Die Welt ist in Schwandorf zuhause: Hier leben Menschen aus mehr als 100 Ländern

Ob Francesco, Imani, Ali oder Filip – Menschen mit Migrationshintergrund gehören zum alltäglichen Bild in Schwandorf. Mehr als 5200 Ausländer aus 102 verschiedenen Nationen leben in der Großen Kreisstadt – damit stammt fast jeder fünfte Bürger nicht aus Deutschland.
Und deren Zahl steigt stetig: Laut Stadt erhöhte sich der Anteil der ausländischen Bevölkerung zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 31 Dezember 2022 um rund 3,8 Prozent.
Das hat auch mit den aktuellen Krisen zu tun, wie Schwandorfs Pressesprecherin Maria Schuierer bestätigt. „Die Asyl- und Fluchtbewegungen, die Gesamtdeutschland betreffen, haben sich ebenfalls in Schwandorf niedergeschlagen.“ So nahm beispielsweise nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine die Zahl der Ukrainer in Schwandorf stark zu. Ende 2022 waren 460 Personen aus der Ukraine mehr in der Großen Kreisstadt gemeldet als acht Jahre zuvor.
Noch nicht die größte Gruppe
Die insgesamt 485Ukrainer stellen aber noch nicht die größte Gruppe an Ausländern. Deutlich mehr Personen sind aus Rumänien in die Oberpfalz gekommen – Ende 2022 waren es 566. Die Gruppe der Rumänen erlebte seit Ende 2014 einen der größten Zuwächse – ebenso wie die Ukrainer, Syrer, Iraker, Bulgaren, Afghanen, Kroaten und Polen.
Aus vier dieser acht Nationen sind die Menschen nicht aufgrund eines Krieges nach Schwandorf gekommen. Es handelt sich vielmehr um Personen, die wegen der hierzulande besseren Arbeitsmöglichkeiten ihre Heimat verlassen haben.
Arbeitsmigration ein Grund
Die sogenannte Arbeitsmigration verändert inzwischen das Bevölkerungsbild vieler Städte in der Oberpfalz. In Neunburg sind nach Schätzung der dortigen Ausländerbeauftragten Elke Reinhart gut drei Viertel der Ausländer der Arbeit wegen in die Pfalzgrafenstadt gekommen. Der wirtschaftliche Aufschwung habe viele angelockt.
Zahlen der Agentur für Arbeit offenbaren, dass es ohne ausländische Beschäftigte für die Wirtschaft in Schwandorf schlecht aussehen würde. Seit 2017 ist die Zahl der Beschäftigten mit ausländischem Pass deutlich gestiegen – parallel zur Zahl der gemeldeten Migranten. Den größten Anteil stellen auch hier die Rumänen. Die ausländischen Mitarbeiter sind dabei längst nicht mehr nur als Hilfskräfte beschäftigt.
Der größere Teil ist inzwischen als Fachkraft angestellt, wie die Agentur für Arbeit bestätigt. Während der Großteil der ausländischen Mitarbeiter männlich ist, gibt es in der Gesamtbevölkerung mehr Frauen – ihr Anteil lag im März 2023 bei 50,2Prozent. Das sah in der Vergangenheit aber auch schon anders aus: Ende 2011 gab es etwas mehr Männer als Frauen in Schwandorf, Ende 2021 war dies noch einmal der Fall. Zu beiden Zeitpunkten verteilten sich die Anteile gleichermaßen: 50,1 Prozent Männer und 49,9 Prozent Frauen.
Um die ankommenden Flüchtlinge zu integrieren, gibt es auch in der Stadt Schwandorf einen Ansprechpartner für Asylsuchende und Migranten, der fünf Stunden in der Woche im Rathaus tätig ist. Darüber hinaus bietet die Volkshochschule Schwandorf spezielle Sprachkurse an, um die Integration zu fördern.









