In rasantem Tempo nimmt der Anbau an der Grundschule in Neunburg Gestalt an

Es tut sich sichtlich etwas auf der Baustelle an der Ledererstraße. Aktuell nimmt dort das konkrete Formen an, was die Stadt Neunburg seit langem umsichtig geplant hat: Der Anbau an die bestehenden Gebäude der Grundschule – und dieser entsteht mit rasanter Geschwindigkeit.
Am Montagmorgen war auf der Baustelle, die sich auf einer Fläche neben dem Pausenhof der Grundschule befindet, noch wenig zu sehen. Das sollte sich innerhalb weniger Stunden maßgeblich ändern. Denn bereits am Nachmittag hatten die vor Ort eingesetzten Handwerker für den Laien schier Unglaubliches vollbracht.
Auf der einstigen Grünfläche im Nordwesten des bestehenden Gebäudes erhebt sich jetzt ein mehrstöckiges Gerüst. Die zwei Stockwerke des neuen Gebäudes sind bereits installiert. Wenn alles glatt läuft, sollte der Bau am gestrigen Freitag stehen, damit am Montag bereits der Dachdecker anfangen kann. Sukzessive wird dann der Innenausbau vorangetrieben. Mit der Fertigstellung rechnen die Verantwortlichen bis zum Mai2024. „Unglaublich, was sich hier innerhalb eines Tages getan hat“, kommentiert auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) den Baufortschritt.
Das Stadtoberhaupt hatte es sich am Montag nicht nehmen lassen, die Arbeiten vor Ort in Augenschein zu nehmen und zeigte sich sichtlich erfreut über das vorläufige Zwischenergebnis. Denn der Rathauschef weiß auch: Der zusätzliche Platz wird dringend benötigt. Wegen der steigenden Schülerzahl ist die Kapazitätsgrenze der Grundschule schon lange erreicht.
Offenes Klassenzimmer unter dem ersten Geschoss
Einige Räume im bestehenden Gebäude wurden bereits umfunktioniert, um alle Schüler und das pädagogische Angebot noch unterzubringen. Der Anbau solle die vorherrschende räumliche Not so schnell wie möglich verbessern und den Kindern ein Lernen in angenehmer, moderner Atmosphäre ermöglichen, so Birner.
Zu den besonderen Höhepunkten des Anbaus gehört unter anderem die Installation eines offenen Klassenzimmers, das unter der Betondecke des ersten Geschosses seinen Platz gefunden hat. Auch dieses nimmt bereits Formen an. Die Anordnung der Sitzflächen ähnelt der eines kleinen Amphitheaters. Der Standort bietet Schutz vor der Sonne und macht die vormals geplante Installation eines Sonnensegels unnötig. Bei Bedarf könne durch eine Verglasung dort ebenfalls ein weiterer Schulraum entstehen. Entsprechende Vorrichtungen sind zumindest eingeplant.
Dass der Anbau so rasant Formen annehmen kann, liegt an der Bauweise. Denn das Gebäude wird nicht gemauert, sonder entsteht in sogenannter Holzrahmenbauweise. Verantwortlich für die Herstellung und die Installation ist die Firma Bauer aus Oberaschau. Geschäftsführer Markus Bauer war am Montag selbst vor Ort, koordinierte sein Team und packte mit an. Er war zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können.
Und das ist geplant: Auf einem Stahlbetonfundament mit Stahlbetonstützen und einer massiven, isolierten Betondecke werden auf Höhe des ersten Stockwerks in Holzständerbauweise zwei Stockwerke mit vier Klassenzimmern errichtet. Geschlossen wird das Ganze mit einem begrünten Flachdach. Die Holzmassivwände erhalten eine hinterlüftete Fassadenverkleidung aus Schichtstoffplatten. Für die äußere Verkleidung des Treppenbereiches sind senkrechte Kanthölzer aus wasserfest verleimtem Lärchenholz vorgesehen, die zugleich als Treppengeländer genutzt würden.
Aufwendige Ausstattung steigert Energieeffizienz
Die Gebäudeaußenwände im Bereich der Treppe sollen ein Wärmedämm-Verbundsystem mit mineralischer Putzauflage und Wandanstrich erhalten. Für die Innenwände sind eine Installationsebene sowie eine zweilagige Beplankung aus Gipskartonplatten vorgesehen, sagte Architekt Michael Steidl bei einem früheren Termin vor Ort.
Bei den Fenster- und Türelementen wird auf Holz-Aluminium-Fenster mit Dreifachverglasung, beziehungsweise dreifach verglaste Aluminiumelemente an den Außentüren gesetzt. Alle Fenster in den Klassenzimmern und Differenzierungsräumen sollen als Sonnenschutz Raffstoreanlagen erhalten, die hinter der Fassadenverkleidung montiert werden.

