Kelheims Kreispolitik befasst sich mit ersten Pläne für neue Lehrschwimmhalle Mainburg

Von Martina Hutzler · 13. Dezember 2023 um 11:02

Frühestens Ende 2027 könnten Schülerinnen und Schüler sowie erwachsene Badefans in einer neuen Lehrschwimmhalle in Mainburg durchs Becken pflügen. Immerhin: Konkrete Vorschläge zum Gebäude und seinem Innenleben gibt es schon – der Kreisausschuss bekam sie kürzlich präsentiert. Und ebenso den stolzen Preis, den der Neubau kosten würde.

Der Landkreis hat die Federführung im Projekt „neue Lehrschwimmhalle“, die an der Ebrantshauser Straße, westlich vom „Schulkreisel“ entstehen soll; er hat auch das Grundstück bereits erworben. Das Bad wäre vorrangig für den Schwimmunterricht der Grundschulen im Raum Mainburg sowie von Mittel-, Realschule und Gymnasium Mainburg; hierfür hat der Freistaat grundsätzlich eine Förderung zugesagt. Außerhalb des Unterrichts könnten es Vereine und Einzelpersonen nutzen.

Seit dem Frühjahr sind die Planer am Werk; nun stellten sie ihren Vorentwurf im Kreisausschuss vor.

• Becken: Im Zentrum der Planung steht das Schwimmbecken mit 12,5 Metern Gesamtbreite, aufgeteilt auf fünf Bahnen, die je 25 Meter lang sind. Für den Unterricht würden Wassertiefen von 0,90 bis 1,35 Meter ausreichen; für eine bessere Nutzbarkeit im Vereinssport könnte (auf Kosten der Stadt Mainburg) ein Hubboden in einem Teil des Beckens bei Bedarf für maximal 1,80 Meter Wassertiefe sorgen.

• Gebäude: Das Gebäude selbst soll laut Landkreis-Vorgaben ein voll barrierefreier, „praxisgerechter und einfacher Zweckbau“ werden, der mit möglichst wenig Technik hohen Komfort bietet („Low-Tech-Gebäude-Ansatz“) und ökologische Aspekte (z.B. nachhaltige Baumaterialien) ebenso berücksichtigt wie energetische (z.B. CO2-neutral, Dach vollflächig mit PV-Anlage). Das beauftragte Architekturbüro Krieger (Velbert) will all dies auf dem Südhang-Grundstück umsetzen mit einem Gebäude, in dem die Funktionsräume (z.B. die Umkleiden) teils „unterirdisch“ in den Hang hineingebaut werden: Damit vermeide man großflächige Abböschungen und man spare sich teilweise die Fassade, erklärte Architekt Thomas Kalman. Der Bereich der Schwimmhalle wäre demnach freistehend.

• Energie: Größere Debatten dürfte es noch um die Deckung des Energiebedarfs (hauptsächlich Wärmeerzeugung) der Schwimmhalle geben: Er ist hoch, allerdings nur in der Wintersaison. Verbindlich sind ein CO2-neutraler Planungsansatz unter Einhaltung der Klimaschutzziele des Landkreises. Zu entscheiden wäre indes noch, ob das Bad eine Energiezentrale für sich alleine bekommt („Insellösung“) oder ob Bad, Gymnasium und Realschule einen Nahwärmeverbund bilden sollen (die eben erst generalsanierte Mittelschule samt neuer Gasbrennwerttherme wäre vorläufig außen vor).

Und auch über die Energieträger lässt sich noch trefflich streiten: Pellets, Hackschnitzel, Solarthermie, Wärmepumpe wären möglich. WEitergehend der Antrag für eine „gemeinsame Energiezentrale für Strom und Wärme“ von ÖDP-Fraktionssprecher Peter-Michael Schmalz: Er will sämtliche Energie am Standort erzeugen und speichern, unter Einbeziehung von Wasserstoff-Elektrolyse. Hierfür soll die Energieagentur Regensburg erst noch eine Machbarkeitsstudie erstellen. Für die übrigen Kombinationen zur Energieversorgung kommt die kplan AG in ihrem Wärmeerzeugungskonzept auf Gesamtkosten für Bau, Betrieb und Verbrauch (gerechnet auf 20 Jahre) von mehreren Millionen Euro, wobei die Unterschiede zwischen den Varianten auch teils mehrere Millionen betragen.

• Zeitplan: Mit all dem muss sich irgendwann im neuen Jahr der gesamte Kreistag befassen: Wie bereits berichtet, hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung seine Entscheidungshoheit für das Projekt Lehrschwimmhalle ans Plenum zurückgegeben. Der Kreistag werde „in einer der nächsten Sitzungen“ darüber beraten, kündigte Landrat Martin Neumeyer an. Hält die Kreispolitik am Bad-Bau fest, ließe sich die Planung frühestens Ende 2024 abschließen; der Bau könnte im Sommer 2025 starten und bräuchte mindestens zwei Jahre.

• Bis dahin: Parallel dazu soll 2024 die alte Lehrschwimmhalle statisch überprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen sie weiterbetrieben werden kann., kündigte Kreiskämmerer Reinhard Schmidbauer an. So eine Prüfung werde künftig wohl jährlich nötig.

Vieles im Fluss bei den Kosten

Gesamtkosten: Bei den heutigen Preisen würde der Neubau einer Lehrschwimmhalle für eine rein schulische Nutzung geschätzt rund 15,01 Millionen Euro kosten. Mit zusätzlichen 1,42 Mio. könnte das Bad auch für eine öffentliche Nutzung optimiert werden (u.a. Eintrittskassensystem, teilweiser Hubboden, zusätzliche Umkleiden etc). Das müsste die Stadt Mainburg komplett selbst finanzieren; der Stadtrat soll hierüber laut Kämmerer Christian Winklmaier im Januar beraten. Mit weiteren Zusatzkosten (u.a. für ein etwaiges Wärmekonzept) klettert die Prognose auf 17,06 Mio.

Aufteilung: Abzüglich der erwarteten staatlichen Förderung bleibt für den (rechnerischen) Schulnutzungs-Anteil an den Gesamtkosten ein Betrag von 11,73 Mio. Euro. Davon müsste der Landkreis – für „seine“ Sportklassen an Gymnasium und Realschule – rund 5,96 Mio. übernehmen; mit rund 5,77 Mio. müssten sich Stadt und Schulverband Mainburg für die Sportklassen an ihren Grundschulen und der Mittelschule beteiligen.

Bandbreite: Kostenschätzungen im Stadium „Vorplanung“ (Leistungsphase 2) haben eine Unsicherheit von bis zu plus/ minus 30 Prozent. Die Gesamtkosten könnten damit statt 17,06 auch bei 22,18 Mio. Euro landen. Unabhängig von dieser planerischen Unsicherheit ist während der mehrjährigen Realisierungszeit des Bauvorhabens mit deutlichen Preissteigerungen (fünf bis zehn Prozent pro Jahr) zu rechnen. Gemäß BKI-Kostenindex würden aus den 17,06 Millionen des Jahres 2023 geschätzte Kosten von 22,21 Mio. Euro im Jahr 2027. (Quelle: kplan AG)