die Aufgabe als Leiter des Tourismusbüros.
Das kann Johannes Lohrer nur bestätigen. Jeder Arbeitstag sei anders, aufs Neue spannend und fordernd, aber auch schön, findet der 33-Jährige. In seiner Amtszeit konnte er einiges bewegen: Er brachte unter anderem die Digitalisierung voran. Seit diesem Jahr sind beispielsweise auch Online-Buchungen der Tourismusangebote möglich. Lohrer verstärkte die Darstellung in den sozialen Medien, die über die Jahre immer wichtiger geworden sei. Das Angebot an Führungen wurde weiterentwickelt und neue Touren kreiert. So können die Gäste nun auch an einer Friedhofsführung teilnehmen.
Der 33-Jährige war dabei nicht immer der Ideengeber, sondern oft auch nur der „Türöffner“. So, wenn es darum ging, neue Projekte innerhalb der Stadtverwaltung durchzusetzen. Im Rathaus sei er immer auf offene Ohren gestoßen, meint Lohrer.
Umzug an den Schwandorfer Marktplatz geplant
Das gilt auch für die Neuaufstellung des Tourismusteams, zu dem neben dem Leiter noch drei Mitarbeiterinnen gehören. Im kommenden Jahr wird das Tourismusbüro seine Räumlichkeiten im Pfleghof vergrößern, später steht dann der Umzug der gesamten Einrichtung an den Marktplatz an. Die Stadt Schwandorf will das Tourismusbüro im ehemaligen Schmidt-Bräu-Areal etablieren. Die anstehende räumliche Vergrößerung wird nun Maximilian Lohse stemmen.
Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) wünschte dem neuen Tourismuschef viel Spaß und Erfolg bei seiner künftigen Aufgabe. Und hofft, dass der 27-Jährige das Tourismusbüro – ebenso wie sein Vorgänger – einige Jahre erfolgreich leiten wird. „Ich bin zuversichtlich, dass er die Fußstapfen, die Johannes Lohrer hinterlässt, ausfüllen kann“, meint der Rathauschef.
Zum Einstand schenkte der OB Maximilian Lohse eine halbe Maß mit dem Logo der früheren Schmidt-Bräu-Brauerei – in Anspielung auf den künftigen Standort des Tourismusbüros. „Über das Geschenk habe ich mir wochenlang Gedanken gemacht“, meinte Feller schmunzelnd.
Einige Jahre wird es aber wohl noch bis zum Umzug dauern. Bis dahin gilt es für den Neuen, die stetige Aufwärtsbewegung fortzusetzen und auch immer wieder neue Angebote zu entwickeln. Dabei habe er ein super Team hinter sich, das mit Herzblut dabei sei, findet sein Vorgänger. Lohrer selbst könne sich nur bedanken, dass ihm die Mitarbeiterinnen immer den Rücken freigehalten hätten. Sein erster Eindruck sei sehr gut, meint Lohse.
14 verschiedene Führungen werden angeboten
Der 27-Jährige übernimmt ein gut bestelltes Haus: Es werden mittlerweile 14 verschiedene Führungen angeboten. Die bekannteste ist natürlich die Felsenkeller-Führung, deren Teilnehmerzahlen wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht hätten.
Bei den Übernachtungsmöglichkeiten übertreffe die Nachfrage gerade im Sommer oft das Angebot, berichtet Lohrer. Was das Angebot betreffe, da gebe es durchaus noch Luft nach oben, räumt der scheidende Tourismuschef ein. Der Wunsch nach einem weiteren Hotel sei da. Corona habe einige Ideen, die es gegeben habe, aber einschlafen lassen. Vielleicht erlebt sein Nachfolger ja die Eröffnung eines neuen Hotels – so gibt es beispielsweise aktuell Pläne, am Klausensee ein Hotel zu errichten.
