„Geister-Parkhaus“ am Regensburger Tech-Campus: Die Nutzungsquote steigt

Von Rainer Wendl · 28. November 2023 um 15:00

Mit einer „vollkommen lächerlichen“ Nutzungsquote machte im Sommer das neue Parkhaus am Regensburger Tech-Campus Schlagzeilen. Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

Das Wichtigste zuerst: Die Nutzungsquote des mittlerweile ein Jahr alten Parkhauses an der TechBase auf dem Galgenberg ist nicht mehr ganz so geisterhaft wie im Sommer. „Wir können eine deutliche Steigerung der Parkvorgänge feststellen. Ebenso erfreulich ist die sich steigernde Zahl an Dauerparkverträgen“, berichtet Martin Gottschalk, Sprecher vom Stadtwerk Regensburg.

Das städtische Tochterunternehmen hatte das 377 Stellplätze bietende und 7,3 Millionen Euro teure Gebäude im Vertrauen darauf errichtet, dass es der längst noch nicht fertig ausgebaute Technologie-Campus dereinst bitter nötig haben wird. Unmittelbar nach der Eröffnung war der Run auf das Parkhaus jedoch arg überschaubar.

Neuer Bestwert im Oktober für Parkhaus am Tech-Campus

Wie eine Anfrage des Grünen-Stadtrats Stefan Christoph im Sommer ans Licht brachte, war die Nachfrage im Mai mit rund 400 Parkvorgängen noch am besten – im gesamten Monat. Christoph rechnete dies herunter und kam auf eine „vollkommen lächerliche“ Frequenz von 13 bis 14 Parkvorgängen täglich. „Eine riesige Steuergeldverschwendung“, zürnte der Stadtrat. Organisationen wie der Bürgerverein Süd-Ost, ADFC, VCD und Altstadtfreunde, die das Parkhaus schon vor dem Bau als überflüssig bezeichnet hatten, sahen sich bestätigt.

Mittlerweile stellt sich die Lage ein wenig anders dar. Im Ferienmonat August sank die Nutzung zwar nochmals auf einen Tiefpunkt (163 Parkvorgänge), doch im Oktober lag der Wert bei 787. Hinzu kommen 34 Dauerparkverträge.

Auch diese deutlich verbesserten Zahlen lassen noch reichlich Luft nach oben, aber die Richtung stimmt. Beim Stadtwerk ist man jedenfalls zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend anhält. Ein Mosaikstein dazu soll die im Frühjahr 2024 in Betrieb gehende Ladeinfrastruktur für Elektroautos sein.

Regensburger Parkhaus als Park & Ride-Standort beworben

Zudem wird das Parkhaus laut Gottschalk dauerhaft beworben, zur Zeit auch verstärkt als Park & Ride-Standort zum weihnachtlichen Einkaufsbummel in der Innenstadt. Die entsprechenden Hinweise seien sowohl im unternehmenseigenen Kundenmagazin, durch Plakate vor Ort sowie über die Online-Kanäle von Stadtwerk und Stadt platziert worden.

Die wichtigste Maßnahme aber ist die Unterbindung des „wilden“ Parkens am Tech-Campus – quasi um mehr Autofahrer ins Parkhaus zu zwingen. „Mir ist es wirklich ein Rätsel, warum die Stadt das ein Dreivierteljahr lang verschlafen hat“, regte sich Stadtrat Christoph bereits im Sommer auf. Erst Ende September wurde die Stadt durch die Einrichtung von eingeschränkten Halteverboten tätig.

In der Franz-Mayer-Straße allerdings scheint die Beschilderung nicht eindeutig gewesen zu sein. So spricht der dort arbeitende Software-Entwickler Werner Thumann von einer „Parkfalle“, in die er selbst auch zweimal getappt ist.

Das hat ihn 65 Euro gekostet und nicht nur deshalb sehr geärgert. „Man musste auf die Suche nach dem Schild gehen, das für die Parkposition relevant ist. Und das ist laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2016 unzulässig“, sagt Thumann, der dies auch der Stadt mitgeteilt hat.

Zusätzliches Schild nötig

Dort hat man mittlerweile mit einem zusätzlichen Schild reagiert. „Da der Beginn des Haltverbots von einigen Verkehrsteilnehmern nicht wahrgenommen wurde, wurde in der zweiten Novemberwoche ein Wiederholungszeichen des eingeschränkten Haltverbots aufgestellt“, lautet die Auskunft aus dem Rathaus.

Beim Stadtwerk ist man zufrieden mit der Parkverbotsregelung, weil diese auch die problemfreiere Durchfahrt der Busse gewährleiste. Eben diesen Effekt sieht Thumann weiterhin nicht: „Ich könnte es verstehen, wenn das Parkverbot einen flüssigeren Durchlauf des Verkehrs durch die Franz-Mayer-Straße zur Folge hätte. Aber dem ist nicht so, da es nicht durchgängig gilt“, sagt er und kommt zu dem Schluss: „Mir erscheint dies als ein stümperhafter Versuch, das bereits bestehende Desaster des Parkhauses zu mildern.“

Trotz der Beschilderung am rechten Bildrand wurde weiter munter geparkt. Mittlerweile gibt es ein weiteres Schild. Foto: Thumann