Am Mittwoch streiken die Apotheken im Städtedreieck: Akutversorgung durch Notdienst gewährleistet

Am Mittwoch bleiben fast alle Apotheken in Bayern und Baden-Württemberg geschlossen. Auch die Apotheken im Städtedreieck beteiligen sich an dem Streik.
Das teilte Christian Bauer, Sprecher der Apotheken des Landkreises Schwandorf, mit. Die Akutversorgung mit Arzneimitteln sei durch Notdienstapotheken gewährleistet.
Die Gründe für den erneuten Protesttag sind nach wie vor die unveränderten schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Apotheken, die durch die neuen Pläne des Bundesgesundheitsministers noch verschärft werden. Die dringende Akutversorgung an diesem Tag ist durch Notdienstapotheken gewährleistet. Die nächstgelegene Notdienstapotheke kann man sich über die mobile Notdienstnummer 22833 ansagen lassen, wird Bauer in der Pressemitteilung zitiert.
Mit dem Protesttag soll gezeigt werden, welche immense Bedeutung Apotheken für die wohnortnahe Arzneimittelversorgung haben. Es soll gezeigt werden, wie es ist, wenn die Apotheke vor Ort nicht mehr da ist und zum Beispiel für die akute Arzneimittelversorgung eines Kindes weite Wege erforderlich sind. Denn die Lage sei ernst: „Zuletzt haben in Deutschland so viele Apotheken für immer schließen müssen wie noch nie zuvor. In Bayern gab es zum Stichtag 31. Oktober 2810 Apotheken. Weniger waren es zuletzt im Jahr 1979. In diesem Jahr haben in Bayern bereits 80 Apotheken für immer geschlossen.“
Bauer: Situation ist existenzgefährdend
Und weiter: „Die Apotheken sind seit Jahren von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Die Vergütung, die Apotheken pro rezeptpflichtiges Arzneimittel erhalten, wurde seit zehn Jahren nicht angepasst, trotz der immens gestiegenen Kosten. Dies ist nicht nur ungerecht, sondern existenzgefährdend.“
Daneben frustrieren die Apotheken die mangelnde Anerkennung, die überbordende Bürokratie, die extreme Arbeitsverdichtung beispielsweise durch die immense Nichtlieferbarkeit der Arzneimittel und der mangelnde Wille der Politik, den Apotheken und den dort arbeitenden Menschen zu helfen.
Apotheken kaputt zu sparen, bedeutet, die flächendeckende und wohnortnahe Arzneimittelversorgung kaputt zu sparen – zu Lasten der Bevölkerung. „Dagegen protestieren die Apotheken im Städtedreieck– auch für unsere Patienten. Deshalb findet am 22.November wieder der Apotheken-Protesttag statt, so Bauer abschließend.