Müll lässt im Landkreis Neumarkt die Kassen klingeln

Das bisherige System im Umgang mit dem Müll stößt an seine Grenzen. Aber nicht, weil es schlecht ist. Im Gegenteil: Mit Recycling-Material wird viel Geld verdient. Doch die entstehenden Rechnungen führen das Buchungssystem des Landratsamts Neumarkt an seine Leistungsgrenze.
Mit dem Thema Abfallwirtschaft hat sich der Kreistag in seiner Sitzung am Montagnachmittag beschäftigt. Denn das bisherige System stößt an seine Grenzen.
Eigentlich könnte Roland Hadwiger, Sachgebietsleiter der kommunalen Abfallwirtschaft am Landratsamt, hoch zufrieden sein. Sein Aufgabengebiet hat sich in den letzten Jahren von einer schlichten Notwendigkeit – irgendwo muss der Müll ja hin – zu einem lukrativem Geschäft entwickelt: „In Zeiten von immer knapper werdenden Rohstoffen ist Recycling ein Bereich geworden, in dem immer höhere Umsätze erzielt werden.“ Der Landkreis habe sich deshalb in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Art Unternehmen entwickelt.
Das Problem dabei: Die Verwaltung sitzt nach wie vor im Landratsamt. Und dessen Buchungssystem ist nicht auf die unzähligen Rechnungen und komplizierten steuerlichen Vorgänge ausgelegt, die nun anfallen.
Eine Entwicklung, auf die in vielen anderen Städten bereits reagiert wurde: „Oft wurde die Abfallwirtschaft ganz aus der Verwaltung ausgekoppelt und zu einem wirklichen Betrieb gemacht“, erklärte Hadwiger.
Eine Lösung, die er aber vermeiden will: „Wir wollen definitiv nicht den Schoß des Landkreises verlassen, sondern nur eine Lösung finden, wie sich die Buchführung verbessern lässt.“
So kam man im Landratsamt schließlich auf das Konstrukt eines eigenbetriebsähnlichen Regiebetriebs, der zwar weiter Teil der Verwaltung bleibt, aber seine Rechnungen und Finanzfragen fortan wie eine Firma behandeln kann.
„Damit haben wir eine einfache Lösung für ein sehr komplexes Problem gefunden“, freute sich Landrat Willibald Gailler. Eine Meinung, der sich die Kreistagsmitglieder bei der Abstimmung anschlossen und die Veränderung einstimmig annahmen.Mit Hilfe eines Sondervermögens wird die kommunale Abfallwirtschaft damit zum eigenbetriebsähnlichen Regiebetrieb mit dem Namen „Abfallwirtschaft Landkreis Neumarkt“ (ALN) umgewidmet.
Für die Bürger als Nutzer sollen jedoch keine Kosten oder Änderungen entstehen. „Außer den Unternehmern, die mit uns zu tun haben, wird kaum jemand etwas von der Umwandlung merken. Alle Dienste werden wie bisher angeboten“, versicherte Roland Hadwiger.