Drei Preisträger: Der Zukunftspreis würdigt das Kulturleben im Landkreis Schwandorf

Der Zukunftspreis des Landkreises Schwandorf für besondere Leistungen in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Bildung und Umwelt wurde am Donnerstag zum zehnten Mal vergeben. In diesem Jahr zeichnete man zum dritten Mal herausragende Leistungen im Bereich Kultur aus. Neben den drei regulären Preisträgern gibt es auch einen Sonderpreis.
Die Preisträger sind der Pascherverein im Schönseer Land , das Zwickl Dokumentarfilmfestival Schwandorf und die Stadt Nabburg in Verbindung mit dem OVIGO-Theater. Einen Sonderpreis erhielt die Mädchenrealschule St. Josef in Schwandorf.
Kultur als Bereicherung für das Leben
Kultur bereichere das Leben, sagte Alois Hagl, Vorsitzender des Vereins „Partner für den Landkreis Schwandorf“. Personen, Werke und Projekte, die eine positive Wirkung auf die Ausstrahlung des Landkreises haben, hätten gute Chancen, den Zukunftspreis Kultur zu erhalten. Die Kulturschaffenden, die sich beworben haben oder die vorgeschlagen wurden, seien wieder beispielhaft für das bunte und vielfältige Kulturleben im Landkreis Schwandorf.
Die Jury hatte laut Landrat Thomas Ebeling (CSU) eine schwierige Aufgabe, unter so „tollen Bewerbungen“ zu wählen. Keinesfalls gebe es 18 Verlierer, betonte Festredner und Jurymitglied Tobias Appl, Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz. „Fühlen Sie sich alle ausgezeichnet. Sie alle helfen mit Ihrem Engagement mit, unsere Heimat noch attraktiver, noch lebens- und liebenswerter zu gestalten.“
Es seien wahre Orte des Miteinanders und des Gemeinsinns und auch der Demokratie, wo Kultur geschaffen werde. „Man kann Ihre Leistung nicht hoch genug loben.“ Die Galaveranstaltung finde an einem geschichtsträchtigem Tag statt, nämlich dem 9. November, sagte Appl und erinnerte beispielsweise an die Reichspogromnacht oder an den Fall der Mauer.
Gerade heute gelte es, nicht nur zurückzuschauen, sondern auch darüber nachzudenken, welche Lehren man aus der Geschichte ziehen und welchen Beitrag die Kultur für eine gute Zukunft leisten könne. „Vieles hat sich bei uns sehr gut entwickelt. Kultur ist heute so notwendig wie nie. Denn Kultur sorgt für eine besondere Lebensqualität, für starke persönliche Bindungen, für eine Wir-Gefühl, für Verwurzelung und Weltoffenheit gleichermaßen“, sagte Appl unter dem Applaus.
Es gehe um die Zukunft, schließlich werde der Zukunftspreis verliehen. Laut Appl sei es wichtig, materiell wie auch im Denken Räume zu schaffen. „Gasthäuser, Kirchen oder Vereinsheime verlieren an Relevanz“, mahnte der Redner. Man müsse Strukturen schaffen, die das Ehrenamt unterstützen und gleichzeitig freien Raum lassen. „Kultur ist immer auch eine Demokratieschule. Sie hilft zudem gegen Vereinsamung und sie ist einer der ganz entscheidenden Zukunftsfaktoren für unsere Region und für unsere ganze Gesellschaft.“
Auszeichnung für ganz besondere Theaterarbeit
Mit Dynamik in die Zukunft gehen, das verkörpere laut Hagl die Skulptur selbst. Entworfen und gestaltet wurde sie von Paul Schinner aus Nabburg. Sie wurde drei gleichwertigen Preisträgern in drei Kategorien überreicht, zusammen mit je 1000 Euro: für darstellende und bildende Kunst, für Orte der Kultur und für Heimatpflege.
Alle 21 Bewerber wurden anhand eines Kurzfilms vorgestellt. Jurymitglied Sissy Thammer überreichte den Preis für darstellende und bildende Kunst an den Pascherverein im Schönseer Land für eine „ganz besondere Theaterarbeit, die die Integration großer Teile der Bevölkerung, von Kindern bis zu den Alten beinhaltet“. „Das ist wichtig heute, wo bedrohliche Grenzen errichtet werden zwischen Menschen und Parteien, zwischen Arm und Reich.“ Der Preis möge helfen, diese Grenzen abzubauen und zu erkennen. Der Pascher Verein im Schönseer Land sei ein Brückenbauer.
Die nächste Laudatio hielt Mathias Säm Wagner für die Kategorie „Orte der Kultur“. Er überreichte den Preis an das Zwickl Dokumentarfilmfestival Schwandorf, das eine „hervorragende Inspirationsquelle des Landkreises und der Region" sei. Ehrenamtlich und mit Liebe zum Detail würde das Festival gestalten, so Wagner.
Für den Bereich Heimatpflege wurde die Stadt Nabburg in Verbindung mit dem OVIGO-Theater durch Dr. Tobias Hammerl ausgezeichnet. Die geführte Erlebniswanderung „Stille Wasser – die Naab erzählt“ ermögliche es, sich mit der Heimat auseinanderzusetzen.
Sonderpreis für Mädchenrealschule
„Sie bringt die verschiedensten Menschen zusammen, die ihre Heimat ein Stück besser machen, und sie schafft ein Stück Heimat und Identität mit Strahlkraft nach außen“, so Hammerl. Diese ehrenamtliche und bürgerschaftliche Initiative genüge höchsten dramaturgischen Ansprüchen.
Einen Sonderpreis und 500 Euro, gestiftet und überreicht von Sissy Thammer und Stadträtin Sonja Dietl, erhielt die Mädchenrealschule St. Josef für ihr Projekt „Braunkohle“. Es handelt sich um eine interaktive und nachhaltige Museumsführung für die 5. Klassen zum Thema Braunkohleabbau. Diese Geschichtsarbeit sei so gut und niveauvoll, sagte Dietl, dass sie als fester Bestandteil in das Museumsprogramm aufgenommen wurde und einen Hauptpreis des Bayerischen Kultusministeriums erhielt.
Die Auszeichnung im Überblick:
Die Bewerber: OVIGO Theater e. V., Burglengenfelder Stadtführungen, Marionettentheater Schwandorf e. V., Zwickl Dokumentarfilmfestival Schwandorf, Norbert Hintermeier, Julian Lautenschlager, Simon Süß, Heiko Herrmann, Mädchenrealschule St. Josef, AWO Tanz-gruppe Grün Weiß Oberviechtach, Heimat- und Bauermuseum Bruck e. V. Keller No 10, Pascherverein im Schönseer Land e. V., Heimatmuseum Stadlern /Heimatkundlicher Arbeitskreis Stadlern, Jugend- und Musikclub Schönsee e. V., Schloss Guteneck Projekt GmbH, Stadt Nabburg in Verbindung mit OVIGO Theater, MVB Office Peter Hillmann, Theater- und Festspielverein Nittenau, Oberpfälzer Volkskundemuseum/ Museum Pfreimd, C-F-G-Gymnasium
Die Jury: Das Gremium besteht aus Volker Liedke, Jürgen Dehm, Sissy Thammer, Bärbel Kleindorfer-Marx, Alois Hagl, Tobias Appl und Tobias Hammerl.