Fronfeste: Stadt Burglengenfeld sollte für ihren Mut belohnt werden

Von Thomas Rieke · 8. November 2023 um 05:00

Seit Jahren ist die Sanierung der Fronfeste ein Thema, das nicht nur den Stadtrat polarisiert. Das Projekt sei nicht nur ein weiteres Beispiel für vorbildliche Sanierung und damit eine Aufwertung für die gesamte Altstadt. Es sei auch gelungen, einen ungewöhnlich hohen Teil der Kosten durch Fördergelder abzudecken, sagen die Befürworter. Das Ganze sei Geldverschwendung pur, denn es fehle ein wirklich sinnvolles Nutzungskonzept, sagen die Gegner. Und sei Burglengenfeld angesichts seiner Schulden nicht zu einem harten Sparkurs verpflichtet?

Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Tatsächlich bedeutet die Investition, trotz erheblicher Zuschüsse, für den städtischen Etat eine Belastung. Aber letztlich erscheint der Aufwand doch vertretbar, zumal jeder einzelne Schritt, so versichert zumindest der Stadtbaumeister glaubhaft, wohlüberlegt ausgeführt wird.

Der Kommentar gehört zu einem Bericht über die jüngste Sitzung des Burglengenfelder Bauausschusses. Lesen Sie dazu: Fronfeste: Stadt opfert architektonische Besonderheit

Unterm Strich werden die Burglengenfelder ein Gebäude bekommen, das ein weiteres Schmuckstück darstellt und an wichtige Phasen ihrer Geschichte erinnert. Die Alternative wäre fortschreitender Verfall gewesen, der irgendwann mit einem Abbruch geendet hätte.

Nicht vergessen werden sollte die Strahlkraft, die von einer solchen Maßnahme ausgeht. Wenn eine Kommune vorexerziert, wie ein marodes Gebäude auf Vordermann gebracht und wieder mit Leben erfüllt werden kann, könnte das andere Immobilieneigentümer ermutigen, daran anzuknüpfen.

Die Burglengenfelder sollten daher weniger nörgeln, sondern dankbar sein, dass die Kommune aktiv geworden ist. Und was die künftige Nutzung der Fronfeste betrifft: Das liegt auch an den Bürgern selbst. Es ist an ihnen, das Konzept anzunehmen und gegebenenfalls zu ergänzen.