Es gibt viel zu tun: Verantwortliche der Landesgartenschau hoffen auf einen milden Winter

Von Alexander Frimberger · 15. November 2023 um 05:00

Stillstand bedeutet Rückschritt, das gilt gerade mit Blick auf die Landesgartenschau 2025 in Furth im Wald (LGS). Also heißt es den Turbo zünden, damit der Eröffnungstag am 22. Mai 2025 nicht zum Rohrkrepierer wird.

„Wenn vorne der bayerische Ministerpräsident die Eröffnungsrede hält, fahren hinten die Bagger aus dem Gelände“, hat Robert Sitzmann, einer von zwei LGS-Geschäftsführern einmal gesagt. Das zeigt, jede Landesgartenschau ist mit heißer Nadel gestrickt. Damit das in Furth im Wald möglichst nicht so ist, geht es mit voller Kraft voraus. Dementsprechend gelöst und gut gelaunt bitten Sitzmann und sein Geschäftsführer-Kollege Herwig Decker zum Pressegespräch, um die neuesten Entwicklungen zu präsentieren.

Am Hofergelände geht‘s los

Aktuell wird das Hofer-Gelände in Angriff genommen. Die Firma Kolbeck ist beauftragt, den Postgartenweg und die Insel zu gestalten und den Gewässerumbau zu verwirklichen. Die Toilettenanlage und die Spielplatzbereiche werden anderweitig vergeben. Noch im November will man starten. Der Abschluss ist für Ende 2024 geplant. „Wir wollten eigentlich schon im Oktober starten, haben jetzt vier Wochen Verzögerung, aber das fällt nicht groß ins Gewicht“, sagt Decker und ergänzt mit Blick auf wetterbedingte Unterbrechungen: „Natürlich wünschen wir uns einen milden Winter.“

Verzögerungen gibt es auch rund um den Abriss der beiden Brücken am Zipperersteg. Zweimal schon wurde die Maßnahme verschoben. Sitzmann sagt, es liege schlicht und einfach am krankheitsbedingten Engpass der ausführenden Firma. In den nächsten Tagen soll es nun aber endgültig losgehen. In dem Bereich entsteht der sogenannte „Loop“, die geschwungene Brückenkonstruktion, die zu einem der Leuchttürme der LGS werden soll und der Ausgangspunkt des Drachenstegs ist. Dieser verbindet die Inseln zwischen Kalter Pastritz, Mühlbach und Chamb und führt unter der Schächtl-Brücke vorbei an der Leonhardi-Kapelle zum Gelände Cave Gladium und letztlich zum Weiherdamm. Zum Teil wird der Steg auf Pfosten montiert. Dafür werden sogenannte Stahlrammpfähle bis zu acht Meter tief im Boden versenkt, auf denen dann die Konstruktion ruht. Entlang der Bäche werden Brunnenfundamente verwendet. Ringe müssen dazu in Schichten im Boden versenkt und dann mit Beton aufgefüllt werden. Der Bereich rund um die Schächtlbrücke wird nicht ganzjährig Wasser führen. Das wird gestalterisch angepasst.

Vorgestellt wurde auch Sandra Kleemann, die die Leitung des Veranstaltungsbereichs übernommen hat. „Für uns ist das eine tolle Erleichterung“, sagt Sitzmann, der mit der Touristikerin schon während der Landesgartenschau in Wassertrüdingen zusammengearbeitet hat. „Dort hat sie ein gelungenes Kulturprogramm auf die Beine gestellt.“ Wertvoll sei auch, so Decker, dass die 28-Jährige mit Wassertrüdingen in einer Stadt vergleichbarer Größe gearbeitet habe. „Sie weiß mit den regionalen Begebenheiten umzugehen.“ Natürlich beginne jetzt die Einarbeitungszeit. Decker: „Aber wir fangen nicht bei null an. Es haben sich schon viele gemeldet, die mitmachen wollen.“

Bunter Veranstaltungsmix

Kleemann strebt einen bunten Mix aus Kultur und Sport an. Aussteller sollen einbezogen und Fachwissen vermittelt werden. Örtlichen Akteuren wird eine breite Bühne angeboten, damit die Identifizierung vor Ort erhalten bleibt. Andererseits sollen Highlights gesetzt werden, damit auch Dauerkartenbesitzer vermehrt auf ihre Kosten kommen. In Wassertrüdingen war dies zum Beispiel ein Sommerfest mit der Band Marquess, Feuerwerk und Lichtermeer. Auch der Tag der Chöre brachte durchschlagenden Erfolg: 10000 Besucher sind damals gekommen.

Decker: „Tagsüber werden die Vorführungen eine halbe Stunde bis 40 Minuten dauern.“ Die aufwendigen Veranstaltungen laufen dann eher abends.

Noch ein Wort zum Drachen: Der wird laut Decker für alle LGS-Besucher „schlafend“ zu sehen sein. Für bewegte Vorführungen soll es dann ein Kombiticket geben.

Landesgartenschau 2025 Furth im Wald: Der „Loop“

Der „Loop“ sorgt immer wieder für Gesprächsstoff, kommt er oder vielleicht doch nicht? „Er kommt“, betonen die beiden LGS-Geschäftsführer Herwig Decker und Robert Sitzmann. Wie Decker weiter ausführt, besteht aber unter Umständen die finanzielle Notwendigkeit, die beiden Ausbuchtungen, die über einen weiteren Steg zum Wasser führen, wegfallen zu lassen.

Kritisiert wurde auch das geplante Lamellengeländer, das für viele Unfallgefahren birgt. Um die Situation zu entschärfen, wird dort ein Handlauf angebracht werden.

Die beiden Ausbuchtungen im Loop, fallen möglicher Weise weg. Foto: Skizze: LGS/Sitzmann