Konzept für Energie und Verkehr, Gesundheitszentrum: Neuer Anlauf für Entwicklung von Maxhütte

Von Norbert Wanner · 1. November 2023 um 15:00

Schon einmal gab es ein „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“, kurz ISEK. Schon einmal wurde jahrelang daran gearbeitet, der Stadtrat billigte das Papier. Das Ergebnis: Es verschwand in der Schublade. Beim Pressegespräch zum ISEK II ist sich Bürgermeister Rudolf Seidl sicher, dass es diesmal anders laufen wird.

Seine klare Vorgabe laute: „Jede Entwicklung mit Blick auf das ISEK prüfen und im politischen Prozess die Leitlinien des ISEK“ leben. Blickt er auf das über 100Seiten starke Papier, zu dem ein Energiekonzept und Verkehrskonzept gehören, fängt er mit einem Aber an: „Die Stadt besteht aus einem Kern mit den historisch gewachsenen eigenständigen Ortsteilen darum herum. Mir ist bewusst, dass es auch dort Mängel gibt, die wir jedoch mit dem Schlagwort Dorferneuerung im Auge behalten.“

Das ISEK jedoch sei eine Planung, die Abhilfe zur Abstellung städtebaulicher Missstände in innerstädtischen Bereichen bringen soll. „Es wäre ein Versäumnis, die damit verbunden Fördermöglichkeiten nicht zu nutzen. Denn wer mit offenen Augen durch die Stadt fährt, sieht solche Missstände.“ Diese Worte des Bürgermeisters spiegeln sich im ISEK wider, unter der Überschrift Maßnahmenkatalog und -plan.

Der erste Schritt sei bereits in Umsetzung und falle unter die Überschrift „Entwicklung eines multifunktionellen Zentrums für Maxhütte“, so Seidl.

Neue Heimat für Bücherei

Dank der ISEK-Fördermittel soll im Laufe des kommenden Jahres aus dem ehemaligen Norma-Gebäude eine neue Heimat für die Bücherei durch das Mehrgenerationenhaus (MGH) entstehen. Das bedeutet mehr Platz und Möglichkeiten für die aktuell im MHG beheimatet Volkshochschule im Städtedreck sowie die Mittelschule.

Unter dieser Überschrift laufe derzeit ebenfalls die Ausschreibung für einen städtebaulichen Berater, ergänzt Bauamtsleiter Christian Cesarz. Die Hauptaufgaben des Beraters werden sich mit der besonderen Form der Stadt beschäftigen: die industrielle Prägung der Besiedlung durch das Eisenwerk. Hier ist Seidl bewusst, dass die Möglichkeiten der Stadt eingeschränkt sind und die Bereitschaft privater Eigentümer Voraussetzung ist. Daher solle ein kommunales Förderprogramm erarbeitet werden, um finanzielle Anreize zu setzen.

Bahnhofsumfeld: Park- und Bikeanlage und neues Bürogebäude

Eine weitere Überschrift des Maßnahmenkatalogs lautet „einladender öffentlicher Raum“. Dazu zählt laut Cesarz das Bahnhofsumfeld mit der Planung für die Park- and Bikeanlage samt eines neuen großen Bürogebäudes. Der Stadtbaumeister plädiert dafür, dass zum Anlass zu nehmen, ausgehend vom Bahnhof die Themen Grünflächenkonzept, Begegnungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität anzugehen.

Ganz wichtig sei Seidl der Punkt „bedarfsgerechte Nah- & medizinische Versorgung“. „Es ist alles dafür getan, dass wir in der Angelegenheit Rewe-Innenstadt die Möglichkeit geschaffen haben, eine unerwünschte Bebauung zu verhindern.“ Sichergestellt sei, dass es dort künftig Lebensmitteleinzelhandel geben werde. Die im Konzept vorgeschlagene Etablierung eines Wochenmarktes stehe auch auf der Agenda, in Zusammenhang mit der Umnutzung des ehemaligen Norma-Gebäudes.

Der seit Jahrzenten durch die städtische Politik geisternde Wunsch nach einem Gesundheitszentrum solle nochmals angegangen werden. Seidl sieht zwei mögliche Standorte: Entweder an der Nordgaustraße, oder am Rewe-Standort Innenstadt, in Verbindung mit den dort kommenden Sanierungsmaßnahmen. In diesem Zusammenhang sei für den Bürgermeister das Instrument Vorkaufsrecht wichtig. Flächen, die für die Umsetzung des ISEK wichtig wären „dürfen uns nicht mehr entgehen“. Beispiele sind der Ortseingang von Süden her mit einem wenig einladenden Ensemble aus Lager- und Gewerbeflächen oder weite Flächen im Areal Maxhütte-Ost.

Angebote für Senioren

Die Kombination Vorkaufsrecht und Fördermöglichkeiten könnten hier den notwendigen Flächenerwerb möglich machen. „Natürlich wird das dauern, es geht in vielen Dingen um eine grundsätzliche Weichenstellung, um überhaupt den Fuß in die Tür zu bekommen“, so Seidl.

Nächster Punkt ist die „passgenaue soziale Infrastruktur“. Hier spielt das Stichwort MGH eine zentrale Rolle, das mehr Raum bieten werde. Zum Unterpunkt „Ausbau von Angeboten für Senioren“ gibt es für die ehemalige Förderschule neben den Rathaus Pläne für eine Senioreneinrichtung. Weiter sei angedacht, im Areal „Wohnen und Einkaufen an der Nordgaustraße“ ein Konzept für betreutes Wohnen zu entwickeln.

Mobilität in Maxhütte-Haidhof

Das Thema Autobahnauffahrt Maxhütte-Haidhof wird ad acta gelegt. Das Verkehrsgutachten würde eine Vervielfachung des Verkehrs für die Regensburger- und Nordgaustraße prognostizieren. Dem gegenüber stünde laut Bürgermeister Seidl eine Entlastung der südlichen Ortsteile. Diese lasse sich durch die geplante Verlängerung der Bahnhofstraße erreichen.

Das ISEK sei hier hilfreich, so Seidl, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das die vorgesehen Neutrassierung der Bahnstrecke mitberücksichtige. Bauamtsleiter Christian Cesarz möchte dazu den Punkt „alltagstaugliches Radwegenetz“ möglichst bald angehen.