Nach fast 20 Jahren: „Hotel zur Post“ in Furth im Wald ist ab 6. November geschlossen

Das Hotel zur Post am Stadtplatz 12 in Furth im Wald (Kreis Cham) schließt. Nach fast 20 Jahren ist für Wirt Josef Kozic und sein Team am Sonntag, 5. November, der letzte Arbeitstag.
Im Gespräch erzählt Kozic, dass er im Moment auf Wohnungssuche ist. Der neue Besitzer habe ihm Zeit bis Weihnachten gegeben. Es soll sich dabei um einen Unternehmer aus dem Raum München handeln, der seine Wurzeln im Landkreis Cham hat. Wie und ob es für den 80-Jährigen Gastronom weitergeht, ist unklar. Er würde gerne einen Imbiss eröffnen. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, nicht zu arbeiten“, sagt er.
Hotel zur Post in Furth im Wald 2005 übernommen
Kozic lebt seit dem 5. Februar 1965 in Deutschland, hat nach einigen Stationen im Februar 2005 seine Heimat in Furth im Wald gefunden und das „Hotel zur Post“ übernommen. Damals, erinnert er sich, war das Anwesen kurz nach seiner Übernahme versteigert worden und ist letztlich aus dem Besitz Hofer an einen neuen Besitzer aus Furth im Wald übergegangen.
Wie es mit dem Anwesen in Zukunft weitergehen soll, ist derzeit nicht klar. Fakt ist dagegen, dass der Gebäudekomplex eine große Geschichte hat. Im Buch: „Geschichte der alten Further Bürgerhäuser“ schreibt Autor Werner Perlinger, dass der Grabitzer Landwirt Pongratz Paulus im Jahr 1647 der erste Besitzer war. Werner Perlinger schreibt weiter: „Bei der Post reicht das Gasthausgewerbe bis in das 18. Jahrhundert zurück. Damals galt der Name ‘zur blauen Traube‘. Mit der Errichtung der Poststation im Jahr 1846 durch Franz Xaver Kellner kam der heutige Name auf.“ Beim großen Stadtbrand im Jahr 1863 kam das Haus relativ glimpflich davon. Schäden gab es nur im Dachbereich. Eine weitere Besonderheit ist im Gastraum ein Darstellung des Drachenstichs von Georg Achtelstetter, der 1973 in seiner Wahlheimat Cham gestorben ist.