Katastrophenschutzübung im Raum Neustadt bringt wichtige Erkenntnisse

Von Antonia Zuruev · 21. November 2023 um 11:00

Lars Steger von der Freiwilligen Feuerwehr Ihrlerstein hält per Funk Kontakt zur Einsatzzentrale. Fotos: Antonia Zuruev

Ob Hochwasser, Rauchentwicklung oder ein Bombenfund: Im Ernstfall einer Katastrophe muss die Bevölkerung schnell gewarnt und informiert werden. Um dies zu gewährleisten, trafen sich am Samstag 130 Einsatzkräfte der FFW, DLRG und THW, um den Ernstfall zu proben.

„Achtung, hier spricht die Feuerwehr! Dies ist eine Übung. Es besteht keine Gefahr“. Diese Warndurchsage ertönte am vergangenen Samstag in ganz Neustadt und Umgebung aus insgesamt 21 Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr (FFW), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Technischen Hilfswerks (THW). Grund war eine Katastrophenschutzübung, die im Auftrag des Landratsamts in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Neustadt durchgeführt wurde. Das Ziel der Übung war es, die Warnrouten im Raum Neustadt zu überprüfen und den Umgang mit der sogenannten Mobela-Warnanlage zu üben.

Die Notwendigkeit koordinierter Zusammenarbeit

Vor Beginn der Übung versammelten sich die Einsatzkräfte im Feuerwehrzentrum der Stadt Neustadt, um den geplanten Übungseinsatz zu besprechen. Vor Ort war auch Landrat Martin Neumeyer. Er bedankte sich bei allen Anwesenden für ihr Engagement und sprach über die Notwendigkeit solcher Katastrophenschutzübungen: „Regelmäßiges Training ist sehr wichtig. Entscheidend dabei ist auch, dass FFW, DLRG und THW koordiniert zusammenarbeiten können“. Anschließend folgte eine Einweisung vom Kreisbrandmeister Wolfgang Weiss, wobei er den Einsatzkräften die Einzelheiten der Übung erklärte.

Im Anschluss begaben sich die Feuerwehrleute und die Mitglieder der DLRG und des THW zu ihren Einsatzfahrzeugen, um die jeweiligen Fahrtrouten mit den Warndurchsagen zu beschallen. Dabei blieben die einzelnen Fahrzeuge je nach Bebauung alle 50 bis 100 Meter stehen, machten mittels Einsatzhorn auf sich aufmerksam und spielten anschließend die Übungsdurchsagen zwei Mal ab, bevor es weiter zum nächsten Durchsagepunkt ging. Dabei sprachen sich die jeweiligen Einsatzkräfte per Funk mit der Einsatzzentrale ab. Nachdem die Bevölkerung auf allen Routen gewarnt wurde, wiederholten die Einsatzkräfte nach etwa zehn Minuten die Prozedur, um die Menschen auf ihren Routen zu entwarnen.

Warndurchsagen auf Bayerisch

Im Rahmen der Übung war die mobile Warnanlage Mobela – bestehend aus einem Steuergerät und einem Kugellautsprecher – im Einsatz. Mobela ermöglicht das Abspielen vorab gespeicherten Texte und Live-Durchsagen über das dazugehörige Mikrofon. Alle Lautsprecherdurchsagen für die jeweiligen Warnsituationen wurden vorab in einem Tonstudio in Eichstätt aufgenommen und stehen in ganz Bayern zur Verfügung. Die Durchsagen erfolgen stets in zwei Sprachen: Deutsch und Englisch.Im Rahmen der Übung spielten einige Einsatzfahrzeuge die Durchsage zusätzlich auf Bayerisch ab - ein kleiner Scherz, um die Lage zu entspannen. Dem Landkreis Kelheim stehen 21 Mobela-Warnanlagen zur Verfügung.

Bei der Abschlussbesprechung erklärte Weiss, dass die Übung viele wichtige Erkenntnisse mit sich brachte: „Unter anderem fiel auf, dass die Lautstärke der Durchsagen variierte und in Zukunft modifiziert werden muss. Außerdem muss die Route eines Warnbezirks überarbeitet werden. Darum werden sich die jeweiligen Feuerwehren kümmern“.

Gerade wegen dieser Erkenntnisse sei die Katastrophenschutzübung ein Erfolg.

Mobile Warnanlage Mobela
Wolfgang Weiss erklärt die Einzelheiten der Übung.