Perlen, Pfeilspitzen und Feuerstahl entdeckt: Forscher beenden Arbeiten in Iffelsdorf für heuer

Am vergangenen Freitag endeten für dieses Jahr die Ausgrabungsarbeiten in der slawischen Nekropole auf dem Kapellenäcker in Iffelsdorf bei Pfreimd.
Seit 2011 entdecken hier Archäologen und Anthropologen des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien sowie des Bamberger Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, darunter auch Studierende, immer wieder Interessantes. „Wir werden längst international wahrgenommen“, erklärt Grabungsleiter Hans Losert.
In dieser Saison fand man vor allem Glasperlen in verschiedenen Farben und Formen aus dem Frühmittelalter, also aus den Jahren zwischen 700 und 900, berichten die technischen Grabungsleiter Jana Pfneiszl und Roman Schneider.
Akribisch und vorsichtig wurde auch heuer die Erde abgesucht. Gefundene Teile säuberte man zunächst mit einem Pinsel, um die letzte Schicht Humus zu entfernen. Der Boden hier in Iffelsdorf sei sauer und und vor allem wasserdurchlässig, sagt Jana Pfneiszl.
Schwert am wertvollsten
Immer wieder werden Schätze wie Pfeilspitzen, Messer, Tontöpfe oder Feuerstahl, das frühere „Feuerzeug“, gefunden. Der wertvollste Fund, sagt Losert, sei bislang ein Schwert gewesen. Jedes Mal ist die Freude unter den Wissenschaftlern groß.
Rund 150 Gräber wurden hier im Laufe der Zeit gefunden und ausgegraben. Aber nicht nur das: In diesem Sommer entdeckte man ein größeres, rechteckiges Grab – ob es tatsächlich eines ist, stehe noch nicht fest, so Losert. Etwa seit dem Jahr 700 habe man die Toten auf Scheiterhaufen verbrannt und die ausgelesenen Knochen in Urnen aus Ton oder Holz bestattet. In der Zeit davor fand eine Leichenbestattung in Baumsärgen statt. Grabbeigaben waren üblich, neben vielen andere Grabriten.
Im Sommer 2024 sollen die Untersuchungen in dieser ungewöhnlichen Nekropole weitergeführt werden. Iffelsdorf ist ein archäologisch und geschichtlich spannender Bereich, in dem es sicherlich noch einiges zu entdecken gibt.
Lions Club hilft mit Geld
Man erwartet viele weitere Überraschungen. Doch die Arbeiten sind aufwändig und kostenintensiv. Der Lions Club Schwandorf unterstützt seit Jahren das Projekt mit Spenden, dieses Mal mit 2000 Euro, die Präsidentin Renate Ahrens überreichte.
Begonnen mit dem Ausgrabungsprojekt hatte alles im Jahr 1954: Beim Ausbau der Straße zwischen Iffelsdorf und Untersteinbach entdeckte man zufällig direkt an der Kante der untersten überschwemmungsfreien Naabterrasse drei frühmittelalterliche Gefäße aus dem siebten und achten Jahrhundert, die 1960 vom Museum der Stadt Regensburg erworben wurden. 1973 barg der damalige Kreisheimatpfleger Ernst Thomann Bruchstücke eines durch den Pflug bereits beschädigten Topfes, der heute im Museum Nabburg aufbewahrt wird.
Das Gelände sei für einen Bestattungsplatz sorgsam ausgewählt worden: Die Hangneigung ist niedrig und das Risiko einer Überflutung durch die Naab gering. Bis zu Beginn der Ausgrabungen wurden die Böden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Funde liegen nicht tief im Boden. Das Team an Archäologen und Anthropologen freut sich bereits jetzt auf nächstes Jahr und auf viele spannende Entdeckungen.