„Ausgesperrt“: Vertreter von Orgelverein und Kirche in Kelheim trafen sich vor Gericht

Von Beate Weigert · 29. November 2023 um 19:00

Im Fall des Kelheimer Orgelmuseums saßen sich nun Vertreter von neuer Vereinsführung und Kirche vor dem Landgericht Regensburg gegenüber. Das kam heraus und das sagen beide Seiten zum Ergebnis.

Vor zwei Wochen ließ Christian Hopfner, der neue Vorsitzende des Fördervereins Orgelmuseum, am Landgericht über einen Anwalt Antrag auf „einstweilige Verfügung“ stellen, weil man sich von der Franziskanerkirche „ausgesperrt“ sah.

Wie Landgerichtssprecherin Ruth Koller auf Nachfrage mitteilt, wurde nun der Sachverhalt in mündlicher Verhandlung vor der Zivilkammer geklärt. Dabei schlossen beide Parteien einen Vergleich.

Termin zur Schlüsselübergabe festgelegt

Laut Vereins-Vorsitzendem Christian Hopfner wurde so das Ziel erreicht, dass die Vereinsmitglieder (wieder) Zugang zum Museum, zu Unterlagen und Orgeln, erhalten. Für Anfang kommender Woche sei ein Termin festgelegt. An dem er einen Zugangschip erhalten soll. Bis dahin sollen auch die beiden gesperrten Schlüssel von Museumswartin und Kassierin wieder aktiviert sein. Hopfner ist froh, dass er nun im Museum archivierte Unterlagen sichten und sich „schlau machen“ kann. Auch über den Zustand der Orgeln, wie er sagt.

Hopfner sieht vom Gericht bestätigt, dass der Verein „ungerechtfertigt ausgesperrt“ worden war. Als „Zeichen des guten Willens“ habe man zugestimmt, zehn Prozent der Verfahrenskosten zu tragen.

Diözese Regensburg: „Gang zum Gericht war überflüssig“

Die Diözese, die für Kirchenstiftung und Pfarrer spricht, wertet ihrerseits den Vergleich „positiv, da sich die Kirchenstiftung nie einem konstruktiven Miteinander verwehrt hat und offen für eine Kooperation über die nächsten Jahre hinaus ist“, heißt es von der Pressestelle aus Regensburg. „Der Gang zum Gericht war aus Sicht der Pfarrkirchenstiftung überflüssig, war aber wohl der Ungeduld des ersten Vorsitzenden geschuldet, die Abklärung einer Schlüsselübergabe mit dem Kirchenpfleger nicht abzuwarten.“

„Terminliche Schwierigkeiten“

Der Zugang zu den Räumlichkeiten des Orgelvereins „wurde bzw. wird nicht verweigert“. Aufgrund „terminlicher Schwierigkeiten wie den kirchlichen Feiertagen Allerheiligen, Allerseelen, Urlaub des Kirchenpflegers war das nicht früher möglich“, teilt die Diözesan-Pressestelle mit. Das sei auch „via Mail, Telefon oder im persönlichem Gespräch mitgeteilt, aber vom neuen Vorsitzenden nicht akzeptiert worden“. Eine eidesstattliche Versicherung des Kirchenpflegers sei dazu in der mündlichen Anhörung eingereicht worden.

Warum auch bereits bestehende Schlüssel deaktiviert worden waren, darauf geht die Pressestelle in ihrer Antwort nicht ein. Bei dem Gerichtstermin seien auch „offene Themen wie Brandschutz oder eine notwendig abzuschließende Nutzungsvereinbarung“ angesprochen worden, heißt es weiter.

Pfarrer Reinhard Röhrner stehe „in seiner Eigenschaft als Kirchenverwaltungsvorstand als Eigentümer der Franziskanerkirche, einem geweihten, liturgischen Raum, in letztverantwortlicher Haftung und hat dafür Sorge zu tragen, dass das Abhalten weiterer Konzerte durch den Orgelverein oder auch des Museumsbetriebs wegen der nur dafür notwendigen fehlenden Brandmeldeanlage von Behörden ausdrücklich verboten ist“. Generell stehe die Kirchenstiftung „hinter einem Orgelmuseum in Kelheim, Pfarrer, wie auch Kirchenpfleger sind Mitglieder des Orgelvereins“.

Wie künftig das Abarbeiten zahlreicher Hausaufgaben läuft, werde sich zeigen, so Hopfner. Auch er findet: „Das Verfahren hätte es nicht gebraucht.“