Hochwasser im Kreis Kelheim hält an – Feuerwehren sehen keinen Grund zur Sorge

Von Jochen Dannenberg, Beate Weigert, Lucia Pirkl, Etienne Nückel · 13. Dezember 2023 um 16:51

Die aktuelle Hochwasserlage im Landkreis Kelheim fasst Kreisbrandrat Nikolaus Höfler in drei Worten zusammen: „Feit si‘ nix!“ – alles in Ordnung also.

Noch bis Freitagnachmittag gilt eine Warnung des Hochwassernachrichtendienstes Bayern für den Kreis Kelheim. Der Pegel der Donau bei Kelheim überschritt am Dienstag die Meldestufe 3 (ab 5,40 Meter) und soll weiter langsam ansteigen. Stand Mittwoch wird der Hochwasserscheitel am Donnerstag oder Freitag im oberen Bereich der Meldestufe 3, möglicherweise auch 4 (ab 6,00 Meter), erwartet.

Hochwasser unterhalb der Prognosen

Der Pegel der Abens bei Aunkofen/Abensberg ist am Mittwoch unter die Meldestufe 1 (ab 2,10 Meter) gefallen. Abhängig vom Regen kann der wieder bis auf Meldestufe 2 (ab 2,65 Meter) ansteigen.

Insgesamt bleibt das Hochwasser damit unterhalb der Prognosen vom Wochenanfang, sagt Höfler: „Da wir voraussichtlich nicht einmal Meldestufe 4 erreichen, ist es ein Hochwasser, das wir beobachten, aber auf das wir vorbereitet sind.“ Auch aufgrund der Erfahrungen des Jahrhunderthochwassers von 1999 seien Gemeinden und Feuerwehren im Kreis gut vorbereitet. Es gebe genaue Pläne, ab welchem Wasserstand welche Maßnamen ausgelöst würden. Der bauliche Hochwasserschutz – also Deiche oder mobile Mauern – sei zuverlässig.

Kloster Weltenburg: Hochwasser-Schutz steht

In Weltenburg etwa hatte die Kelheimer Feuerwehr den mobilen Hochwasserschutz beim Kloster am Montagnachmittag aufgebaut. Das sei frühzeitig geschehen, denn sobald die Asamstraße einmal überspült ist, könne man nur noch über den Frauenberg zum Kloster fahren. Und das erschwere die Arbeiten, erklärt Höfler. Am Mittwoch mussten die Gäste des Gästehauses St. Georg bereits über den Frauenberg fahren.

In Bad Abbach hat die Feuerwehr laut Kommandant Maximilian Neubauer bereits am Wochenende vorsorglich Sandsäcke befüllt. Dass diese zum Einsatz kommen, sei indes unwahrscheinlich. Ab einem Wasserstand von 6,20 Metern (Stand Mittwoch: 4,79 Meter) würde eine mobile Stein-Sperre an der Donaustraße aufgebaut, damit Oberndorf nicht abgeschnitten wird. So weit dürfte es aber nicht kommen, schätzt Neubauer. Insgesamt sei die Lage ruhig.

Neustadt und Hienheim: Die Deiche halten

In Neustadt a.d. Donau wird indes befürchtet, dass das ansteigende Grundwasser in Keller drängen könnte. Die Stadt fordert insbesondere Bewohner von Häusern in niedrigen Lagen auf, ihre Kellerräume auf eindringendes Wasser zu kontrollieren. Bei einer Recherche in den Ortsteilen am Mittwochvormittag war dies bei einem Anwesen der Fall.

Hienheim gleicht auf Luftaufnahmen einer vom Wasser eingeschlossenen Festung. 2014 wurde hier der neue Deich eingeweiht. Die Deiche im Kreis sind laut Höfler mittlerweile sehr zuverlässig.

Sie sind weitgehend gespundet, also innen mit Metall verstärkt. Das sei auch der Erfahrung von 1999 geschuldet: Mancher Neustädter dürfte sich noch an den Deichbruch erinnern, der weite Teile der Stadt geflutet hatte. Die Erfahrung vergangener Hochwasser habe gelehrt, dass man diese nie auf die leichte Schulter nehmen dürfe, sagt Höfler.

Beispiel 2013: Damals wähnte man die Lage an der Donau unter Kontrolle. Dann drückte auf einmal Wasser von der Abens herein – deren für gewöhnlich niedrigen Pegel könne man nicht so gut vorhersagen. Dass Ähnliches sich in den nächsten Tagen wiederholt, hält Höfler indes für unwahrscheinlich. Insgesamt gebe es derzeit keinen Grund zur Beunruhigung für die Bevölkerung.