Gruppe aus Bad Kötzting erstellt seit Jahren Weihnachtsdeko für die Obdachlosenhilfe

Tannenzapfen und Nadelbaumzweige, Hutschachteln, kleine Figuren, Geweihteile oder Weihnachtskugeln – Hildegard Dettweiler und ihre Mitstreiterinnen vom ökumenischen Helferkreis Menschen in Not in Bad Kötzting basteln aus kleinen Einzelteilen weihnachtliche Deko-Gestelle.
Seit über zwei Jahrzehnten verkauft die Gruppe um Dettweiler Selbstgemachtes und ausgewählte Second-Hand-Fundstücke auf Flohmärkten, auf dem Klostermarkt Neukirchen und teilweise bei Elektro Vogel in Bad Kötzting. Den Erlös spenden sie. Diesen Advent soll der Regensburger Strohhalm-Verein zur Unterstützung Obdachloser und hilfsbedürftiger Menschen bedacht werden.
Über 200 Euro gesammelt
Dafür hat Dettweiler Anfang des Monats mit ihren Freundinnen aus dem ökumenischen Helferkreis, Katharina Gogolin, Hannelore Graf und Rosi Dorner, zwei Tage an den Adventsdekorationen gebastelt. Rund 25 Gestelle sind dabei entstanden. Die Materialien dafür haben sie in den Vormonaten zusammengesammelt, wie zum Beispiel die Hutschachteln, die von einer Hausauflösung stammen. Seit Mitte November stehen sie nun bei Elektro Vogel in der Marktstraße zum Verkauf. Mehr als die Hälfte sind bereits verkauft. Über 200 Euro hat die Gruppe damit bisher eingenommen. Sobald alles verkauft ist, will Dettweiler das Geld an den Strohhalm-Verein aus Regensburg überweisen. „Man kommt auch mal unverschuldet in die Obdachlosigkeit, keiner sucht sich das einfach aus“, sagt Dettweiler.
Bei dem Verein bekommen Bedürftige für einen Obolus warme Mahlzeiten, sie können sich an der Kleiderkammer bedienen, Wäsche waschen, und ein Arzt kümmert sich ehrenamtlich um gesundheitliche Probleme. Bei einem Besuch in der Domstadt wurde Dettweiler auf den Verein aufmerksam. „Mich hat die Freundlichkeit der Menschen berührt. Es gibt dieses Image, dass Obdachlose ständig betrunken sind, aber das sind wirklich nette, liebenswerte Menschen“, sagt sie.
In der Vergangenheit gingen die Einnahmen an die verschiedensten Projekte – das Kinderhaus in Bethlehem, das Jugendzentrum in Bad Kötzting oder Frauenprojekte in Madagaskar sind nur einige Beispiele. Eines steht für Dettweiler bei ihrer Arbeit fest: „Alleine schafft man das nicht, da richtet man nichts aus.“ 1998 habe sie die Idee von Siglinde Becker übernommen. In einem blauen Notizbuch dokumentiert sie seitdem ihre Arbeit und die Einnahmen. In ihren Hochzeiten habe die Gruppe rund 10000 Euro im Jahr eingenommen.
Personal und Material knapp
Mittlerweile ist Dettweiler über 70 Jahre alt und viele Unterstützer des Helferkreises sind gestorben. Sie steuerten zu den Dekostücken Handwerkskunst wie Gehäkeltes, Gedrechseltes und Genähtes zum Verkauf bei. Nun fehle aber Verkaufsmaterial und ebenso Helfer. Anders als in den vergangenen Jahren werden Dettweiler und ihre Mitstreiterinnen deswegen keinen Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt in der Stadt an den Adventswochenenden haben. „Für vier Tage braucht man viel Personal und natürlich auch viel Material, das ist schwierig wenn man über 70 ist“, sagt Dettweiler. „Aber vielleicht gibt es ja mal einen Freundeskreis, der gerne bastelt“, sagt sie. Aufhören möchte Dettweiler aber noch nicht: Im kommenden Jahr will die Gruppe wieder auf dem Klostermarkt Neukirchen sowie einigen Flohmärkten in der Region Gebrauchtes und Gebasteltes verkaufen.

