Stadtpark Neumarkt: Es gibt neue Pläne – und die werden teurer

Läuft alles nach Plan, ist der neue Stadtpark Ende 2024 fertig – vor allem im Bereich des Kinderspielplatzes gibt es einige Änderungen. Es kommt etwas zurück, was viele Neumarkter aus ihrer Kindheit kennen.
Die Planänderungen haben allerdings Auswirkungen auf die Kosten: Der Eigenanteil für die Stadt wird bei 2,38 Millionen Euro liegen – insgesamt kostet die Umgestaltung dann 6,8 Millionen Euro. Den Änderungen und Kostensteigerungen stimmte der Stadtrat am Dienstagabend mit einer Gegenstimme zu.
Eigentlich hatte sich vor allem die CSU ja immer für einen Kostendeckel von zwei Millionen für die Stadt ausgesprochen – der neue CSU-Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn betonte aber nun, dass klar gewesen sei, dass man keine Punktlandung werde hinlegen können. Die Umplanung sei sinnvoll und eine „sehr gute Lösung“. Und auch von seinem frisch gewählten Stellvertreter Marco Gmelch (CSU) kamen keine Einwände mehr.
In die Änderungen eingearbeitet wurden Vorschläge von Kindern. Alle Grundschulen und Kindergärten der Stadt waren aufgefordert worden, Gestaltungsvorschläge einzubringen – etwa 50 Prozent lieferten Ideen, wie Michael Grünewald vom Team Lex Kerfers Landschaftsarchitekten sagte.
Hängematten, WLAN und Boule-Bahn im Blauen Tal
Neu dazu kommen eine Sechser-Schaukel und Bodentrampoline sowie Möglichkeiten für Slacklines. Der gesamte Spielbereich soll inklusiver und barrierefreier gestaltet werden. Der Kleinkinder-Spielbereich unter den Bäumen wird um ein Tipi und Hängematten ergänzt. Bis auf die Seilbahn, die man aus Platzgründen nicht untergebracht habe, und das Piratenschiff seien „eigentlich alle“ Vorschläge eingearbeitet worden, so Grünewald. Außerdem sollen auf Anregung von Jugendlichen zwei WLAN-Hotspots geschaffen werden.
Änderungen gibt es außerdem im „Blauen Tal“ im Norden: Dort ist aktuell bereits die Boule-Bahn im Bau – diese könnte schon im Frühjahr fertig sein. Außerdem soll der zweite Wunsch aus der Bürgerbeteiligung verwirklicht werden: eine zehn Meter lange Hangrutsche, wie es sie früher an dieser Stelle gab. Aufgestellt werden soll auch eine Schautafel, auf der man sehen kann, wie die historische Mühlstraße früher aussah. Dort könnte auf einer Platte ein Abdruck der Straße gezeigt werden.
Diskussion um Bäume im Stadtpark
Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger störte sich erneut daran, dass es direkt am Spielplatz zu wenig Bäume gebe – hier müssten große Bäume gepflanzt werden. „Wer soll denn mit Kindern auf einen Spielplatz gehen, wenn es da keine Bäume gibt?“, fragte sie.
Werner Schütt, Leiter des Umweltamts, erklärte, dass es im Umfeld zahlreiche Bäume gebe, besonders im Kleinkinder-Spielbereich. In der Tat sollten dort keine kleinen, sondern große Bäume aus städtischem Bestand gepflanzt werden. „Wir nehmen das ernst mit der Beschattung.“ Jedoch seien auch lichte Bereiche wichtig, der Spielplatz solle ja das ganze Jahr über benutzt werden. Insgesamt sollen 26 neue Bäume gepflanzt werden.
Dass es genügend Grün gibt, der Stadtpark in Teilen „fast waldartig“ sei, ergänzte Umweltreferent und Förster Werner Thumann, der von einem „ganz großen Wurf“ sprach, der „alle begeistern“ werde. Ähnlich sah das Pedra Wittmann. Dass der neue Stadtpark kein Schnäppchen werde, sei klar gewesen, er sei aber „unglaublich wichtig“. Gerade bei Tiefbaumaßnahmen werde nicht groß nachgefragt, wenn etwas teurer werde „und hier wird jeder Pfennig umgedreht. Da schäme ich mich manchmal gegenüber den Leuten.“ Den schleppenden Baufortschritt kritisierte neben Thumann auch Ferdinand Ernst.
Schlussendlich störte sich an den gestiegenen Kosten für Spielgeräte und Baumschutz nur noch Günther Stagat (SPD), der dann auch gegen die Neuplanung und Kostenmehrung stimmte.