Alexandra Mager aus Abensberg zieht Frauen an – und auch manchen Mann

Von Lucia Pirkl · 28. November 2023 um 15:00

Von der Sozialpädagogin zur Modemacherin: Mit ihrem Label Amanza will Alexandra Mager aus Abensberg ein Ausrufezeichen setzen.

Zweimal das Gleiche, das gibt es bei Alexandra Mager äußerst selten. Wer bei ihr einkauft oder sich auf Maß einkleiden lässt, der – oder meist die – darf sicher sein, dass es ein Einzelstück, ein echtes Unikat ist. „Das wäre ja doof, vor allem, wenn man ein auffälliges Muster trägt und jemand trägt genau das Gleiche“, so die Modedesignerin. Deshalb bestellt sie auch nur immer wenige Meter vom gleichen Stoff. Nur ganz vereinzelt käme da zweimal das Gleiche raus, aber das würde sie den Käuferinnen dann auch sagen.

Mode ist für die fast 63-Jährige mehr als eine Körperbedeckung. Mode ist für sie ein Statement, ein Ausrufezeichen. Und zu viele Ausrufezeichen in einem Raum, das verträgt sich einfach nicht miteinander.

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Seit 25 Jahren kreiert, schneidert sie nach eigenen Entwürfen Mode für die Frau, manchmal auch für den Herrn, Jacken, Pullies, Accessoires wie Stulpen, Tücher, Schals oder Cacheurs, Schals, die man um die Hüfte trägt und die dann gerne wieder das Farbschema des Hutes aufgreifen dürfen. Ja, die Hüte: Viele ältere Abensbergerinnen kamen vor allem deshalb zu ihr. Als das alteingesessene Hutgeschäft in der Innenstadt zu machte, wurden die bei Mager fündig.

Mit Mänteln ging es los

Angefangen hatte aber alles mit Wollmänteln, die ein Innenfutter mit Seidenmalerei hatten. Die Mäntel konnte man wenden, dann präsentierten sie ihr kunstvolles, ebenfalls von ihr gestaltetes Innenleben. Gezeigt hat Mager die im Frauenkulturhaus in München, das sie mitgegründet hatte. Viel Handarbeit und dementsprechend kostspielig waren die. „Noch einen einzigen Mantel habe ich.“ Das war dann auch die Geburtsstunde ihres Labels „Amanza“. „Den Namen habe ich tatsächlich geträumt.“ In ihm steckt unter anderem auch ihr Name Alexandra Mager, „das passt dann ja auch“.

Kreativ war die studierte Sozialpädagogin schon immer. Ihre Mama malte Bilder und auch sie greift hin und wieder zum Pinsel, fing mit Seidenmalerei an, „aber das mache ich nicht mehr, ist zu aufwändig“. Dafür kam dann das Schneidern dazu. Während die beiden Kinder nebenan betreut wurden, lernte die Mama in diversen Kursen ihr Handwerkszeug an der Nähmaschine. „Stoffe haben mich immer schon angemacht und ich habe schon immer sehr viel bunt getragen. Ich habe aber nie etwas gefunden, was mir gefällt.“

Bald legte sie auch ihren Beruf als Sozialpädagogin ad acta und widmete sich nur noch dem Entwerfen und Schneidern. Als die Familie dann in den 1990ern nach Abensberg zog, wurde ein kleiner Raum im Erdgeschoss ihr Atelier. Mittlerweile hat sie sich in der Diele des Hauses ausgebreitet. An den Ständern reihen sich die Unikate aneinander. Das ehemalige Büro ihres Mannes ist jetzt ihr Zuschnittraum, hier lagern auch Stoffe und Materialien.

Mager wendet sich zwar hauptsächlich an die modebewusste Frau zwischen 30 und 80. Sie schneidert nach Wunsch aber auch für Männer. Die Gruppe Wamaluru hat sie schon mit rituellen Gewändern ausgestattet. Einmal brauchte ein lesbisches Paar aufeinander abgestimmte Kleidung für ihre Hochzeit. Und als das Team der Abensberger Ärzte Dr. Kroiss und Dr. Strasser passende Arbeitsklamotten, einen anderen Look jenseits der üblichen weißen Kittel haben wollte, half ihnen Mager gerne weiter.

Modenschauen und Märkte

Für die Familie schneidert sie eher selten, für ihre Enkelin einen Pulli zu nähen, das hat sich die Oma dann aber doch nicht nehmen lassen, „als Geschenk. Aber das mache ich eher nebenbei – so wie andere Plätzchen backen“.

Ihre Werke zeigte sie auch schon auf vielen Modenschauen, in Abensberg beim Schneck, im Kreuzgang oder auch am Stadtplatz. Auch bei „Mut zum Hut“ in Neuburg an der Donau, der nach Aussage des Veranstalters weltgrößte Hutmodenschau, war sie schon vertreten. Auf Märkte rumtingeln, das will sie nun nicht mehr. Den Weibamarkt in Bad Aibling, den sie mit gegründet hatte und auf dem sie 17 Jahre lang mit vertreten war, hatte sie schon vor Corona aufgegeben.

Auf Maß zu schneidern, wie neulich, wo sich eine Frau einen farbigen Mantel wünschte, der nicht kratzt, das ist ihr am liebsten. Oder auf Einladung von Freunden und Bekannten ihre Mode vorstellen, mit Maßband und Stoff anreisen und Wünsche aufnehmen, „das ist wie Urlaub“. Gut angezogen sein, auch im Alltag, das ist es, für was ihre Marke Amanza steht, und zwar in einem preislichen Bereich, „den sich die Normalofrau leisten kann, ich will ja da keine Hautevolee anzüchten“.

Einmal im Jahr wird dann aber auch die modebewusste Mager sehr lax mit ihrem Anspruch an sich selbst: „Ich bin leidenschaftliche Camperin. Da verwahrlose ich dann total“, sagt sie schmunzelnd, „aber an und für sich bin ich volle Ästhetin“. Von den Schuhen bis zur Tasche musste früher alles zusammenpassen, „aber da bin ich im Alter Gott sei dank etwas lockerer geworden“.

25 Jahre Amanza: Das will gefeiert werden

Vielseitig: Alexandra Mager malt auch. Sie engagiert sich außerdem sozial, wie beispielsweise bei der Tafel oder im Asylhelferkreis. Momentan macht sie eine Ausbildung zur Hospizbegleitung. Früher arbeitete sie in München als Sozialpädagogin in einem Projekt mit drogenabhängigen Frauen.

Jubiläum: Am 10. Dezember ist Tag der offenen Tür, von 11 bis 17 Uhr, „da kann jeder raus und rein, wie er will“. Außerdem sind den ganzen Dezember über Aktionstage nach Terminvereinbarung. „Ich habe für das Jubiläum italienische Wollstoffe gekauft.“

Infos: Amanza Mode und Design, Ludwig-Berger-Straße 20, Abensberg;

Mager ist erreichbar unter Telefon: (09443) 35 76 oder per E-Mail an a.mager@amanza.de;

In ihrem Nähzimmer entstehen die Unikate.
Mit diesen Mänteln fing einst alles an.