Glasfaserausbau im Kreis Cham: Bürgermeister äußern ihren Ärger über Vodafone und Telekom

Von Christoph Klöckner · 24. November 2023 um 05:00

Die einen haben nun schon länger keinen Festnetzanschluss mehr, die anderen bekommen nicht das, was sie bezahlen. Den Werkausschuss Digitale Infrastruktur, bei dem es um den aktuellen Ausbau des Glasfasernetzes ging, nutzen Kreisräte auch dazu, einige Erfahrungen aus den Kommunen und Bürgerklagen weiterzugeben.

So kritisierte Schorndorfs Bürgermeister Max Schmaderer den Abbau von analogen Telefonanschlüssen auf Einzelgehöften. Die Telekom habe die alle zuvor gekündigt – zudem hätten die Inhaber im Seniorenalter dort auf einen Anschluss ans Glasfasernetz verzichtet. Nun seien sie seit Monaten ohne Telefonverbindung. Diese Anschlüsse nun nachträglich herzustellen, koste die Besitzer 4000 Euro: „Das ist der Horror für die alten Leute!“, so Schmaderer . Darüber sollte informiert werden, meinte er und appellierte, dass sich solche Höfe doch anschließen lassen sollten. Zudem fragte Schmaderer den Vertreter von Vodafone im Ausschuss, wie es kommen könne, dass es Wochen dauere, bis endlich der richtige Vodafone-Mitarbeiter komme, um etwas zu reparieren. Bei Bauarbeiten in der Ortsmitte sei ein Vodafone-Glasfaserkabel zerstört worden, auch „weil es nur 30 oder 40 Zentimeter unter dem Boden lag.“ Seit vier Wochen warte man auf Reparatur – drei Vodafone-Mitarbeiter seien bereits vor Ort, doch keiner sei zuständig gewesen.

Lesen Sie hier: Neuer Mieter am Gesundheitscampus: Neurologische Untersuchungen in Roding möglich

Vodafone-Mann Rolf-Peter Scharfe versprach, sich darum zum kümmern, dass der richtige vorbeikommt, wobei er anmerkte, dass dort die Verlegung in Eigenregie stattgefunden haben müsse, denn Vodafone sei dort nicht aktiv gewesen. Bei der zweiten Kritik Schmaderers fühlte er sich schon zuständig. Ein Bürger hatte sich beschwert, 100 MB-Leistung gebucht und bezahlt zu haben, bekomme aber nicht einmal 30 MB. Die Vodafone habe den Anschluss daraufhin auf günstigere 30 MB umgestellt, doch laut Nutzer käme auch diese Leistung nicht bei ihm an. Er habe ihm gesagt, dass es wohl daran liege, dass er oben am Berg in der Einöde wohne, sagte Schmaderer: „Leistungen, die bezahlt wurden, sollten aber eigentlich geliefert werden!“ Das sah auch der Vodafonevertreter so, denn das Licht im Glasfaser leuchte ja auch bergauf, daher dürfe so etwas nicht sein.

Kreisrat Michael Doblinger mahnte Vodafone an, doch auch das Mobilfunknetz stärker im Auge zu haben. Beim digitalen Infrastrukturausbau mit Glasfaser funktioniere es gut, doch im Mobilfunk seien Lücken – etwa in Dörfling, Neuhaus oder Michelsneukirchen, „da ist viel Luft nach oben.“ Scharfe betonte, er nehme das ernst, denn Vodafone habe eine Versorgungsverpflichtung und es gebe bei solchen Dingen Verfahren der Bundesnetzagentur. Der Kreisrat und Bürgermeister von Zell, Thomas Schwarzfischer, fragte nach, ob die Telekom eine Wartungspflicht habe, da vom letzten Sturm noch Kabel im Graben lägen. Der Geschäftsführer des Eigenbetriebs Digitale Infrastruktur, Klaus Schedlbauer, verneinte – es gebe nur die Pflicht, Haushalten Mobilfunk anzubieten, jedoch nicht, das Netz zu warten.