Der Räumdienst der Sana Kliniken kommt nicht, dann rettet die Feuerwehr Cham eine Patientin

Von Johannes Schiedermeier · 28. November 2023 um 17:32

Die Chamer Feuerwehr beschwert sich massiv über einen Einsatz. Genau gesagt ist es Einsatz Nummer 268 in diesem Jahr, der das Fass zum Überlaufen bringt. Am Samstag hatte ab 17 Uhr Eisregen eingesetzt und begonnen, Autos mit einem Panzer zu überziehen. Um 0.20 Uhr gibt es Alarm, weil der Hubschrauberlandeplatz bei den Sana Kliniken nicht geräumt ist und eine Patientin mit Gehirnschlag nicht dorthin gebracht werden kann.

Das Ehrenamt der Chamer Feuerwehr macht sich auf den Weg, weil der Regensburger Rettungshubschrauber dort bereits gelandet ist und auf den Patienten wartet. Der kann aber nicht gebracht werden, weil sein Transport auf der Trage oder mit dem Rettungswagen zu gefährlich ist. „Zufahrt und Landeplatz selbst sind spiegelglatt“, berichten die zwölf Einsatzkräfte, die zunächst drei Fahrzeuge mit Streusalz und Räumgerät beladen haben und dann zum Einsatzort ausgerückt sind.

Schon bei diesen Fahrten haben sie viel riskiert für einen Einsatz, den sie zwar für den Patienten gerne gemacht haben, dessen Sinn ihnen aber unverständlich bleibt. So steht es auch in dem Einsatzbericht von Kommandant Markus Reittinger.

Sana Kliniken bestätigen: Räumdienst war nicht erreichbar

Auch die Sana Kliniken, die unsere Zeitung um eine Erklärung gebeten haben, können da nicht viel beitragen. Sie bestätigen, dass der beauftragte Räumdienst seinen Job nicht gemacht hat. Sprecherin Constanze Kumpf: „In der Nacht zum Sonntag musste eine Patientin mit einer Hirnblutung dringend verlegt werden. Obgleich wegen der Wetterverhältnisse eine vorsorgliche Reinigung und Streuung geboten war, war zum Verlegungszeitpunkt die Zuwegung nicht sicher befahrbar. Zudem war eine Alarmierung der beauftragten Firma mehrmals nicht möglich.“

„Unser Nachtdienst hat daher die Helfer in der Not, unsere Chamer Feuerwehr, alarmiert. Wir danken allen Ehrenamtlichen der Feuerwehr dafür, dass sie an der Rettung der Patientin mitgewirkt haben.“ sagt Thomas Koch, Geschäftsführer der Klinik.

Firma sonst zuverlässig

Die Pressesprecherin geht davon aus, dass es sich bei dem Problem um einen Einzelfall handelt. Die externe Firma sei bisher sehr zuverlässig gewesen, und es sei eine 24-Stunden-Rufbereitschaft vereinbart und Priorität 1 für den Hubschrauber-Landeplatz.

Die Klinikleitung sichert zu, dass man den Einzelfall aufarbeiten werde und den Räumdienst auf seinen Vertrag hingewiesen habe. Die Alarmierung der Feuerwehr durch den Nachtdienst der Klinik sei aufgrund der Notsituation absolut notwendig gewesen, weil der Klinik Patienten und Mitarbeiter sehr am Herzen lägen.