Suche nach neuen Stadthallen-Pächtern in Cham: Eine Lösung scheint in Sicht

Von Christoph Klöckner · 13. November 2023 um 19:00

Das Gespenst einer verwaisten Stadthalle ohne Pächter für das Restaurant und ohne Catering-Service in der Halle selbst scheint vom Tisch zu sein. Zumindest ist in Cham eine Lösung in Sicht – so drückte sich jetzt Bürgermeister Martin Stoiber vorsichtig aus, um nicht zu viel Optimismus zu versprühen.

Seit dem Frühjahr, als die jetzigen Pächter des Fischer Man‘z , die auch das Hallencatering innehaben, ihren Rückzug wegen andauerndem Personalmangel ankündigten, schwebt dieses Gespenst durch die Stadthalle.

Denn erste Fristen verstrichen, eine im Juli, eine weitere nach den Sommerferien, ohne dass Bewerbungen um die Stadthallen-Gastronomie eingingen. Für die Stadt wäre eine Halle ohne Gastronomie und Catering das Schlimmste, wie die Verantwortlichen bereits im Frühjahr deutlich machten.

Bewerbungsfrist ausgesetzt

Daher hatte Stoiber die Bewerbungsfrist praktisch zuletzt ausgesetzt und damit Bewerbungen jederzeit möglich gemacht. Auch jetzt ist das Restaurant der Stadthalle und das Catering noch zu haben – Bewerbungen sind weiterhin möglich.

Bis 1. April werden die bisherigen Pächter – Stephan Fischer und Manuel Mühlbauer – noch in der Stadthalle arbeiten – das Catering wird bis dahin von ihnen weitergeführt, während das Restaurant bereits zum 31. Januar 2024 schließt. Bis dahin müssen also Nachfolger gefunden werden, wobei die beiden bisherigen Gastronomen am Catering für die Halle weiter interessiert wären, nur der Restaurantbetrieb sei ihnen zu viel.

Es würden demnächst Auswahlgespräche mit Bewerbern stattfinden, gab der Bürgermeister jetzt auf Nachfrage konkreter werdend bekannt. Den Worten nach gibt es gleich mehrere Bewerber um die Gastronomieverpachtung, wobei Stoiber nicht darauf eingehen wollte, um welches Los es dabei geht – sprich, ob ein Bewerber beide Bereiche – Gastronomie und Catering – übernehmen will, wie das bisher war und wie es der Stadt am liebsten wäre oder ob es nur um einen Bereich geht.

Bewerbungen auch für Einzelbereiche

Der Bürgermeister hatte aber schon im Frühjahr klar gemacht, dass auch Bewerbungen für Einzelbereiche möglich sind, also nur fürs Restaurant oder nur fürs Hallencatering. Die Trennung ist auch vor Ort möglich, da zwei unterschiedliche Küchen vorhanden sind. Da es nun Bewerber gebe, habe die Stadt jetzt eine gewisse Planungssicherheit, dass es 2024 dort weitergeht.

Martin Stoiber betonte, dass die Ausschreibung für eine Verpachtung gezeigt habe, dass man heute einen langen Atem brauche, bis sich eine Lösung auftue: „Wenn man die Ausdauer hat, ergibt sich eine Lösung!“ Das beobachte er aktuell bei vielen Ausschreibungen für offene Stellen bei der Stadt.

Personalsuche immer schwieriger

„Es wird einfach immer schwieriger, Personal zu finden!“ Künftig müssten Arbeitgeber wohl ihre Wünsche und Kriterien für Bewerber zurückfahren, um Personal zu finden. „Es wird wohl so sein, dass man in Zukunft das nicht bekommt, was man gerne hätte!“, so Stoiber. Ausgeschrieben hatte die Stadt zuletzt eine Hausaufgabenhilfe für wenige Stunden an der Grundschule und dafür ein abgeschlossenes Studium in einem pädagogischen Fach gefordert.

„Das ist das, was gefordert ist bei solch einer Beschäftigung“, sagte er. Bislang seien solche Jobs auch immer noch besetzbar gewesen, etwa durch Rentner oder Pensionäre, die sich für eine solchen Minijob begeistern könnten.

Gutes Angebot als Ziel

Die beiden aktuellen Pächter der Stadthallengastronomie sind bereits die zweiten vor Ort – der erste gab nach wenigen Monaten auf, obwohl der Pachtvertrag über zehn Jahre lief. Das Ziel der jetzigen Ausschreibung sei, das gastronomische Angebot – gut bürgerlich und international – mit guter Wirtschaftlichkeit aufrechtzuerhalten, wie es heißt. Besucher sollen demnach auch künftig ein attraktives Gastronomieangebot im Restaurant der Stadthalle und im Veranstaltungscatering wahrnehmen können. Gleichzeitig soll das Angebot ökologisch vorbildlich sein.

Bewerbung noch möglich

Börse: Auf der Pachtbörse der Paulaner Brauerei wie auch auf anderen, einschlägigen Internet-Plattformen ist die Ausschreibung wie die Suche nach Nachfolgern für die Gastronomie der Stadthalle noch präsent. Wer also noch möchte, kann sich noch bewerben – fürs Catering oder/und das Restaurant.

Beschreibung: Die moderne Stadthalle, Baujahr 2018, sucht demnach fachkundigen Pächter für Restaurant und Catering, Schank- und Speisegaststätte mit einem Gastraum mit 90 Plätzen und einer Freischankfläche mit 64 Plätzen sowie der Halle mit 800 Saalplätzen. Alles ist komplett eingerichtet, bislang war das Angebot gut bürgerlich und international, soll – wenn möglich – auch so erhalten bleiben.

Tiefgarage: Der Stadthalle angegliedert sind demnach zwei zusammenlegbare Tagungsräume mit je 60 Quadratmeter sowie ein Tagungsraum mit 120 Quadratmeter. Direkt bei der Stadthalle befinden sich 164 Tiefgaragenstellplätze, der Restaurantgast kann ebenerdig in das Restaurant gelangen. Über 130 Veranstaltungen pro Jahr zählt der Veranstaltungsort mittlerweile laut Stadt.