Nach Sprengung in Lohberg: Zwei Bankautomaten im Landkreis Cham stillgelegt

Unbekannte haben in der Nacht auf den 26. Oktober, den Geldautomaten der Lohberger Filiale der Raiffeisenbank gesprengt und das Geld geraubt. Seitdem sind sie flüchtig. Nun haben sich die Führungskräfte der Raiffeisenbank entschlossen, zwei weitere Bankautomaten im Landkreis Cham bis auf Weiteres stillzulegen.
In Haibühl befindet sich über der Filiale eine Wohnung, und in Warzenried gleicht die Örtlichkeit der in Lohberg. Franz Wellisch, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Eschlkam-Lam-Lohberg-Neukirchen b. Hl. Blut eG, sagt: „Wir können baulicher Art auf die Schnelle nichts ändern, beziehungsweise Alarmsysteme einbauen“. Entsprechende Maßnahmen seien mit einer wochen- oder monatelangen Wartezeit verbunden. „Das ist uns momentan zu unsicher und zu riskant“, informiert der Bankleiter.
Deshalb sind bei diesen beiden Geschäftsstellen bereits ab dem heutigen Montag die Automaten stillgelegt, entleert und abgeschaltet. Es sind obendrein Hinweisplakate für die Kunden angebracht worden.
Ein Wasserschaden
war die Folge der Sprengung in Lohberg
„Wir danken für das Verständnis, weil es aus unserer Sicht momentan das Einzige ist, das wirklich Sinn macht“, sagt Wellisch. Wie das Vorgehen bei der Sprengung von Bankautomaten zeige, gehen die Täter ohne Rücksicht auf Verluste vor. Im schlimmsten Fall könnten Menschenleben in Gefahr geraten. Bei einer Sprengung liege es nahe, dass auch die gebäudliche Infrastruktur beschädigt werde, so dass beispielsweise Gas entweichen kann. In der Geschäftsstelle Lohberg kam es durch die Einwirkung der Detonation auf einen Heizkörper zu einem Wasserschaden.
Zum Geldraub in Lohberg haben die Ermittlungen keine neuen Erkenntnisse ergeben, so Wellisch. Bislang wurde die Einrichtung durch eine Gutachterin in Augenschein genommen. Am Dienstag gebe es noch einen weiteren Gutachtertermin bezüglich der Statik. Ansonsten sind die Schäden, sowohl am Gebäude, an der Einrichtung als auch Schäden elektronischer und EDV-technischer Art erfasst worden.
Sprengungen trotz Einfärbesystem
Das Einfärbesystem in Bankautomaten, das die Scheine unbrauchbar macht, war bisher schon in einer Filiale installiert. Für die weiteren Standorte (darunter Lohberg) war die Nachrüstung noch nicht erfolgt. „Es war schon eine klare Ansage, dass wir den Auftrag vergeben. Es kostet aber alles viel Geld“, betont der Bankleiter. Bei neuen Automaten wird die Vorkehrung gleich bei der Produktion verbaut. Zu hoffen sei, dass die Maßnahme auch Wirkung zeige, denn das installierte Einfärbesystem sei rein äußerlich nur durch einen Aufkleber auf der Vorrichtung sichtbar.
„Es sind auch bereits solche Automaten gesprengt worden“, sagt der Bankleiter. Dies führt die Polizei darauf zurück, dass die Personen, die die Standorte ausspionieren, den Auftrag nicht selbst ausführen. Die schrecken dann am Tatort gegebenenfalls vor nichts zurück.