17 Hundewelpen sorgen für schlaflose Nächte im Regensburger Tierheim

Seit Ende Oktober werden im Regensburger Tierheim 17 Welpen aus einem illegalen Hundetransport rund um die Uhr versorgt. Und alle haben es geschafft! Jetzt suchen Blondie, Brownie, Mars, Twix – wie die Pudel, Dackel und Bulldoggen getauft wurden, ihre Für-Immer-Plätze.
In den Gängen winselt und fiept es. Im ersten Raum drehen sich drei lockige Pudelbabys im Kreis, daneben hüpft ein quirliges Dackeltrio auf und ab und gegenüber werfen sich zwei großohrige Französische Bulldoggen immer wieder auf den Boden, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sie alle wollen nur eins: Endlich raus aus der Quarantäne. Seit 26. Oktober werden die 17 Hundewelpen im Regensburger Tierheim betreut. Tag und Nacht. Rund um die Uhr. Weil Menschen der Profit wichtiger ist als ein Lebewesen, wie Andrea Aumeier, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins und Chefin im Hundehaus, das Leid in Worte fasst. Es ist einer der größten illegalen Tiertransporte, die das Regensburger Tierheim bislang gestemmt hat. Jetzt werden für die Hunde Kuschelplätze auf Lebenszeit gesucht.
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Der Anruf kam Abends. Die Nittendorfer Polizei meldete sich im Tierheim Regensburg, erinnert sich Aumeier. In einem auf der A 3 kontrollierten Transporter mit Pferdeanhänger seien zwischen drei Pferden die Hundewelpen eingepfercht gewesen. Mit Transportboxen machte sich das Tierheim-Team auf den Weg und fand die Welpen unterschiedlicher Rassen in einem erbärmlichen Zustand vor. „Sie hatten auf der Fahrt von Ungarn, also wohl tausende Kilometer, nichts zu Essen und Trinken bekommen“, erzählt Aumeier. Lediglich die beiden französischen Bulldoggen, die im Fahrerhaus saßen, seien versorgt worden. „Weil die die Fahrerin wohl selbst behalten wollte“, so die Tierheim-Mitarbeiterin.
Pudel durchnässt und dehydriert
Im Anhänger dagegen das blanke Chaos. Die Pudel habe mutmaßlich der Urin-Strahl eines Pferdes getroffen. Der Ammoniak-Gestank sei tagelang nicht aus dem Fell gegangen, erinnert sich Aumeier an den „Horror-Tag“. Zudem hätten die Pudel schon deutliche Anzeichen von Unterkühlung und Dehydrierung gezeigt. „Das war wirklich Rettung in letzter Minute“, sind die Tierschützer überzeugt. Auch weil die jüngsten der 17 Welpen gerade einmal vier Wochen alt waren. Viel zu früh, um sie von der säugenden Mutter abzunehmen. „Vielleicht sollten die Tiere einem anderen Muttertier zugeführt werden, um sie später mit falschen Papieren als teure Rassetiere zu verkaufen“, mutmaßt Tierschutzverein-Vorsitzende Ariane Weckerle im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Die Strafen für illegale Tiertransporte seien jedenfalls viel zu gering, um diesem Handel Einhalt zu gebieten.
Für die Tierheim-Crew waren die folgenden Tage ein ständiges Hoffen und Bangen. Denn längst nicht alle Welpen schaffen nach so einer Tortur den Start ins Leben. Aber in Regensburg gelingt es dank sofortiger tierärztlicher Versorgung und der Rund-um-die-Uhr-Flaschenfütterung auch die Zartesten der Herde aufzupäppeln. Inzwischen seien alle bis auf zwei Sorgenkinder aus dem Gröbsten heraus, so Aumeier. Und sechs der Fellnasen sind bereits vermittelt, für zwei weitere gibt es Interessenten.
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Gesucht wird nun vorrangig für die Französische Bulldogge „Blondie“, weil deren Partner am Samstag auszieht. Und auch der fast taube Dackel „Brownie“ soll bald in erfahrene Hände vermittelt werden. Am besten als Zweithund, sagt Aumeier. Doch die Tierschützer bitten Interessenten, sich die Adoption gut zu überlegen. Laut Weckerle könnten aufgrund der unklaren Herkunft der Welpen Krankheiten auftreten, die jetzt noch nicht absehbar seien. Und auch erziehungstechnisch fangen die neuen Besitzer bei Null an.
„Endlich wieder durchschlafen“
Traurig, dass die Rasselbande nun ausziehen wird, ist Tierpflegerin Aumeier nicht. „Ich habe die Hoffnung, dass alle ein gutes Zuhause finden. Und ich freue mich, endlich wieder durchzuschlafen.“


