Als der Polderdeich zwischen Neustadt und Bad Gögging verstärkt wurde

Von Mittelbayerische Zeitung · 9. Dezember 2023 um 05:00

Neben der Verstärkung des Polderdeichs zwischen Neustadt und Bad Gögging und dem neuen Abwasser-Entlastungssammler in Saal beschäftigten auch Rückforderungen von Förderleistungen nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz durch den Freistaat Bayern die MZ-Redakteure vor Jahrzehnten.

• Vor 20 Jahren: Bis Weihnachten 2003 sollte die Verstärkung des Polderdeichs zwischen Neustadt und Bad Gögging abgeschlossen sein. Derzeit wurde in der Nähe des Schöpfwerkes eine Dichtungswand eingebracht. Der Deich des Entwässerungspolders Neustadt wurde seit dem Frühjahr 2003 umgebaut. Der Sanierungsbedarf war vor allem beim Pfingsthochwasser 1999 offenkundig geworden: An vielen Stellen gab es Durchströmungen, der Deich war sehr durchlässig. Der Deich brauchte eine befahrbare, breitere Krone, eine Dichtung und einen besseren Hinterweg.

• Vor 30 Jahren: Rund fünf Millionen Mark kostete der Abwasser-Entlastungssammler, der in Saal gebaut wurde. Die Leitungen für das Saaler Oberflächenwasser in Richtung Hopfenbach und für das Abwasser in Richtung Kläranlage waren nach rund 30 Jahren zu klein geworden. Die rege Bautätigkeit hatte nach Ansicht von Bürgermeister Heinz Reiche die Neuverlegung nötig gemacht. Die Unterquerung des Bahndammes im Bereich der Brücke der B 16 war wegen der Pressarbeiten besonders kostenintensiv. Die Röhren, mit einem Durchmesser von 1,80 Metern und einer Länge von 54 Metern wurden unter dem Bahndamm „hindurchgeschoben“. Diese Pressabreiten, die eine Spezialfirma aus Oberbayern durchführte, kosteten alleine 300.000 Mark.

• Vor 40 Jahren: Mit den Rückforderungen von Förderleistungen nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz durch den Freistaat Bayern befasste sich der Kreisausschuss. Leitender Regierungsdirektor Zwing von der Regierung von Niederbayern wurde von Landrat Ludwig Kreitmeyr zur Sitzung eingeladen, damit der Ausschuss erfuhr, vor welchem rechtlichen Hintergrund die Rückforderungen entstanden waren. Der Landrat erklärte, dass endlich von der Illusion Abschied genommen werden musste, dass man von den 49 Millionen Mark Gesamtkosten des Kelheimer Kreiskrankenhauses einen Zuschuss von 85 Prozent erhalten hatte. „Dies stimmt nicht!“ Von der Regierung waren von 15 Schuldendienstdarlehen nur elf anerkannt worden, vier wurden abgelehnt. Außerdem wurde eine Rückforderung von zwei Millionen Mark nach dem Krankenhausgesetz gestellt.

• Vor 45 Jahren: Als einen Baustein für den Erhalt der Selbstständigkeit einer Gemeinde bezeichnete MdL Gerd Merkl anlässlich der Einweihungsfeier der Mehrzweckhalle in Essing den Bau derartiger Hallen, die zwar die Gemeinde finanziell belasteten, aber sie oft festigten. An die Adresse des Finanzministeriums gerichtet meinte er, man sprach heute so viel von der Übertragung von Aufgaben an die Gemeinde. Was die Gemeinden dringend brauchten, wäre aber mehr Geld, um ihre finanzielle Leistungskraft zu stützen.