Datenbank erfasst kleine und große Spuren des Menschen im Landkreis Neumarkt

Max ist aufgeregt. Für den Hund gibt es auf dem Dillberg viel zu erschnuppern. Herrchen Johannes Znotins ist bereits fündig geworden. Der ehemalige Kalkbrandofen ist eines der wenigen Elemente aus dem Landkreis Neumarkt, die im digitalen Atlas des Kulturlandschaftsforum Bayern zu finden sind.
Dessen Ansatz richtet sich an uns alle: „Kulturlandschaft erfassen, Heimat entdecken!“ Ehrenamtliche wie Johannes Znotins sammeln für die unter https://erfassung.kulturlandschaftsforum-bayern.de erreichbare digitale Karte... Ja was eigentlich? Die vielfältigen Spuren menschlichen Wirkens aus Jahrtausenden in der Region in ein Wort zu packen, ist schwierig. Am Ende kam der sperrige Begriff Kulturlandschaftselemente heraus. Davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, wenn man sich für die kleinen Geschichten vor der eigenen Haustür interessiert.
Vieles ist im Landkreis Neumarkt noch nicht erfasst
Es sind die Dinge, die man mitunter noch nie beachtet hat, weil sie versteckt oder derart groß und gewohnt fürs Auge sind. Kulturlandschaftselemente kann von Menschen bewusst geschaffene Bausubstanz wie Brunnen, Wegkreuze oder eben Kalkbrandöfen sein. Aber auch angepflanzte Elemente wie Friedenseichen, Hecken oder Streuobstwiesen fallen unter den Begriff. Ebenso Landschaftsstrukturen, die durch die menschliche Nutzung entstanden sind. Beispiele sind Hohlwege, Almen, Steinbrüche etc.
All diese Elemente erzählen, was uns im Alltag oftmals nicht so bewusst ist: Unsere Landschaft ist in weiten Teilen keine naturbelassene, sondern vom Menschen geprägt. Einiges davon ist bereits in den Listen für Bau- und Bodendenkmäler enthalten, aber es gibt noch Vieles, was nicht erfasst ist.
Kalkbrandofen auf dem Dillberg
„Es wäre schade, wenn das Wissen darüber verloren ginge“, sagt Johannes Znotins, der deswegen schon zahlreiche solcher Elemente der Region im Südosten von Nürnberg im Kulturlandschaftsforum hinterlegt hat.
Zum Eintrag gehört neben Fotos auch eine detaillierte Beschreibung der Hintergründe. Quellen der Infos werden ebenfalls hinterlegt. Im Fall des Kalkbrandofens fiel es Znotins leicht, da es bereits einige Vorarbeit aus dem Raum Postbauer-Heng gab. In dem Kalkbrandofen stellte man einst Branntkalk her, der beim Bauen Verwendung fand.
4200 Einträge sind in der Datenbank enthalten, die der Landesverein für Heimatpflege auf die Beine gestellt hat. Seit 2021 unerstützt der Freistaat das Projekt finanziell, das er inzwischen zudem in sein digitales Kartenangebot namens Bayern-Atlas integriert hat. Aktuell kann man allerdings nur rund 1755 Einträge einsehen. Die anderen werden noch geprüft. Denn auch das gehört dazu: Das Kulturlandschaftsforum ist zwar keine von ausgebildeten Wissenschaftlern erstellte Datenbank, die Einträge von Ehrenamtlichen sollen aber einem gewissem Niveau entsprechen.
Kulturlandschaftsforum sucht noch Ehrenamtliche im Landkreis Neumarkt
Von Johannes Znotins haben schon etliche Einträge diese letzte Prüfung durch Wissenschaftler des Landesvereins für Heimatpflege passiert. Der Großteil davon liegt allerdings in Mittelfranken. Der Feuchter Rentner setzt seine ehrenamtliche Arbeitskraft und Zeit vor allem in dieser Region seit Jahren ein. Die sechs Einträge im Landkreis Neumarkt seien hingegen eher Beifang gewesen, sagt Znotins. Sie reichen von Felsenkellern in Pyrbaum über einen Grenzstein in Gspannberg bei Berg bis hin zu einem Steinkreuz nahe des Klinikums Neumarkt.
Jenseits der Beiträge von Johannes Znotins ist der Landkreis Neumarkt noch eine weiße Karte. Es werden daher Ehrenamtliche gesucht, die sich mit einbringen wollen. Interessierte können sich an den Landesverein für Heimatpflege wenden, Telefonnummer (089) 2866290.