Ernst Beil aus Weltenburg: Zinnfiguren sind seine Leidenschaft

Der standhafte Zinnsoldat von Hans Christian Andersen ist ein allseits bekanntes Märchen. Ernst Beil aus Weltenburg machte die bunte Welt der Zinnfiguren zu seinem Lebenswerk, welches er ab heute in der Sparkasse Kelheim für die Öffentlichkeit ausstellt.
Mit etwa 26 Jahren – kurz nach seiner Hochzeit – begann Beil, kleine Bleifiguren zu bemalen. „Nach dem Heiraten wollte ich ein bisschen ruhiger werden“, verrät der Künstler, für den das Hobby mittlerweile unabdingbar geworden ist. Im Laufe der Zeit strebte Beil immer mehr in Richtung Perfektion, wodurch seine Figuren immer schöner, schwieriger, aber auch teurer wurden.
„Mein Vater war Maler. Deshalb liegt mir das Gefühl, mit Farben umzugehen quasi im Blut“, fügt er hinzu. Beil erinnert sich auch an die Worte seines Lehrers, als er noch zur Schule ging: „Der Ernst ist zwar ein richtiger Lausbub, aber er ist definitiv ein Künstler!“ Mittlerweile ist ernst Beil 70 Jahre alt und hat eine Sammlung von rund 600 Zinnfiguren. Jede Figur wird von Hand bemalt, gelötet und teilweise umgebaut. Dieser mühevolle Prozess nimmt etwa eine Woche pro Figur in Anspruch.
Alle Uniformen sind historisch korrekt
Unter den Motiven finden sich kleine Soldaten, historische Persönlichkeiten, Märchenszenen in Form von Dioramen und sogar erotische Motive. „Lustig und schön muss es sein – das ist das Wichtigste“, erklärt der Künstler, der großen Wert darauf legt, dass seine Werke dem Betrachter Freude machen. Auch Details sind für den gelernten Maschinenschlosser von großem Wert. „Alle Uniformen, die Beils kleine Zinnsoldaten tragen sind historisch gesehen korrekt“, erklärt Donald Franciosi – ein Freund von Ernst Beil, der gemeinsam mit Robert Kolb beim Aufbauen und Bestücken von Vitrinen mithalf. Der Aufbau der Ausstellung nahm zwei Tage und viele helfende Hände in Anspruch. Dabei mussten die filigranen Figuren teilweise mit Hilfe einer Pinzette in den Schaukästen platziert werden. Seinen Beruf als Maschinenschlosser betrachtet Beil dabei nicht als Hindernis für sein künstlerisches Schaffen. Ganz im Gegenteil: „Wer was Grobes kann, der kann auch was Feines.“
Viele Medaillen und Urkunden gewonnen
Seine künstlerischen Fähigkeiten im Bemalen der kleinen Figuren perfektionierte Ernst Beil mit Hilfe seiner erfahrenen Vereinskollegen, die er als Mitglied der Landesgruppe Ostbayern kennenlernte. „Dabei lehrte man mir die besten Techniken, Tricks, Materialkunde und Effekte“, erzählt der Aussteller.
Und die Mühen haben sich offensichtlich gelohnt: Mittlerweile hat der Künstler unzählige Urkunden und sogar zwei Silbermedaillen vorzuweisen, die im Rahmen der Zinnfigurenausstellung ebenfalls zu sehen sind.
Die Besucher erwartet eine spannende Reise durch die jahrelangen künstlerischen Schaffungswerke und Hintergrund Informationen aus erster Hand rund ums Thema Zinnfiguren.

