Wieso müssen Pendler im Städtedreieck so lange auf den Bus warten? Eine Spurensuche

Langes Warten bei Regen und Kälte, eine RVV-App, die Verspätungen ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr anzuzeigen scheint, Telefonnummern, die in die Leere führen, eine kaum vorhandene Abdeckung an Sonn- und Feiertagen und randvolle Busse zu den Schulzeiten.
Das alles ist ein Ausschnitt aus den Schilderungen eines Pendlers und einem Selbstversuch im Umgang mit der Buslinie 41, die Schwandorf mit Regensburg verbindet und dabei zahlreiche Haltestellen im Städtedreieck anfährt. Im Gespräch mit den Verantwortlichen wird klar, dass Busse im täglichen Betrieb einer Vielzahl von äußeren Einwirkungen ausgesetzt sind. Diese könnten die Fahrtzeiten beeinflussen und würden die Verkehrsbetriebe vor Herausforderungen stellen, so Josef Weigl, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Regensburg mbH (GFN) und der Regensburger Verkehrsverbund GmbH (RVV).
Die Linie 41 fährt auf über 50 Kilometern Länge insgesamt 57 Stationen in planmäßig etwa 90 Minuten an. Im Städtedreieck liegen davon beispielsweise das Rathaus in Burglengenfeld oder der Bahnhof in Maxhütte-Haidhof. Mangels einer Anbindung an das Schienennetz ist sie für Pendler aus Burglengenfeld die einzige direkte Verbindung nach Regensburg und Schwandorf.
Zuletzt lange Wartezeiten zur Hauptverkehrszeit
In der jüngsten Vergangenheit sei es jedoch häufig zu Unregelmäßigkeiten gekommen, wie ein betroffener Pendler berichtet. Verspätungen von zehn bis 30 Minuten während der Hauptverkehrszeit bedeuten in den Wintermonaten lange Wartezeiten bei Kälte, Schnee und Regen. Nicht allein auf den Bus. Sobald ein Umstieg nötig wird, kann ein verspäteter Bus auch das Verpassen des Anschlusszuges in Maxhütte-Haidhof und damit weitere Wartezeiten nach sich ziehen. Die planmäßigen Umstiegszeiten liegen hier, je nach Uhrzeit, Wochentag und Ferienplan, zwischen neun und 14 Minuten.
Einer der Gründe sei laut Weigl das Verkehrsaufkommen während des Berufsverkehrs im Umfeld von Regensburg, das auch die Busse treffen würde. Die dadurch entstehenden Verspätungen unterlägen nicht nur Schwankungen je nach Uhrzeit, sondern auch Faktoren wie der Jahreszeit, den Schulferien oder der Witterung. Dadurch seien „erhebliche Unterschiede feststellbar“.
Baumaßnahmen an über 200 Tagen in den letzten beiden Jahren
Dazu käme, dass es entlang des Fahrwegs in den letzten beiden Jahren zahlreiche Baumaßnahmen gegeben habe, die zum Teil „größere Verspätungen“ zur Folge hatten. Allein eine Vollsperrung der B15 zwischen Ponholz und Hagenau von 19. Oktober bis 10. November verursachte durch die Umleitung einen Zeitverlust von zehn Minuten pro Fahrt. Seit Juni 2022, so Weigl weiter, hätten zehn Baumaßnahmen „größere Auswirkungen auf den Betriebsablauf“gehabt. Insgesamt musste in den beiden Jahren an 208 Tagen auf die Sperrungen einzelner Wegabschnitte reagiert werden, eine halbseitige Straßensperrung in Regenstauf seit November 2022 nicht eingerechnet. Das Problem sei laut Weigl dabei: Gebe es in einem Bereich Verzögerungen, würden sich diese durch die gesamte Fahrt ziehen. Die Busfahrer nimmt er dabei ausdrücklich in Schutz. Diese würden alles versuchen, seien aber „am Ende auch Menschen“. Die Busse seien den „Rahmenbedingungen ausgeliefert“ und dabei „selbst Leidtragende“. Dennoch fahre die Linie 41 „zur Normal- und Schwachverkehrszeit überwiegend pünktlich“, so der Geschäftsführer.
Eine App des RVV sollte für Klarheit bei Fahrgästen sorgen
Informationen über den aktuellen Stand der Verbindung würden die Fahrgäste laut Weigl über die RVV-App erhalten können. Diese beziehe ihre Daten von den Bordrechnern der Busse und könne so genau anzeigen, wie der gesuchte Bus im Zeitplan liege. In mehreren Selbstversuchen für die Verbindung von Burglengenfeld nach Regensburg stellte die App die Verspätungen auch meist korrekt dar. In einem Fall jedoch wurde bei einer Verspätung von neun Minuten jede weitere Aktualisierung eingestellt – und die Anzeige komplett entfernt. Der Bus erschien am Ende 17 Minuten verspätet, der Zug am Bahnhof Maxhütte-Haidhof wurde verpasst.
Kundendienst weitgehend nicht ansprechbar
In der App der Deutschen Bahn, die über die Regionalbus Ostbayern GmbH einen Teil der Fahrten der Linie 41 übernimmt, konnten Verspätungen der Busse im Selbstversuch gar nicht oder sehr ungenau angegeben werden. Versuche, sich als Passagier persönlich an die Bahn oder die auf den Fahrplänen angegebenen Kontaktnummern zu wenden, scheiterten mehrmals. Einmal wurde ein Telefonat innerhalb weniger Sekunden abgebrochen. Auf eine Anfrage per Mail reagierte die RBO auch nach zwei Wochen nicht.