Kommentar zur geplanten Steinbruch-Erweiterung: Grüne Zement-Transporter sind nicht genug

Von Thomas Rieke · 9. November 2023 um 15:20

MZ-Redakteur Thomas Rieke sieht die Pläne von Heidelberg Zement in Burglengenfeld kritisch. Die Eingriffe in die Natur sind ihm jetzt schon zu groß. Wenn sich die Kommune auf eine Erweiterung des Steinbruchs einlasse, müsste sich der Konzern auf anderen Feldern deutlich großzügiger zeigen.

Nicht erst, seit die Silo-Fahrzeuge grün lackiert sind, müht sich Heidelberg Materials, sein Image aufzupolieren. Doch die aktuellen Pläne zur Steinbruch-Erweiterung zeigen deutlich, an was das Unternehmen wirklich interessiert ist: maximale Ausnutzung von Ressourcen.

Echten Naturschützern stehen angesichts des drohenden Landverbrauchs und angesichts der Zumutungen für die Nachbarn die Haare zu Berge. Irritierend ist auch, mit welcher Selbstverständlichkeit bei der Präsentation schon davon gesprochen wurde, wie man vorgehen wird, nicht wie man würde, wenn man darf. Man geht also felsenfest davon aus, dass das Vorhaben genehmigt wird.

Stadt und Behörden wären gut beraten, den Konzern kritischer zu betrachten als bisher. Die Zeiten, als das Werk größter Arbeitgeber war, sind längst vorbei, weiterer Jobabbau ist programmiert. Und spätestens seit die Klimaschutzdebatte Fahrt aufgenommen hat, müsste jedem klar sein, wie verheerend die Öko-Bilanz des Unternehmens noch immer ist.

Lange Rede: Eine Zustimmung zu den Plänen sollte mit harten Bedingungen verknüpft werden. Und der Konzern müsste signalisieren, dass er bereit ist, Burglengenfeld mehr zu geben als bisher. Unterstützung beim Ausbau des Wärmenetzes wäre zum Beispiel eine gute Idee.

Dieser Kommentar gehört zu folgendem Text: Pläne des Zementwerks: Steinbruch soll um 45 Hektar wachsen