Toni Späth macht dem SV Lohberg ein Angebot, wie der Verein seinen Platz behalten kann

Der Sportverein Lohberg hat keinen Sportplatz mehr! Stimmt nicht ganz: Für etwa 3700 Quadratmeter Fläche, die Toni Späth gehören, läuft der Pachtvertrag aus, und ohne dieses Drittel der Gesamtfläche steht der Verein faktisch ohne Platz da. Eine Situation, die sich seit Jahresbeginn angekündigt hat, die sich mit Ende des Jahres nun aber zuzuspitzen droht.
Das Thema ist beim SV Lohberg jetzt nicht so ganz neu. Schon vor ziemlich genau elf Jahren stand der Verein schon einmal kurz davor, sein Platz-Drittel hinter dem Rathaus zu verlieren. Damals ging es Toni Späth nach eigener Aussage vor allem darum, dass der Verein sein Bier nicht mehr von der Osser-Brauerei beziehen wollte, die damals noch Späth gehört hatte.
Probleme gab’s schon 2012
Die Brauerei hat Späth mittlerweile verkauft, und auch sonst hatten sich die Beteiligten 2012 über einen neuen Pachtvertrag verständigt, der für zehn Jahre festgeschrieben worden war. Das heißt: Der Vertrag lief 2022 aus und wurde seitdem – also einmal – automatisch um ein Jahr verlängert. Wobei, und das hat Toni Späth nun, da sich das Ende des Pachtverhältnisses zum 31. Dezember nähert, schriftlich festgehalten, seiner Meinung nach sich schon vor Ablauf der Frist aufgrund nicht näher beschriebener Vertragsuntreue die Möglichkeit geboten hätte, dieses aufzukündigen. Damit widerspricht Späth also indirekt auch der Aussage von Josef Hupf, dem Abteilungsleiter des SV, für den sich der Grund der Kündigung im Gespräch mit unserer Zeitung so erklärt: „Der Sportverein Lohberg ist Ausrichter der traditionellen Faschingshochzeit, in der Faschings-Wagen, auf denen kuriose Vorkommnisse, die sich im Dorf zugetragen haben, auf lustige Art und Weise dargestellt werden, mit Traktoren durch den Ort gezogen werden. Dem Grundstückseigentümer gehören Hirsche, die ihm im Jahr zuvor aus einem Gehege entlaufen sind. Das sorgte im Dorf für mächtig Aufsehen, zumal diese dann über einen längeren Zeitraum frei umherliefen und in so manchen Gärten aufkreuzten. Auf einem Wagen wurde das thematisiert, ohne dass es dabei aber unter die Gürtellinie ging. Der SV Lohberg ist zwar der Veranstalter, hat aber mit dem besagten Wagen überhaupt nichts zu tun gehabt. Scheinbar hat uns der Grundstückseigentümer aber dafür verantwortlich gemacht und zwei Tage später schriftlich mitgeteilt, dass er den am 31. Dezember auslaufenden Pachtvertrag nicht verlängern wird.“
Laut Späth habe die zwischen ihm und Bürgermeister Franz Müller getroffene Vereinbarung über eine unentgeltliche Überlassung der rund 3700 Quadratmeter Fläche nur darum auch im Jahr 2023 noch Bestand gehabt, da die zehn Jahre schneller vergangen seien, „als ich dachte, und so vergaß ich schlicht die Kündigung des Vertrags rechtzeitig im alten Jahr, sodass sich die unentgeltliche Überlassung um ein Jahr bis zum 31.12.2023 verlängerte.“ Das schreibt Späth in einem offenen Brief an die Gemeinde und den SV Lohberg, nachdem zwischenzeitlich nicht mehr nur in der Gemeinde die Wellen hochschlagen.
Wie eine Lösung aussehen könnte, das sei in zwei Treffen mit dem Gemeinderat, nämlich Ende März und Ende November besprochen worden, sagt Späth, und das bestätigt auch Bürgermeister Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Darin hatte Späth nach eigener Angabe vorgeschlagen, seine Flächen am Sportplatz mit anderen Flächen in der Gemeinde zu tauschen, mit denen „man vieles bei meinen Flächen auch heilen könnte“, wie Späth sagt. Ihm sei es dabei überwiegend um Flächen gegangen wie alte Fußwege, die zwar im Urkataster des Königreiches Bayern aufgelistet, aber nicht mehr genutzt würden. In einer Auflistung habe er Wege angegeben, die ohnehin auf beiden Seiten von seinen eigenen Flächen umgeben würden.
Das sei ein Vorschlag, der vom Gemeinderat abgelehnt und erst durch ein Gegenangebot mit zwei Grundstücken zum Tausch , „die ich als absolut wertloses Unland bezeichnen würde“, so Späth, und dann durch das finanzielles Angebot von 185 000 Euro ersetzt worden sei, das er wiederum abgelehnt habe.
Zu diesen Verhandlungen befragt verweist Bürgermeister Franz Müller darauf, dass Grundstücksangelegenheiten von Kommunen prinzipiell nicht öffentlich seien. Erst in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend versicherte er aber, dass der Gemeinderat bis zum 31. Dezember alles dafür tun werde, um die Situation bereinigen zu können.
Das Angebot von Späth
Toni Späth macht daraufhin am Freitag in seinem offenen Schreiben ein eigenes Angebot: „Mein Gelände am Sportplatz samt Gebäude und Tribüne wird für die Dauer von 30 Jahren und einem Pachtzins von 500 Euro monatlich an die Gemeinde zugunsten Dritter (SV Lohberg) verpachtet.“ Das wären 180 000 Euro in drei Jahrzehnten und damit weniger, als er als Einmalzahlung als Angebot von der Gemeinde bekommen hätte.
Mit diesem Angebot beschäftigen werde sich die Gemeinde aber erst, wenn ihr dieses Angebot – also mit Veröffentlichung am Freitag – vorliege, sagt Bürgermeister Müller. Selbst wenn die Gemeinde darauf eingeht, bleibt es fraglich, ob sich auch dieser Wunsch von Toni Späth erfüllen wird: „Die Vertragsunterzeichnung findet im Dorfstadel bei einer Feierstunde statt. Dabei wird mir angesichts der Verdienste um den Gemeindehaushalt (der Neubau wäre sehr teuer geworden!) und der Verdienste um das Gemeinwohl die Ehrenbürgerwürde verliehen, welche ich genauso dankbar annehmen werde wie die bei dieser Gelegenheit ebenfalls zu verleihende Ehrenmitgliedschaft im SV Lohberg und die entsprechende Ehrung durch den Bayerischen Fußball-Verband.“
Der Verein
Größe: Der SV Lohberg ist mitgliedermäßig der größte Verein, der eine engagierte Jugendarbeit leistet.
Verein: Es gibt sieben Mannschaften – von der AH bis zur G-Jugend, die aktiv spielen“, erklärte Abteilungsleiter Josef Hupf in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Darum müsse der Trainingsbetrieb mitsamt Duschen und Umkleiden weiterlaufen.

