Hitzige Aussprache am Bio-Donaumarkt: Standler und OB machen ihrem Ärger Luft

Von Daniel Pfeifer · 24. November 2023 um 17:00

So sauer wie am Freitag sieht man Regensburgs Oberbürgermeisterin selten auf Fototerminen. Was als PR-Treffen mit der Bayerischen Bio-Königin geplant war, wurde zur hitzigen Debatte zwischen dem Stadtoberhaupt und Marktstand-Besitzern. Aber auch zu einem ersten Schritt hin zur Beilegung des schwelenden Streits.

Ausgangspunkt des Streits ist, dass der Bio-Donaumarkt von seinem Platz vor dem Haus der Bayerischen Geschichte wegrutschen musste, um Platz für einen neuen Christkindlmarkt zu machen. Die Standbesitzer des regionalen Bio-Wochenmarktes befürchten Umsatzeinbußen und fühlen sich als „Spielball“ der Stadt, wie Bäcker Bernhard Neuhoff der Oberbürgermeisterin gestern direkt sagte – sei es doch nicht das erste mal, dass sie verdrängt wurden.

Neuer Christkindlmarkt am Museum am Donaumarkt

„Eigentlich war der Termin nicht gedacht als: Ich höre mir an, was hier für Ärger herrscht“, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, führte aber dann doch ausführlich aus, was hinter den Entscheidungen der Stadt steckte. Unter anderem erwähnte sie, dass der Weihnachtsmarkt die drei Strom-Einrichtungen vor dem Museum brauche und dass es auch bei Christkindlmärkten wie auf dem Neupfarrplatz üblich sei, dass Wochenmärkte eben an den Rand rutschen müssten. Dennoch äußerte sie auch Verständnis.

Die Kritik der Standler, die Stadt dulde sie höchstens und verweigere beispielsweise eine Marktfestsetzung, wies sie zurück. Einen Kritikpunkt teilte sie aber: die schlechte Kommunikation. Oder, wie Bernhard Neuhoff es nannte: die „absolute Katastrophe“.

Zukunft für Biomarkt in Regensburg

Hier fanden schließlich alle Beteiligten einen gemeinsamen Weg nach vorn. Probleme sollten direkt besprochen werden, alle zwei Monate ist ein persönliches Treffen geplant und bald soll ein Eil-Gespräch zur aktuellen Lage folgen.

Schließlich soll ja, so sind sich alle einig, der Bio-Donaumarkt weitergehen. „Ich bin für 2024 äußerst optimistisch“, sagte schließlich Markt-Organisator Daniel Frost. Viel sei geplant und für die Adventszeit 2024 sei man nun besser gewappnet.

Und so gab es am Ende doch noch das friedliche gemeinsame Foto mit Standlern, Oberbürgermeisterin und Bio-Königin, die extra aus Oberbayern gekommen war. Auch wenn Raphaela I. zuvor recht überrascht mitten in der hitzigen Debatte gelandet war, versprühte sie im späteren Gespräch mit den Standlern doch Optimismus am etwas frösteligen Donaumarkt: „Es ist doch gut, wenn man miteinander redet.“

Am Ende gab es noch ein gemeinsames PR-Foto zum Bio-Donaumarkt.