Neuer ebener Belag in Neumarkts Marktstraße: Geht’s dem Kopfsteinpflaster ganz an den Kragen?

Ebener Belag ersetzet seit kurzem an manchen Stellen der Marktstraße in Neumarkt das Kopfsteinpflaster. Kommt da noch mehr? In der Marktstraße steht jedenfalls Baumaterial. Die Stadt erklärt, was geplant ist und geht auf einen Verbesserungsvorschlag für Radler ein. Nicht nur wegen diesem lohnt sich ein Blick nach Altdorf.
Am Unteren Tor und am Rathaus queren Streifen aus Platten die Marktstraße. Vor allem Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen macht es das einfacher, das Kopfsteinpflaster zu überqueren. Auch an fast allen abzeigenden Seitengassen gibt es nun solche Übergänge.
Die unweit des Rathauses stehenden Baugeräte sind indes kein Indiz, dass der Belag demnächst in noch größerem Umfang umgestaltet wird. Die Stadt erklärt, dass lediglich Granitplatten angehoben werden, die sich abgesenkt haben.
Neue Fahrradständer am Neumarkter Rathaus
Verbesserungen sind dennoch geplant: Die Stadt wird für Radfahrer in der Marktstraße und Klostergasse sukzessive Fahrradständer eines neuen Modells aufstellen. Die ersten sollen im Winter am Rathaus ausgetauscht werden. Das gilt auch für Sitzgelegenheiten in der Marktstraße.
Nichts wird es hingegen zumindest vorerst mit einer Anregung des Neumarkters Hermann Dörfler. Er schlägt vor, nicht nur querende Streifen in das Kopfsteinpflaster einzubauen. Vielmehr sollten seiner Meinung nach auch ebene Streifen, die vom Oberen zum Unteren Markt führen, die Fahrt für Radfahrer erleichtern.
Streifen für Radfahrer in der Marktstraße vorgeschlagen
Grundsätzlich sei das eine denkbare Maßnahme, erklärt die Verwaltung. Allerdings müsste das zunächst mit dem Stadtrat „im Hinblick auf eine mögliche Innenstadtsanierung abgestimmt werden“. Wann das sein wird, muss sich zeigen. Seit Jahren ruht der politische Entscheidungsprozess im Stadtrat, was in der Innenstadt geschehen soll.
Altdorf könnte dabei ein Vorbild sein. Hinweise auf dessen Innenstadtsanierung waren in der Vergangenheit immer mal wieder in der Neumarkter Diskussion zu hören. Auch der von Dörfler vorgeschlagene Längsstreifen für die Marktstraße findet sich in einer Seitenstraße von Altdorfs Innenstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster.
Dieses ist nur eine von vielen Gemeinsamkeiten Altdorfs mit Neumarkt. Auch bei den Themen der Innenstadtsanierung sind Parallelen zu jenen in Neumarkt zu erkennen. Der Unterschied: Zuletzt setzte Altdorf einiges um.
2009 startete alles mit dem barrierefreien Umbau des Marktplatzes, gefolgt 2021 vom Kirchvorplatz, wie Bernhard Dotzer vom Stadtbauamt erklärt. Seit 2022 baut Altdorf unter anderem an Furten für Rollstühle und verfolgt das Ziel, die ganze Altstadt barrierefrei umzubauen. Dazu gehören ebenso die Seitengassen, die seit vergangenem Jahr im Fokus stehen.
Diskussion über Innenstadt: Parken oder Flanieren?
Wer Altdorf besucht, findet nahezu überall auf dem Marktplatz, der eher einer lang gezogenen Straße ähnelt, einen ebenen Plattenbelag statt Kopfsteinpflaster. Gearbeitet wurde ebenfalls an den Sitzgelegenheiten und der Begrünung.
Den dafür nötigen Planungsprozess begleiteten laut Dotzer auch in Altdorf Diskussionen, wie man sie aus Neumarkt kennt: Die einen wollen mit dem Auto in die Stadt fahren und dort parken, die anderen hingegen Ruhe und Platz zum Flanieren, für Gastronomie und Veranstaltungen.
Als weitere Ziele für seine Altstadt hat sich Altdorf neben der Barrierefreiheit gesetzt, den Durchgangsverkehr auf dem Marktplatz zu reduzieren, altstadtnahe Parkplätze zu schaffen, den Radverkehr zu fördern, die Altstadt grüner zu machen und adäquate öffentliche Toiletten zu schaffen. Themen, wie sie auch in Neumarkt seit langem diskutiert werden.
