Pfarrer Michael Hirmer baut Pfarrzentrum St. Josef in Burglengenfeld um

Von Thomas Rieke · 26. November 2023 um 11:00

Erst seit wenigen Monaten offiziell im Amt, ist Dekan Michael Hirmer im Eiltempo dabei, die neue Stadtkirche Burglengenfeld zu formen. Das Mammutprojekt mit Vorzeigecharakter für die gesamte Diözese ist schon relativ weit gediehen. Jetzt gab Hirmer dazu weitere Details bekannt.

Wie berichtet, hat der Geistliche für die Stadtkirche eine völlig neue Organisationsstruktur entwickelt. Personell und mittlerweile auch technisch wurden dafür die Weichen bereits gestellt. Nun wird auch immer deutlicher, dass an Umbaumaßnahmen kein Weg vorbei führt. Sie betreffen in erster Linie das bisherige Pfarrzentrum von St. Josef an der Johann-Baptist-Mayer-Straße.

In der Stadtkirche gibt es künftig eine klare Trennung: Im Pfarrhof von St. Vitus in der Kirchenstraße ist der Sitz der Verwaltung. St. Josef soll indes zum sogenannten Pastoralzentrum werden. Was der Pfarrer darunter versteht? Hirmer liefert eine sehr griffige und einprägsame Beschreibung: „Das Pastoralzentrum ist gleichsam das Wohnzimmer einer Pfarreiengemeinschaft. Hier spielt sich das kirchliche Leben ab. Alle Gruppen und Vereine sind hier daheim.“

Auszug aus dem Pfarrheim St. Michael

Das bedeutet, auch alle Institutionen, die es bisher gewohnt waren, das Pfarrheim St. Michael (VAZ) in der Kallmünzer Straße zu nutzen, sollen umziehen, und zwar spätestens bis Ostern 2024. Um in St. Josef die Voraussetzungen dafür zu schaffen, sind im Pfarrzentrum an der Johann-Baptist-Mayer-Straße verschiedene Umbauten geplant, die mit diversen Sanierungsmaßnahmen einhergehen werden.

Laut Hirmer gibt es drei Bauabschnitte: Beim ersten geht es vor allem um die Energieversorgung und Energetik des Gebäudes. Die alte Ölheizung soll durch eine Pellet-Anlage ersetzt werden. Hirmer betont diesbezüglich, dass diese Modernisierung respektive der Finanzierungsplan dafür noch von seinem Vorgänger Helmut Brügel in die Wege geleitet worden ist. Dank Förderungen durch das Bistum und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entstünden der Kirchenstiftung „so gut wie keine Kosten“. Um den Energieverbrauch zu senken, sollen ferner eine dezentrale Wasserversorgung installiert und die Fenster erneuert werden. An eine Dämmung der Fassaden ist noch nicht gedacht.

Frühere Pfarrerswohnung wird zum Pfarrheim

In Abschnitt zwei geht es um eine Umwidmung: Die frühere Wohnung des Pfarrers wird zum Pfarrheim und damit Teil des Pastoralzentrums. Das bisherige Wohnzimmer soll nach der Umgestaltung den fünf Eltern-Kind-Gruppen als Treffpunkt dienen. Der direkte Zugang zum Garten sei für sie ein besonderer Gewinn, meint Hirmer. Ferner wird Platz für Büros gewonnen, die Pastoralreferent Konrad Kraus und Gemeindereferentin Bernadette Biller einnehmen werden.

Was die Planung nicht vorsieht, ist ein neuer Pfarrsaal. Für Firmvorbereitungen und Treffen der Erstkommunionkinder könne aber auch die Kirche genutzt werden, meint Hirmer. Im Übrigen werde der Druck auf die Räumlichkeiten mittelfristig ohnehin abnehmen, weil die Zahl der Gläubigen auch in der Stadtkirche bis zum Planungshorizont 2034 schrumpfe.

Der Bauausschuss des Bistums habe den Umbau kürzlich grundsätzlich genehmigt, freut sich der Pfarrer. Auch die Kirchenverwaltung habe ihren Segen gegeben. Was noch ausstehe, sei allerdings die Kostenermittlung. Hirmer rechnet damit bis Pfingsten. Die Ausschreibung der Gewerke erfolge im zweiten Halbjahr 2024 – frühestens.

PV-Anlage auf dem Kirchendach geplant

Als Bauabschnitt drei steht ein weiterer Schritt zur Klimaneutralität auf der Agenda – eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach. Hier gilt es allerdings, so räumt Hirmer ein, erst zu klären, ob und, falls ja, inwieweit Urheberrechte des damaligen Architekten verletzt würden.

Wenn zwei Institutionen mit langer Tradition zusammenwachsen sollen, wäre es nicht verwunderlich, wenn es auch Vorbehalte, ja Widerstände gäbe. Manchem geht die Veränderung vielleicht zu schnell, manch einer fühlt sich möglicherweise untergebuttert.

Pfarrer Hirmer bestätigt, dass auch im konkreten Fall Sorgen existierten und Emotionen mitspielten. Unterm Strich stellt er seinen Schäflein aber ein Zeugnis aus, das für Reife und Vernunft steht. Jeder habe eingesehen, dass am eingeschlagenen Kurs kein Weg vorbei führe. Er sei nötig, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Nach einer Klausur, an der Vertreter von drei Pfarrgemeinderatsgremien teilnahmen (MZ berichtete), fühlt sich der Pfarrer gestärkt. Es habe keinen einzigen Widerspruch gegeben, sagt er. Auch die Kirchenverwaltungen zögen an einem Strang.

Vertragliche Regelungen über die Kosten

Gleichwohl steht so manche Prüfung noch bevor. Zum Beispiel wenn es zu klären gilt, wie beim Umbau von St. Josef die Kosten verteilt werden. Die Stiftungen der einst selbstständigen Pfarreien und das Bistum arbeiteten diesbezüglich eng zusammen, berichtet Hirmer. 2024 werde vertraglich fixiert, wer sich in welcher Höhe an den Investitionen, aber auch am Unterhalt und der Rücklagenbildung beteiligt. Hirmer erwartet spannende Gespräche, schließlich betrete man in der Diözese auch diesbezüglich Neuland.

Pfarrer Helmut Brügel hat kurz vor seinem Abschied noch einen Teil der Modernisierung von St. Josef in die Wege geleitet. Foto: Rieke, Archiv
Das Foyer des Pfarrzentrums hat Charme. Foto: Thomas Rieke, Archiv