Das Rötzer Christkind Eva Babl zaubert ein Lächeln in Kindergesichter

„Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein!“, mit diesen Worten ist der Christkindlmarkt 2023 in Rötz offiziell eröffnet worden. Sie erklangen aus dem Mund von Eva Babl, die in diesem Jahr als Rötzer Christkindl Kinder und Erwachsene erfreut. „Das hat mir immer schon gefallen, schon als ich früher mit meinen Eltern am Nachmittag auf dem Christkindlmarkt war. Ich wollte immer schon zum Christkindl und den Engerln “, erzählt Eva.
Darum habe sie auch gleich Ja gesagt und eine Bewerbung geschrieben, als Mama Tanja in der Zeitung gelesen hat, dass Mädchen zwischen 13 und 17 sich für die Rolle melden können. „Am besten gefällt mir, wenn sich die kleinen Kinder freuen, genauso wie ich mich immer gefreut habe“, beschreibt Eva, warum sie so gerne Christkind werden wollte.
Christkind mag Mathe
Nervös war sie schon bei ihrem ersten Auftritt, gesteht die 13-jährige Wenzenriederin. Doch das bemerkte von den Anwesenden höchstens die Mama. Die Besucher erlebten einen souverän vorgetragenen Prolog und bewunderten das hübsche Christkind im goldenen Gewand mit den blonden Engelslocken. Letztere hat Eva übrigens ganz alleine gestylt. Und auch die weiteren Vorbereitungen wie das Üben des Prologes hat die Schülerin, die die 8. Klasse des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums besucht, ganz selbstständig erledigt. Eva ist auch ansonsten auf Zack. Sie ist sehr musikalisch, spielte seit der ersten Klasse Piccoloflöte und hat nun eigens für die Schulband Bassgitarre gelernt. Außerdem singt sie im Schulchor und geht einmal pro Woche zum Reiten. In der Schule mag sie Latein nicht so gerne, ist dafür aber fit in Mathe und Physik.
Geheimnis bewahrt
Wem die Ehre zuteil wird, in die Rolle des Christkindes zu schlüpfen, das ist bis zum Moment des Prologes bei der Eröffnung des Marktes am Spitalplatz ein bestens gehütetes Geheimnis. Die Nachricht, dass das Los auf sie gefallen ist, erreichte sie etwa vier Wochen zuvor per Post aus dem Rathaus. Bald darauf bekam sie die Texte und Termine, es folgte eine Sprechprobe und die Ausgabe des Gewandes. Das sei schon schwierig gewesen, das alles geheim zu halten, bestätigt Eva. Vor allem, weil Freunde, die von der Bewerbung wussten, ständig nachfragten und am Schluss fast schon sauer waren, weil Eva kein Sterbenswörtchen über die Lippen kam. Nicht einmal ihre Schwestern Marie (15) und Anna (12) waren eingeweiht. Naja, Papa Markus habe sich irgendwann verplappert, erzählt Eva mit gespielter Verärgerung.
Um auch während der Aufbauarbeiten zum Christkindelsmarkt nicht ertappt zu werden, brachten Mutter und Tochter das Christkindlgewand am Donnerstag vor dem Markt zur Seilerei Throner. Traditionell zieht sich das Christkind mit den Engeln dort vor seinem Auftritt um. Und auch zum Aufwärmen durfte Eva mit ihren Begleiterinnen, den Grundschülerinnen Lisa Drexler und Eva Kirchberger (beide 9), immer wieder in die warme Stube von Gisela Throner kommen, die die Mädchen mit Getränken und sogar warmen Wollsocken versorgte. Obwohl sie drei Schichten unter dem Kleid trug, wurde es Eva im Laufe des Tages doch zeitweise etwas kalt. „Das war Gold wert, dass man sich zwischendurch aufwärmen konnte“, ist sie froh.
Am Markttag besuchte das Christkind gemeinsam mit dem Bürgermeister jeden Stand, machte ein Foto und wünschte gutes Gelingen. Für die Kinder gab es außerdem die Möglichkeit, sich in einer Selfiebox mit dem Christkind zusammen fotografieren zu lassen und auch den eigenen Wunschzettel abzugeben. Letzteres wurde allerdings nicht so genutzt, da die Aktion heuer erstmals stattgefunden hat, vermutet Eva Babl. Gemeinsam mit Nikolaus, Krampus und Engerln verteilte sie außerdem Adventskalender an die Kinder. So erlebte Eva einen rundum schönen Tag. „Dass viele aus meiner Klasse dagewesen sind, das war schon cool“, erinnert sie sich. Und die seien alle überrascht gewesen, Eva als Christkind zu treffen.


