Das Nittenauer Christkind wünschte sich auf dem Weihnachtsmarkt Frieden auf der Welt

Von Renate Ahrens · 10. Dezember 2023 um 13:30

Selbst ein Christkind ist nicht gegen das Wetter gefeit: Sehr hatte sich Johanna Nerdl (14) auf die Eröffnung des Nittenauer Weihnachtsmarktes am Freitag gefreut, doch Eisregen und gefährliche Glätte machten die Fahrt dorthin unmöglich. Am Samstag schließlich konnte den himmlischen Gast dann aber nichts aufhalten.

Zusammen mit dem Nikolaus trug das Christkind den Prolog am Markt vor, bevor die Kinder des Kindergartens St. Monika mit Inbrunst Weihnachtslieder auf der Bühne sangen. Am schönsten wäre bei ihrer Aufgabe, so sagt das Christkind strahlend, den Kindern Freude zu bereiten. Der Nikolaus, dargestellt von Otto Götzer, bestätigt das. „Manche Kinder fürchten sich ein bisschen vor mir, andere tragen mir ohne Scheu ihre Weihnachtswünsche vor.“ Einmal, so erinnert sich der Nikolaus schmunzelnd, habe ihn ein Bub gefragt, wie denn der FC Bayern am nächsten Samstag spielen werde. „Es ist immer ein Riesen-Spaß.“

Vereine boten verschiedenste Schmankerln an

Mit großen Augen lauschten auch am Samstag alle Kinder dem Christkind, das am Ende des Prologs allen wünschte, dass „es endlich wieder Frieden werde“. Friedlich und stimmungsvoll ging es das ganze Wochenende über am Nittenauer Weihnachtsmarkt zu – auch wenn man sich mehr winterliches Wetter gewünscht hätte. Immerhin gebe es kein Hochwasser, nahm es Bürgermeister Benjamin Boml bei der Eröffnung gelassen – es hätte also schlimmer sein können.

Die Besucher genossen jedenfalls das große Angebot an Schmankerln, das vor allem die Vereine der Stadt in vielen kleinen, weihnachtlich geschmückten Buden boten. „Ohne die großartige Unterstützung der Ehrenamtlichen könnten wir den Markt in dieser Form nicht durchführen“, betonte Pressesprecherin Alexandra Oppitz.

Die Vereine besserten mit dem Verkauf von Glühwein und allerlei Köstlichkeiten ihre Kasse auf, hatten aber auch viel Spaß dabei. Die Feuerwehr Neuhaus beispielsweise bot „XXL-Feuerwurst“ und „XXL-Bratwurst“ an, und der Erlös komme der Jugendabteilung zugute. Der Nittenauer Markus Schuster genoss die riesige Feuerwurst – wie jedes Jahr, wie er bestätigt.

Der TSV war gleich mit mehreren Buden vertreten: Verführerisch duftete es beim Barbecue-Stand der Fußballabteilung, und die Tischtennisabteilung verkaufte Glühwein und Punsch sowie „Trinkapfelstrudel“, wie Timo Huber und Daniel Steimer erklärten und auf besseres Wetter hofften. „Der Freitag ist sonst der umsatzstärkste Tag. Die Glätte machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung.“

Die gute Laune ließ sich jedoch keiner nehmen, auch nicht Martin Grill und Karl Bley vom SPD-Stand, die Schupfnudeln anboten. Beim Trachtenverein „D’Regentaler“ gab es Gyros, das habe sich seit Jahren so eingebürgert, erklären die Mitglieder. Hamburger und Cheeseburger grillt traditionell der FC Bergham. Ein buntes Rahmenprogramm mit Tanz-, Musik- und und Gesangseinlagen auf der Bühne bereicherten den Markt. Gemütlichkeit und Wärme verbreiteten die Feuerschalen, an denen die Besucher Glühwein tranken und sich unterhielten, während die Kinder die große Krippe bestaunten.

Jeden Tag ein anderer Kindergarten auf der Bühne

An jedem der drei Tage war ein anderer Kindergarten mit Vorführungen auf der Bühne an der Reihe, wie das Kinderhaus Regenbogen und die Kita St. Josef – und alle Kleinen waren begeistert bei der Sache. Beliebt war der Kinderweihnachtsmarkt im Garten des Hauses des Gastes und das Basteln im Pfarrheim.

Viel Originelles hatten sich der FC Bergham, die Feuerwehr Bergham und die Feuerwehr Nittenau bei einer Gemeinschaftsaktion einfallen lassen. Auf sechs Stationen durften Kinder ihre Geschicklichkeit testen. So konnte man Kegeln mit Feuerwehrschläuchen probieren, mit Christbaumkugeln Dosen werfen, angeln oder sich an den Weitwurf mit einem Stiefel wagen. Wer alle Stationen absolviert hatte, durfte sich ein Geschenk aussuchen. Preise für die Tombola waren von Nittenauer Geschäftsleuten gespendet worden. Wünsche durften Kinder bei der Sprechstunde beim Christkind und beim Nikolaus äußern.

Die Gäste ließen sich vom Regen nicht abhalten und genossen die heißen Getränke. Foto: Renate Ahrens
Die Feuerwehr Neuhaus verkaufte „XXL-Feuerwurst“ und hatte viel Freude dabei. Foto: Renate Ahrens
An sechs Stationen ging es um Geschicklichkeit. Jonas angelt die Christbaumkugel. Foto: Renate Ahrens
Die Krippe vor dem Christbaum war ein Magnet für Familien. Foto: Renate Ahrens
Der himmlische Besuch wurde am Samstag und Sonntag bestaunt. Foto: Renate Ahrens