Der Kulturverein KiSH macht weiter – aber nicht in Postbauer-Heng

Traurig, aber wahr. Für das KiSH hat sich nach der Eigenbedarfskündigung der Kulturkneipe durch den SV Postbauer keine geeignete neue Heimat im Markt gefunden. Der Kulturverein KiSH wird aber weiter Konzerte veranstalten. Jetzt ist auch bekannt, wo.
Bei der Gemeinderatssitzung Anfang November hatte Bürgermeister Horst Kratzer noch eine 1000-Euro-Spende für den Verein in Aussicht gestellt, wenn es weiter Konzerte in der Gemeinde gebe, etwa im Deutschordensschloss.
Lesen Sie hier: Aus für den Musikclub KISH in Postbauer-Heng
Wenige Tage später postete Andreas Hutzler dann auf der Homepage von KiSH-live das Ergebnis der Mitgliederversammlung, die sich am 8. November „mit überwältigender Mehrheit für den Wechsel des Kulturvereins KiSH nach Feucht ausgesprochen hat.“ Neue Spielstätten werden die große Reichswaldhalle in Feucht und die Bürgerhalle in Moosbach zwischen Feucht und Winkelhaid sein, in die auch 250 Menschen passen.
In der Suche der Kommune nach einer neuen Spielstätte sieht Andreas Hutzler letztlich nur eine nette Geste ohne geeignete Räume zu haben. Das gelte auch für das Deutschordensschloss in Postbauer, das in einem Wohngebiet liege, wo keine lauten Veranstaltungen zu nachtschlafender Zeit durchgeführt werden dürften.
Sogar das K3 fragte bei Andreas Hutzler an
Aus vielen Nachbargemeinden sei man aber in den letzten Monaten mit werbenden Angeboten auf ihn zugekommen, erzählt Andreas Hutzler. Sogar die K3-Schaffenden in Neumarkt hätten gefragt, ob er bei ihnen weitermachen wolle. Am verlockendsten waren aber offensichtlich die Kontakte mit dem Musikbund der Kulturschaffenden in Feucht. „Mein alter Realschullehrer Helmut Schall hat dort schon vor vielen Jahren in der immer vollen Reichswaldhalle die Serie ‚Schall und Rauch‘ mit deutschlandweit bekannten Kabarettisten von Django Asül bis Erwin Pelzig veranstaltet.“ Das war seinerzeit für Hutzler eine Motivation, in Postbauer-Heng Ähnliches auf die Beine zu stellen.
Lesen Sie hierzu: Ein großer Name in der Kleinkunst
„Ich schaue jetzt nach vorne und freue mich über die Entscheidung, die der Verein getroffen hat“, schüttelt der gebürtige Feuchter die Gedanken an vermisste Wertschätzung in den letzten Jahrzehnten ab und freut sich über die Willkommenskultur in seiner alten Heimat. Die spüre er nicht nur in vielen Glückwünschen in den sozialen Medien sondern auch vom Feuchter Bürgermeister Jörg Kotzur und zitiert aus einer Nachricht von Judith Grieß aus dem Veranstaltungsbüro der Reichswaldhalle: „Ihr werdet Feucht endlos bereichern. Wenn ihr Unterstützung braucht, meldet euch. Gerne bin ich auch privat mit dabei."
Acht Veranstaltungen pro Jahr geplant
In den beiden Hallen will der Verein, der sich nun von „LIVEszene Postbauer-Heng e.V.“ in „kish.ev“ umbenennt, ab 2024 jedes Jahr acht Veranstaltungen durchführen. „Viermal Kabarett und viermal Musik.“ Man hoffe, wieder bekanntere Namen zu bringen, mit denen im kleineren KiSH nichts zusatande gekommen sei, sagt Andreas Hutzler.
Nicht alle Weggenossen aus der Oberpfalz gehen aber den Weg ins Nürnberger Land mit. Zehn ausgetretenen Mitgliedern stünden aktuell doppelt so viele neue Mitglieder vor allem aus dem neuen Einzugsgebiet, das bis Nürnberg reicht, gegenüber. „Da kommen mit Sicherheit noch eine ganze Reihe nach", glaubt Hutzler.
Die Wege trennen sich
Vielen Freunden des alten KiSH im Centrum von Post-bauer-Heng, die den Weg nach Feucht nicht mitgehen, spricht aber wohl Arnd Willmann, der Umweltbeauftragte des Marktes, aus dem Herzen. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich meine Kraft den Ehrenämtern in Postbauer-Heng widme und daher ein Umzug, wohin auch immer, für mich nicht in Frage kommt. Die einmalige Atmosphäre der Räumlichkeit des Kish im Henger Sportheim, die ich mitgestalten durfte, ist Geschichte. Ein Stück Heimat ging für mich verloren, Abende mit umwerfenden Künstlern, mit Freunden der Kultur zu dienen, all das ist vorbei. Ich wünsche den KiSHlern alles Gute und viel Erfolg, ich bin nicht mehr dabei ..."