Live-Musik auf Weihnachtsmärkten: Fallen Rechnungen auch im Kreis Schwandorf höher aus?

Von Johannes Lesser · 15. November 2023 um 05:00

Meldungen aus den Städten Cham und Regensburg sorgten bei Fans von Weihnachtsmärkten im Kreis Schwandorf für Verunsicherung: Die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) berechnet die Gebühren für Live-Musik neu. Das könnte höhere Gebühren mit sich bringen – und vielleicht auch Eintrittsgelder?

In Teublitz fallen heuer schon Mehrkosten an. Wie Thomas Stegerer von der Pressestelle der Stadt mitteilt, bewegen sie sich in Höhe von etwa 33Euro. Das liege noch im vertretbaren Bereich, weshalb Teublitz keine Änderungen am Musikprogramm vornehmen werde. Die Stadt behalte die Preisentwicklung jedoch im Auge und werde bei den „Planungen künftiger Veranstaltungen im Einzelfall entscheiden“.

Guteneck schränkt nicht ein, Neunburg setzt weiter auf Live-Musik

Beim Weihnachtsmarkt auf Schloss Guteneck sollen im Vorfeld keine Einschränkungen wegen der potenziellen Kostensteigerungen getroffen werden. Die Änderungen im Vergleich zum Vorjahr würden sich im Anschluss herausstellen und seien von den auftretenden Künstlern abhängig, teilt die Pressestelle mit.

Ganz ähnlich verhält es sich auch in Neunburg. Ulrike Meixner aus dem Stadtmarketing betonte, der Stadt sei es wichtig, ein „tolles Rahmenprogramm“ anzubieten und nicht daran zu sparen. Lokale Gruppen sollten die Chance erhalten, eigene Bühnenerfahrungen zu sammeln. Die Stadt werde, wenn nötig, „in den sauren Apfel beißen“. Der Städtetag halte die Organisatoren jedoch über alle Entwicklungen bezüglich der Gema auf dem Laufenden.

Gruppen, die live auftreten, spielen in Nittenau lizenzfreie Musik

In Nittenau werden sich die Gruppen, die live auftreten, auf lizenzfreie Musik beschränken. Darunter fallen alle Werke, deren Komponist vor mindestens 70 Jahren verstorben ist. Geschützte Stücke sollen dafür über Lautsprecher abgespielt werden. Die Gebühren dafür liegen laut Organisatorin Birgit Auburger im selben Bereich wie in den Vorjahren. Durch den klar abgegrenzten Standort könne auch die Beschallungsfläche im Detail angegeben werden.

Im Zeitraum vom ersten bis zum dritten Advent finden die Weihnachtsmärkte im Städtedreieck statt. Den Anfang macht der Adventsmarkt in Burglengenfeld. Die Stadt musste sich bereits bei der Planung des Bürgerfestes mit den Gema-Gebühren befassen. Insgesamt würden die Abgaben von Jahr zu Jahr etwas schwanken. Wie bei Schloss Guteneck komme es auf die auftretenden Künstler an, hieß es.

Einen Einschnitt im Programm wird es auch in Maxhütte-Haidhof nicht geben. Seit Jahren berechne die Stadt die anfallenden Gebühren über die Veranstaltungsfläche, wodurch sich an den Gebühren von etwa 770 Euro aus dem vergangenen Jahr wenig ändere.

Der Hintergrund: Gema berechnet die Kosten neu

Recht: Anlass der Sorge um die Lizenzkosten ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2011. Dieses erlaubt der Gema, für die Berechnung der Gebühren nicht nur den Raum um die Bühne der Liveauftritte, sondern den gesamten Veranstaltungsbereich zu verwenden.

Nachmessung: In den vergangenen Jahren war die Gesellschaft zunehmend dazu übergegangen, die angegebene Fläche der Veranstaltungsorte mit der Hilfe von Google Maps nachzumessen – und auf dieser Grundlage teilweise hohe Nachzahlungen zu fordern.

Verhandlungen: Einzelne Orte konnten sich bislang noch auf Rabatte einigen, ab 2024 soll auch damit jedoch Schluss sein. Nun liegt die Hoffnung vieler Veranstalter auf dem Städtetag, um in Verhandlungen mit der Gema einen weiteren Preisanstieg zu verhindern.