Besitzer werden aufgefordert, die Zahl ihrer Vierbeiner zu melden – Beliebt ist ein „Klassiker“

Von Stefan Weber · 10. Dezember 2023 um 17:00

Des Menschen liebster Freund ... Wer einen Hund besitzt, der braucht nicht nur Zeit, sondern auch Geduld, Platz, und von Zeit zu Zeit lohnt der Besuch beim Tierarzt. Alles Dinge, die jedem schon vor der Anschaffung klar sein sollten. Aber der geliebte Vierbeiner teilt nicht nur mit die Wohnung und ist Teil der Familie, sondern er muss man noch etwas ganz anderes ganz menschliches tun: Steuern zahlen.

Das kann Rex (hier bitte jeden anderen und wahrscheinlich besseren Namen eintragen) natürlich nicht selbst. Aber Frauchen oder Herrchen schon, in jeder Gemeinde – und so wie bei denen jedes Jahr die Unterlagen zur Steuer und unter Umständen auch die Aufforderung dazu, die zu machen, ins Haus flattert, so ereilte die Hundebesitzer erst vor wenigen Tagen die öffentliche Aufforderung der Stadt, im Rathaus bislang unbekannte Tiere anzumelden. Warum? Na klar, es geht um die Steuer.

Als Hunde „Luxus“ waren

Die wird in Deutschland schon seit rund 200 Jahren erhoben – allerdings nur für Hunde, nicht etwa auch für Katzen. Die Erklärungen dazu reichen davon, dass Hunde als Luxusgut galten bis hin zur Eindämmung der Tollwutgefahr oder auch einfach nur, um die kommunalen Kassen etwas aufzubessern. Denn die Hundesteuer gehört zu den wenigen Steuern, die jede Stadt oder Gemeinde in einer Höhe erheben darf, wie es ihr gutdünkt und die auch in der Kasse verbleibt.

In Bad Kötzting ist für die am Stadtsteueramt schon seit über vier Jahrzehnten Hans Kuchler zuständig. Darum weiß er auch, dass der Trend zum Hund seit einigen Jahren stark zunimmt. Alleine im Vergleich zu vor zehn Jahren habe sich die Zahl der (zumindest gemeldeten) Hunde um 100 Tiere erhöht – bei gleichbleibender Einwohnerzahl.

25 Prozent mehr Hunde

Das entspricht einer Steigerung von rund 25 Prozent. Warum das so ist, das kann Kuchler nicht sagen. Aber der Trend sei eben auch der Grund, die Besitzer immer wieder darauf hinzuweisen, dass sie ihre Tiere auch anmelden und Hundesteuer zahlen müssten. Das diene primär nicht dazu, dass sich die Stadt ihre eigene Kasse aufbessere. Zwischen 8000 und 9000 Euro bringe die Hundesteuer jedes Jahr ein. Geld, das die Stadt – auch wenn die Hundesteuer nicht zweckgebunden ist – gut für die Vierbeiner verwenden kann. Schließlich müssten nicht nur die Beutel zum Aufsammeln von Hundekot aufgestellt und ständig neu befüllt werden. Mitarbeiter der Stadt hätten auch Arbeit mit den Hinterlassenschaften der Tiere, deren Herrchen die Beutel nicht benutzten.

Hans Kuchler weiß aber auch, dass die Stadt mit ihrer Steuer im Vergleich zu anderen Städten sehr günstig sei. Das sehe er jedes Mal, wenn sich Bürger neu in Bad Kötzting meldeten und an der Herrenstraße die Bescheide für Hundesteuer aus dem vorherigen Wohnort ankämen. Der fünffache Satz sei da keine Seltenheit. Wer Hunde nicht anmeldet, riskiert übrigens ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro – mehr, als die Steuer für ein ganzes Hundeleben in der Stadt kosten würde. Den Aufwand müsse übrigens auch niemand scheuen, schließlich sei die Anmeldung mittlerweile ganz bequem online über das Bürgerportal möglich. Aus vielen persönlichen Erfahrungen weiß er auch, wie viel die Tiere ihren Besitzern bedeuten. Schließlich müssten die Hunde auch bei ihm abgemeldet werden, wenn sie nicht mehr am Leben sind.

Der Aufruf vor wenigen Tagen habe aber auch gezeigt, dass er von Zeit zu Zeit notwendig sei. Ob die Besitzer nun einfach vergessen, einen neuen Hund anzumelden, oder ob sie es vielleicht auch gar nicht wissen, dass sie dazu verpflichtet wären: Vier neue Hunde habe die Stadt bereits am ersten Tag der Veröffentlichung verzeichnen können, sagt Hans Kuchler.

Der beliebteste Hund

Anzahl insgesamt: Zu Beginn dieses Monats waren in der Stadt Bad Kötzting exakt 423 Hunde gemeldet.

Verteilung: Pro Halter gibt es auch mehr als einen Hund – es gebe auch viele Hundebesitzer, bei denen zwei, drei oder mehr Hunde angemeldet seien, sagt Hans Kuchler von der Stadtverwaltung.

Kosten: Generell kostet ein Hund in der Stadt Bad Kötzting immer dasselbe, nämlich 20 Euro pro Jahr.

Ausnahmen: Günstiger mit gerade einmal zehn Euro pro Jahr kommen Hundebesitzer weg, die ihre Tiere etwa zur Jagd einsetzen, ihr Tier als Blindenhund benötigen, oder aber auch, wenn sie in entlegenen Einöden leben.

Beliebt: Prinzipiell sei ein „bunter Mix“ in Bad Kötzting gemeldet, sagt Hans Kuchler. Allerdings gebe es eine Rasse, die mit 43 Einzelanmeldungen immerhin mehr als zehn Prozent und damit in Summe die meisten Tiere auf sich vereinigen könne, und das sei der gute alte Schäferhund.

Hunderassen gibt es viele, und Schönheit liegt im Auge des Besitzers – aber welchen Hund haben die Bad Kötztinger am liebsten? Foto: dpa