Neustadt a.d. Donau hilft den Verbrauchern beim Sparen

Kurz vorm Weihnachtsfest gibt es in Neustadt a.d. Donau bereits die erste große Bescherung: Der Stadtrat senkt wichtige Energiepreise. Aber ein Bereich ist noch nicht geklärt.
Damit hätte zuletzt bei ewig steigenden Preisen vor allem auch an Tankstellen niemand mehr gerechnet: Die Energiepreise können auch wieder sinken – und zwar nicht nur für ein paar Tage wie an der Zapfsäule sondern dauerhaft. Möglich machen dies die Neustädter Stadtwerke.
Die Strompreise werden spürbar sinken, wurde am Montagabend vom Stadtrat beschlossen. Die Stadtwerke geben damit die Entspannungen am Energiemarkt an die Bürger weiter. Seit dem Herbst 2021 hatten die Strompreise in Deutschland eine regelrechte Rallye hingelegt. Zunächst stieg die Nachfrage sprunghaft durch die weltweiten Corona-Lockdowns. Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar vergangenen Jahres trieb vor allem der Mangel an Erdgas die Strompreise.
Einstimmiger Beschluss
Das hatte die Verbraucher verunsichert. Doch die Rekordpreise der Energiekrise sind vorbei, analysiert Verivox. Laut Verivox kostete für Neukunden eine Kilowattstunde Strom im ersten Halbjahr 2023 im Schnitt 34 Cent. Bei dieser Marke steht aktuell auch der Preis der Stadtwerke Neustadt. Dort sind 33,90 Cent pro Kilowattstunde im Eintarif zu zahlen. Ab 1. Januar wird es deutlich günstiger. Dann sind nur noch 30,48 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen, hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen.
Die Preissenkung summiert sich. Bei einem Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Eintarifbereich reduzieren sich dadurch die Verbrauchskosten in 2024 um 119,70 Euro. Grob gerechnet reduzieren sich die Stromkosten damit um zehn Prozent im Jahr.
Die Stadtwerke setzen damit ihre Preislinie der vergangenen Jahre fort. „Im Jahre 2023 zählten die Stadtwerke mit ihren Preisen zu den günstigen Anbietern am Markt. In Folge dessen bekamen wir auch vermehrt Kundenzuwachs, zum großen Teil aus den Bayernwerk-Netz-Gebieten. Zur Mitte des Jahres hin senkten auch einige Wettbewerber nach drastischen Erhöhungen wieder ihre Preise“, sagte Sven Thirmeyer von der Stadtwerken.
Ein anderer Vorteil bleibt für die Verbraucher erhalten – der Stromsparbonus. Der war in der Stadtratssitzung im November vorigen Jahres angekündigt und zum Jahresbeginn 2023 eingeführt worden. „Mit Abschluss der Jahresabrechnung 2023 kann nun die Prüfung der Voraussetzungen durchgeführt und den erfolgreichen Kunden der Bonus vergütet werden“, sagte Thirmeyer weiter. Ein Ziel des Stromsparbonus ist die Reduzierung des Stromverbrauchs in 2023 im Vergleich zu 2022 in Höhe von mindestens zehn Prozent. Als Bonus für die Erreichung werden 50 Euro brutto ausbezahlt. Auch 2024 ist eine Weiterführung dieses Stromsparbonus durch die Stadtwerke geplant.
Der Werkausschuss hat dazu bereits grünes Licht gegeben. Der Ausschuss hat in seiner Sitzung zum Monatsbeginn beschlossen, die geplante Preisanpassung zum 1. Januar 2024 sowie die zukünftige Weiterführung des Stromsparbonus-Programms dem Stadtrat vorzuschlagen.Auch wenn sich der Strompreis zuletzt wieder beruhigt hat, bleiben die Belastungen durch die Stromsteuer (2,050 ct/kWh) sowie die Konzessionsabgaben (1,320 ct/kWh und 0,610 ct/kWh) gleich. Die Offshore-Netzumlage für das Jahr 2024 sogar: steigt von 0,591 ct/kWh im Vorjahr auf 0,656 ct/kWh. Dagegen verringerten sich die Beträge der Strom-Umlage um 0,014 ct/kWh auf nun 0,403 ct/kWh. Der KWK-Aufschlag sank ebenfalls leicht auf 0,275 ct/kWh von 0,357 ct/kWh im Vorjahr.
Wasserpreise noch unklar
Die EEG-Umlage wurde zum 1. Juli 2022 auf 0ct/kWh abgesenkt und danach nicht mehr erhoben. Ebenso wurde die Umlage für abschaltbare Lasten ab 1. Januar 2023 nicht mehr erhoben. Die vorläufigen Netznutzungsentgelte des Netzbetreibers Stadtwerke haben sich gegenüber dem Vorjahr von 5,830 ct/kWh auf 7,820 ct/kWh sehr stark erhöht. Die jährliche Grundgebühr blieb gleich bei 50 Euro.
Unklar ist, welcher Preis in Zukunft für das Trinkwasser zu zahlen ist. Auch er wird üblicherweise in der November-Sitzung des Stadtrats festgelegt. Dass es dazu am Montagabend nicht gekommen ist, hat einen einfachen Grund: Die Neuberechnung des Wasserpreises liegt noch nicht vor.
Die Firma, die damit beauftragt ist, schafft es „infolge zahlreicher Anfragen“, wie es in der Sitzung hieß, nicht mehr in diesem Jahr die Kalkulation vorzunehmen. Nur eines ist klar: Voraussichtlich müssen sich die Verbraucher auf eine Gebührenerhöhung einrichten. Die neuen Preise werden erst nach Abschluss der Berechnungen mitgeteilt.