„Akuter Bedarf“: In Neumarkt fehlen 45 Krippenplätze – darum muss eine neue Kita her

Vor allem künftige Eltern werden davon profitieren: Neumarkt baut eine neue Kita in der Nähe des Volksfestplatzes an der Rotbuchenstraße. Doch genau diese Straße ist ein Problem.
Die neue Kita ist dringend nötig, wie Verwaltungsdirektor Linus Sklenarz in der Sitzung des Stadtrats ausführte. Denn: In der Stadt fehlen aktuell 45 Krippenplätze, der Bedarf sei „akut“. 30 davon würden zwar mit einer Zwischenlösung abgefangen, ein Dauerzustand könne das aber nicht sein – zumal nicht damit zu rechnen sei, dass sich am Bedarf so schnell etwas ändert. Eigentlich, so Sklenarz, bräuchte man zwei Einrichtungen dieser Größenordnung.
Krippe im Erdgeschoss, Kindergarten im ersten Stock
Wie die Kita aussehen könnte, stellte Andreas Schmid, Geschäftsführer von Berschneider + Berschneider Architekten, vor. Demzufolge könnte das Gebäude in Holzmodulbauweise entstehen. Im Erdgeschoss könnte eine viergruppige Kinderkrippe untergebracht werden, im ersten Stock ein Kindergarten mit drei Gruppen. Da bereits viele Bäume existieren, soll das Gebäude sich zum Grün hin orientieren und nach Osten hell und offen, nach Westen möglichst geschlossen gestaltet werden – wegen der Sonne und weil dort die Straße verläuft. Jedes Geschoss hätte etwa 500 Quadratmeter Nutzfläche.
Wenn im Frühjahr das Vergabeverfahren startet, könnte die Kita im Herbst 2026 fertig sein, so Schmid. Vorstellbar sei auch, nur eine Kinderkrippe zu bauen und eventuell später einen Kindergarten aufzustocken. Sollte die Stadt das Gebäude gleich komplett bauen, würde es 7,9 Millionen Euro kosten. Für die Kinderkrippe alleine wären es 4,9 Millionen.
Problem an der Geschichte: Für den Bau der Kita muss die Rotbuchenstraße zwischen der Woffenbacher Straße und dem DJK-Sportheim um etwa 15 Meter in Richtung der Anwohner verschoben werden – und zwar „an die Stelle, wo sie im Bebauungsplan etwa vorgesehen ist“, wie Stadtbaumeister Matthias Seemann erklärte.
Rotbuchenstraße rückt näher an Anwohner heran
Denn: Die Straße befinde sich jetzt an einer Stelle, an der sie „nie vorgesehen war“. Dass Anwohner womöglich „im ersten Moment nicht begeistert sind“, dass die Straße näher rücke, sei klar, „aber es ist nicht so, dass wir ihnen eine Riesenhauptverkehrsstraße vor die Tür setzen“. Man werde auf jeden Fall mit den Anwohnern darüber reden, Fakt sei aber: „Wir brauchen die Straße.“
Ferdinand Ernst (CSU) hakte nach, ob sichergestellt sei, dass die Anlieger für diese Straße nichts bezahlen müssten, da das unverhältnismäßig wäre. Seemann erklärte, dass nach Auskunft des zuständigen Amts keine neuen Erschließungsbeiträge veranlagt werden könnten. „Auf die Anwohner kommen keine Kosten zu.“
Während Dieter Ries (FLitZ) Szenarien mit möglicherweise langwierigen Prozessen entwarf, beruhigte Günther Stagat (SPD). Er habe bereits mit Anwohnern gesprochen, „die sehen das eigentlich sehr erfreulich“.
Kinderbetreuung in Neumarkt:
Einrichtungen: Aktuell gibt es in der Stadt 25 Kitas mit insgesamt 1739 Plätzen. 276 davon sind Krippenplätze. Außerdem gibt es für Kleinkinder zwölf Plätze im „Storchennest“ und 15 in der „Mini-Kita“.
Zwischenlösungen: Zwölf Interimsplätze wurden im Donauer Kinderhaus, 15 im ehemaligen Begegnungszentrum in Altenhof („Kleine Frösche“), betrieben durch das BRK, eingerichtet. Aktuell werden laut Stadt 30 Krippenplätze in der Wirtschaftsschule am Theo-Betz-Platz eingerichtet, Träger wird das evangelische Dekanat sein. Eine Interimseinrichtung wird laut Verwaltungsdirektor Sklenarz aber nur genehmigt, wenn eine dauerhafte Einrichtung „in näherer Zukunft in Aussicht gestellt wird“.
Wolfstein: Die Kita Wolfstein mit sechs Gruppen – drei davon sind für Krippenkinder – wird voraussichtlich im September 2024 ihren Betrieb aufnehmen. Die aktuell eingerichtete Interimslösung mit insgesamt vier Gruppen müsste aber weiter betrieben werden, so Sklenarz.