An der Grundschule in Neunburg muss umgeplant werden

An der Grundschule in der Ledererstraße wird weiter gebaut. An die Stelle des ursprünglich geplanten offenen Klassenzimmers in Rondellform mit einer Zeltüberdachung im ehemaligen Schulhof tritt jetzt ein zweigeschossiger Überbau für vier Klassenzimmer. Entgegen den Prognosen vergangener Jahre nehmen die Schülerzahlen ständig zu.
Schule stößt an ihre Kapazitätsgrenzen
„In allen Bereichen der Pädagogik und Betreuung stoßen wir inzwischen an Kapazitätsgrenzen“, betonte Bürgermeister Martin Birner (CSU) bei der Vorstellung der Planung. Hinzu käme der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf Betreuung. Städte und Gemeinden seien ständig gefordert, neue Konzepte zu entwickeln und kämen damit kaum noch nach. Jeder Euro für die Kinder sei aber in jedem Fall „gut angelegtes Geld“, wobei er dennoch auf einen „überschaubaren Rahmen“ hoffte.
„Wir mussten fast staunen, wie unsere Klassen wachsen“, sagte Rektorin Sabine Bauer. Diese müssten schon bald statt drei-, wieder vierzügig geführt werden. Dies sei zum Großteil auf eine aufstrebende Wirtschaft und die anerkannte Familienfreundlichkeit der Stadt zurückzuführen. In diesem Zusammenhang richtete Bauer Dankesworte an den Bürgermeister und den Stadtrat, die für alle schulischen Belange immer ein offenes Ohr hätten. „Als Schüler könnte ich mir nichts Schöneres vorstellen, als in Neunburg zur Schule zu gehen“, ergänzte Bauer. Weil seit Beginn ihrer Amtszeit an der Grundschule gebaut wird, verlieh Martin Birner ihrer scherzhaft den Titel „Baudirektorin“.
Kombination von Stahlbeton und Holz
Architekt Michael Steidl erläuterte die Planung für den Anbau, der eigentlich eher ein „Aufbau“ ist. Auf einem Stahlbetonfundament mit Stahlbetonstützen und einer massiven, isolierten Betondecke würden auf Höhe des ersten Stockwerkes in Holzständerbauweise zwei Stockwerke mit vier Klassenzimmern errichtet, erläuterte er. Der Bereich darunter könne dann das ursprünglich geplante Freiluftklassenzimmer aufnehmen. Bei Bedarf könne durch eine Verglasung dort ebenfalls ein weiterer Schulraum entstehen. Entsprechende Vorrichtungen würden eingeplant.
Die beiden Obergeschosse werden laut Steidl durch eine massive Sperrholzdecke getrennt. Geschlossen werde das Ganze mit einem begrünten Flachdach. Die Holzmassivwände erhielten eine hinterlüftete Fassadenverkleidung aus Schichtstoffplatten. Im Bereich der Außentreppe komme eine tragende Stahlstütze zur Ausführung. Für die äußere Verkleidung des Treppenbereiches seien senkrechte Kanthölzer aus wasserfest verleimtem Lärchenholz vorgesehen, die zugleich als Treppengeländer genutzt würden.
Die Gebäudeaußenwände im Bereich der Treppe sollen laut Steidl ein Wärmedämm-Verbundsystem mit mineralischer Putzauflage und mineralischem Wandanstrich erhalten. Für die Innenwände seien eine Installationsebene sowie eine zweilagige Beplankung aus Gipskartonplatten und mineralischem Wandanstrich vorgesehen. Bei den Fenster- und Türelementen setzt der Architekt wie zuvor auf Holz-Aluminium-Fenster mit Dreifachverglasung, beziehungsweise dreifach verglaste Aluminiumelemente an den Außentüren. Alle Fenster in den Klassenzimmern und Differenzierungsräumen sollen als Sonnenschutz Raffstoreanlagen erhalten, die hinter der Fassadenverkleidung montiert werden.
Schon seit Jahren gibt es eine Wärmepumpe
In allen Räumen kommen laut Steidl Akustikrasterdecken mit und ohne Randfries aus Gipskarton zur Ausführung. Der Architekt listete weitere Details zum Boden-, Decken- und Dachaufbau aus. In Anbetracht der aktuellen Diskussionen um die Heizung stellte er fest, dass bereits vor zehn Jahren der Einbau einer Wärmepumpe, im Verbund mit Photovoltaik, richtungsweisend gewesen sei. Im Neubau ermögliche diese über den Fußboden zugleich Erwärmung und Kühlung. Martin Birner erinnerte daran, dass seinerzeit kein Interesse für ein Nahwärmenetz bestanden habe.
Bei der Bauzeit konnte sich Michael Steidl eine Fertigstellung bis zum Mai 2024 vorstellen – vorausgesetzt, es würden nicht erneut Lieferprobleme bei Holz auftreten. Seine grobe Kostenschätzung belief sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Noch fertigzustellen seien die Außenanlagen mit der Sportfläche und dem Busbahnhof.