Staus an der Burger King-Kreuzung in Cham sorgen für Ärger bei Autofahrern

Lange Autoschlangen, Hupkonzerte und wild gestikulierende Fahrer hinter den Lenkrädern gehören auf den Straßen im Chamer Süden fast schon zum Alltag. Vor allem an der sogenannten „Burger-King-Kreuzung“, an der die Rodinger Straße und der Mittelweg jeweils in die Werner von Siemens-Straße münden, kommt es trotz Ampelanlage während des Berufsverkehrs regelmäßig zu langen Staus. Dies hat 2019 bereits eine Leserumfrage unserer Zeitung verdeutlicht.
Ein Selbstexperiment beweist, was viele Autofahrer aus dem Umland in lokalen Foren in den sozialen Netzwerken bemängeln. Gerade in den Abendstunden gleicht die Kreuzung einer Blechlawine, bei der ein Vorwärtskommen nur sehr zögerlich möglich ist. Den Grund sehen dafür viele im nur 300 Meter entfernten Kreisverkehr am Taschinger Berg, der mitunter die Abfahrt zur B85 in Richtung Furth im Wald und Weiden ermöglicht.
Grünphase bleibt ungenutzt
Auch vor Ort lässt sich beobachten, dass der Verkehr auf der Werner von Siemens-Straße in Richtung des Kreisverkehrs nur schleppend vorwärts kommt und zudem den Querverkehr aus der Rodinger Straße und dem Mittelweg blockiert. So ist es Autofahrern, die aus den beiden einmündenden Straßen kommen, bei großem Verkehrsaufkommen nicht möglich, die grüne Ampelphase zu nutzen. Wer beispielsweise aus der Rodinger Straße kommt und auf sein Grün besteht, riskiert mitten in der Kreuzung zum Stehen zu kommen und den Verkehr auf der Hauptstraße zu blockieren.
Als Sorgenkind ist die „Burger King-Kreuzung“ auch dem zuständigen Straßenbauamt in Regensburg bereits bekannt. Wie Leiter Richard Bosl auf Anfrage mitteilt, sei die stark frequentierte Stelle in den vergangenen Jahren immer wieder aufgefallen.
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In den Unfallzahlen ist die hohe Verkehrsbelastung hingegen nicht sichtbar. Wie Christian Hiergeist von der Polizeiinspektion Cham mitteilt, haben sich bis Ende Oktober in den vergangenen drei Jahren jeweils nur drei Unfälle ereignet, bei denen Personen verletzt wurden. Selbst seit dem angestiegenen Verkehr durch die benachbarten Baustellen sind die Unfälle also nicht mehr geworden, so Hiergeist.
Laut Bosl gilt die Werner von Siemens-Straße mit rund 20000 passierenden Fahrzeugen pro Tag nicht nur als eine der am stärksten frequentierten Staatstraßen im Landkreis Cham, sondern in ganz Bayern. Was nicht nur Bosl sondern auch viele Autofahrer vermuten, ist ein Zusammenhang mit der rund einen Kilometer entfernten Baustelle stadteinwärts an der Brücke über den Quadfeldmühlbach.
Für den Abteilungsleiter ist es durchaus denkbar, dass diese den Verkehr auf Höhe der Fast-Food-Restaurants in Mitleidenschaft zieht. „Es ist sehr wahrscheinlich dass durch die Sperrung der parallel zur Werner von Siemens-Straße verlaufenden Janahofer Ortsstraße, viele Autofahrer mit Fahrtziel Stadtmitte im Mittelweg aufschlagen“, erklärt er sich das erhöhte Verkehrsaufkommen an der Ampelkreuzung.
Detaillierte Prüfung nötig
Ob ein Kreisverkehr an dieser Stelle konkret geeignet ist, lässt sich pauschal nicht beurteilen, sagt Bosl. Die müsse man erst im Detail prüfen. „Grundsätzlich ist ein Kreisverkehr immer eine denkbare Lösung für Knotenpunkte, allerdings kein Allheilmittel und nicht an jeder Kreuzung geeignet“, so Bosl.
Auch ob und wie sich die Ampelkreuzung und der Kreisverkehr am Taschinger Berg gegenseitig beeinflussen, müsste laut Bosl erst einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Dass die insgesamt hohe Verkehrsbelastung zu Spitzenstunden zu Stauungen an beiden Knotenpunkten führt, bestätigt auch er. Insgesamt müsse man abwarten, ob sich die Lage nach der Fertigstellung der Quadfeldmühlbachbrücke wieder beruhigt.
Ergebnis der Leserumfrage im Jahr 2019:
Zur Burger King-Kreuzung schrieben unsere Leser, dass es in den Stoßzeiten auf der Rodinger Straße zu Staus bis Höhe Kaufland komme. Zudem sei auf dem Weg von Roding über die Umgehung Richtung Willmering die Abfahrt vom Kreisel auf die Umgehung meist dicht.
Am Kreisverkehr aus Richtung Straubing, nur 300 Meter von der Ampelkreuzung Cham-Süd entfernt, beginnt aus der Sicht der Leser also bereits das Chaos. Auch dort staut es sich im Berufsverkehrt, etwa auf der Abfahrt zur B20 in Richtung Furth im Wald bis zur Abzweigung zu Aldi.
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