Fast 12 Millionen sollen für die Mensa in Sengenthal investiert werden

Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag hat das Planungsbüro Dömges Architekten die Planung und Kostenschätzung für einen Bürgersaal in Sengenthal vorgestellt. Auf knapp zwölf Millionen Euro belaufen sich demnach die Investitionen für Mensa, Großküche und Tiefgarage. Es gab viele Details zum Aufbau des neuen Gebäudes.
Die überarbeitete und verfeinerte Planung der Dömges Architekten nennt konkrete Zahlen und einen Zeitplan für den Bau. An Zuschüssen sind demnach 2,5 Millionen Euro zu erwarten. Kämmerer Christoph Winkelbauer von der VG Neumarkt legte dazu den Finanzierungsplan der Gemeinde vor. Er selbst ging von Gesamtbaukosten inklusive Baunebenkosten von 15 Millionen Euro aus.
Kämmerer Winkelbauer: „Neubau ist finanziell umsetzbar“
Danach finanziert die Gemeinde ihren Eigenanteil durch die Millionen-Überschüsse aus den Haushaltsjahren 2024 bis 2027, durch Entnahmen aus der allgemeinen Rücklage (2024 zwei Millionen und 2029 3,5 Millionen) sowie ab 2029 durch ein Bauspardarlehen. Sein Fazit: „Nach differenzierter Betrachtung der Gesamtumstände ist der Neubau einer Mensa nach den vorgestellten Planungen für die Gemeinde finanziell umsetzbar.“
Laut Andreas Münzhuber vom Planungsbüro Dömges entstehen in der Tiefgarage 56 Stellplätze, Ladestationen für E-Autos, Technikräume, Hausanschlüsse und eine Trafostation. Zwei Treppenhäuser und ein Aufzug verbinden die Geschosse. Die Zufahrt erfolgt mittels Rampe. Eine weitere Rampe dient der Anlieferung für die Küche im Erdgeschoss. Wenige Treppen führen vom Hirtenweg zum Haupteingang des Gebäudes.
So wird das Erdgeschoss aussehen
Im Erdgeschoss befinden sich laut Plan auf der dem Schulhof zugewandten Seite die Räume für die Ganztagsbetreuung, ein Raum mit höhenverstellbarer Bühne, die Mensa mit 90 bis 120 Sitzplätzen und der Eingangsbereich, der auch als Freispiel- und Bewegungsfläche genutzt werden kann. Zwei mobile Trennwände ermöglichen die vielfältige Nutzung der Räume.
Auf der Wohnbebauung zugewandten Längsseite befinden sich der Raum für die Anlieferung, die Küche mit Essensausgabe und Geschirrrückgabe, Spülraum, Kühlräume, Trocken- und Materiallager, Catering, Möbellager, Büro, Garderobe und die sanitären Anlagen.
Die Planungen für das Obergeschoss
Im Obergeschoss finden sich Gruppen- und Differenzierungsräume, Bibliothek, eine Teeküche, der Personalraum für Küche und Mittagsbetreuung, Lagerräume und sanitäre Anlagen für die Kinder und fürs Personal sowie WCs für Damen und Herren für Veranstaltungen.
Das Gebäude ist 32,50 Meter lang und eine Breite von 25,60 Meter breit. Der zweigeschossige Küchentrakt erfolgt in Beton-Hybrid Bauweise, der Mensabereich in Holzmassivbau, wobei hier auch viel Glas verbaut wird. Die Räume können im Bedarfsfall abgedunkelt werden. Die Lüftungsgeräte und die Heizung werden auf dem Dach montiert und eingehaust, ebenso die Photovoltaikanlage.
Wärmepumpe auf dem Dach
Michael Freihart vom Planungsbüro Hubert und Freihart informierte, dass die Warmwasserbereitung dezentral durch Elektro-Durchlauferhitzer erfolge. Geplant seien ein Fettabscheider und eine Hebeanlage für Abwasser im Untergeschoss. Als Heizung plädierte er aus wirtschaftlichen Gründen für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auf dem Dach. In Erwägung gezogen habe man auch eine Wärmepumpe mittels Erdsonden. Das bestehende Heizwerk sei von der Leistung her nicht für die Mensa-Gebäude aufrüstbar, hieß es.
Laut Andreas Arzenheimer ist für die Stromversorgung des Gebäudes eine eigene Trafostation nötig, besteht doch ein Leistungsbedarf von 350 kW. Auf dem Dach sei eine Photovoltaikanlage mit insgesamt 55 kWp geplant sowie Batteriespeicher. Der erzeugte Strom soll dem Mensa-Gebäude und der Schule zugute kommen, was zu mehr Autarkie führe.
Nach Mitteilung der Regierung der Oberpfalz ist eine Nutzung der Räume für Veranstaltungen nach Ende der Ganztagsbetreuung selbstverständlich möglich. Gut geheißen wurde, dass in der Küche täglich frisch und mit regionalen Produkten gekocht werden soll.
Details zu Kosten und Zeitplan:
Kosten: Die Gesamtinvestitionen betragen 11,9 Millionen Euro, die zu erwartenden Zuschüsse 2,5 Millionen. Eine Förderung gibt es für die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen, von der Städtebauförderung, aus FAG- Fördermittel und durch die Förderung für Holzbauweise.
Bauabschnitt 1: Bau der Mensa, Großküche und Tiefgarage – Ende Juni 2024 ist Einreichung des Förderantrags bei der Regierung, im September 2024 Einreichung des Bauantrags geplant. Im Frühjahr 2025 ist Baubeginn und im Dezember 2026 soll das Gebäude in Betrieb gehen.
Bauabschnitt 2: Für die Jahre 2027 bis 2028 ist die Planung und der Bau der Außensportanlagen für die Schule (Kosten 500000 Euro) vorgesehen.
Lob für die Planung und weiter generelle Kritik am Vorhaben
Bei der Aussprache wurde die detaillierte Planung vielfach gelobt. Einige Räte fragten sich aber, ob eine Tiefgarage, eine so große Mensa und Küche überhaupt gebraucht würden und ob man sich diese Investition überhaupt leisten könne. Thomas Vögerl und andere Räte waren der Meinung, dass jetzt nachdem die Kosten feststünden, die Bürger zu diesem Vorhaben befragt werden sollten. Weiter erklärten Räte, dass sie die bei der Sitzung gezeigten Präsentationen einschließlich der Kostenberechnung gerne früher gehabt hätten. „Es geht um viel Geld“, meinten Günter Seitz und Martin Panzer. Bürgermeister Werner Brandenburger sagte: „Die gesetzlich vorgeschriebene Ganztagsbetreuung zwingt uns zum Handeln. Dazu braucht es entsprechende Räume und eine leistungsfähige Küche. Auch ist die Notwendigkeit einer Tiefgarage gegeben.“
Entscheidung vertagt
Da sich sich die Hälfte des Gremiums noch eine Bedenkzeit wünschte, wird der Gemeinderat bei der Sitzung am kommenden Dienstag eine Entscheidung über das weitere Vorgehen in Sachen Mensa treffen.