Immer mehr Mitglieder wollen zum Klärschlamm-Zweckverband in Schwandorf

Wirtschaftlich befindet sich der Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) in ruhigem Fahrwasser. Doch wegen der komplizierten Rahmenbedingungen gibt es noch einige Fragezeichen für die Betreiber, wie die Verbandsversammlung am Mittwoch deutlich machte.
Unklar ist nach dem Bericht des Verbandsvorsitzenden, Schwandorfs Oberbürgermeisters Andreas Feller, vor allem, wie es mit der Monoverbrennungsanlage in Straubing weiter geht. Hier sollten die Reste aus der Klärschlammtrocknung eigentlich endgültig verbrannt werden.
Perspektive für Monoverbrennungsanlage ungewiss
Doch nach der Klage einer Privatperson und des Bund Naturschutz liegt das Projekt bis auf weiteres auf Eis. Mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Regensburg rechnet der ZTKS laut Feller nun im Januar des kommenden Jahres. Zuvor habe das Gericht „erhebliche Zweifel an der Genehmigung geäußert“, so der Oberbürgermeister.
Fraglich ist nach seinen Worten ebenfalls, ob Anlagen wie die in Schwandorf die verbleibenden Rückstände auch in einer Müllverbrennungsanlage verfeuern dürfen oder eine Verbrennung mit anschließender Phosphatrückgewinnung vorgeschrieben ist. Auch nach über zwei Jahren seien entsprechende Fragen des ZTKS vom Bayerischen Umweltministerium noch nicht beantwortet worden, beklagte Feller.
Beim Betrieb der Klärschlammtrocknung sind nach seinen Angaben die gravierenden Anlaufschwierigkeiten der Anfangsphase inzwischen überwunden. Im August sei mit knapp 3600 Tonnen die bisher höchste monatliche Durchsatzleistung und mit einer Anlieferung von 4000 Tonnen Klärschlamm die bisher höchste monatliche Annahmemenge erreicht worden.
Fassade muss komplett erneuert werden
Die Generalrevision wurde laut Feller vorgezogen, da beim Betrieb „erhebliche Abnutzungen und Schäden festgestellt werden mussten“. Die juristische Aufarbeitung der anfangs festgestellten Mängel ist nach den Worten des Verbandsvorsitzenden weit gediehen und teils bereits durch Vergleiche abgeschlossen worden. Wegen einer fehlerhaften Ausführung soll Anfang des nächsten Jahres die komplette Fassade erneuert werden. Die wirtschaftliche Entwicklung des Zweckverbands bezeichnete der Oberbürgermeister als „stabil, mit positiver Tendenz“.
Das belegten auch die Zahlen, die Kämmerer Markus Decker vorlegte. Wichtig für die Verbandsmitglieder: Entsprechend der mittelfristigen Finanzplanung soll das Entsorgungsentgelt bis auf weiteres nicht erhöht werden. Pro angelieferter Tonne Klärschlamm bleibt es damit bis einschließlich 2027 bei 130 Euro.
Nach einem Zwischenbericht des Kämmerers (Stand: 30. September 2023) ist für das laufende Jahr mit einem deutlich positiven Ergebnis zu rechnen. Zwar wurden die geplanten Annahme- und Durchsatzmengen nicht ganz erreicht und musste Klärschlamm umgeleitet werden. Doch weil die Materialkosten nicht im erwarteten Ausmaß stiegen und die Umsätze stabil blieben, rechnet Decker zum Ende des Jahres mit einem Überschuss von rund 672000 Euro. Für 2024 plant der ZTKS Erträge von 6,2Millionen und einen Erlös von rund 335000 Euro. Die Durchsatzmenge soll bei 39000 Jahrestonnen liegen.
Gemeinde Ebermannsdorf kommt hinzu
Das Interesse der Kommunen an einer Mitgliedschaft im ZTKS ist unterdessen ungebrochen. Laut Verbandsvorsitzendem Andreas Feller gibt es „eine Reihe von Anfragen“, die noch geprüft werden müssen. Die Gemeinde Ebermannsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) dürfte bei der nächsten Verbandsversammlung aufgenommen werden, informierte ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll. Die Entsorgung soll hier aber bereits mit Wirkung vom 1. Januar 2024 erfolgen.