Meilenstein in der Firmengesichte: Spatenstich für Neubau der Brennerei Liebl in Bad Kötzting

Von Stefan Weber · 24. Oktober 2023 um 16:25

Es ist ein großer Tag für die Spezialitäten-Brennerei Liebl aus Bad Kötzting im Landkreis Cham. An der Wettzeller Straße gab es am Dienstag den Spatenstich für das seit Jahren geplante Großprojekt Neubau der Brennerei.

Ein „wenig aufgeregt“ seien sie an diesem Tag schon, gibt Gerhard Liebl mit seiner Lebensgefährtin Michaela Poppenga und seinen Eltern zu – immerhin sei der Spatenstich an diesem Tag ein Meilenstein in der fast 90-jährigen Unternehmens-Geschichte.

„Stadt bräuchte mehr davon“

Für Bürgermeister Markus Hofmann ist es „ein Ereignis – es steckt viel Mut dahinter, wenn man heutzutage ein so großes Projekt anpackt“, sagte er. Doch mit Blick auf den Erfolg des Unternehmens mache er sich auch bei den aktuellen Konditionen auf dem Bausektor mit stark gestiegenen Preisen, gerade in den vergangenen beiden Jahren, keine Sorgen.

Ganz im Gegenteil: „Das hier ist ein Vorzeige-Betrieb, wie wir sie noch viele mehr in der Stadt bräuchten“, sagte er. Gerhard Liebl habe erkannt, dass nicht nur der reine Verkauf von Spirituosen, sondern auch „das Drumherum“ heute bei den Kunden sehr wichtig sei.

Landrats-Stellvertreter Markus Müller bezeichnete es als „glückliche Ehre“, an diesem Tag dabei sein zu dürfen. Er freute sich, dass es neben der Brennerei Liebl noch drei weitere Unternehmen in diesem Segment im Landkreis Cham gebe, von denen jeder seine Nische gefunden habe. „Wer hätte sich vor 40 Jahren vorstellen können, dass es einmal einen Whisky aus dem Bayerwald gibt?“, fragte er – und doch sei das heute eines der bekanntesten Produkte der Brennerei Liebl, die darüber hinaus auch mit vielen anderen Erzeugnissen deutschlandweit auf sich aufmerksam mache. Das sei ein Ruf, der „auch auf den Landkreis Cham abfällt“, sagte er.

Als einen Unternehmer mit Weitblick lobte im Anschluss Toni Domani, Vorstand der Sparkasse Viechtach-Regen, Gerhard Liebl. Schon beim vorangegangenen Bau der Lagerhalle für die Whisky-Fässer, die sich seit fast zehn Jahren in sechsstöckigen Regalen stapeln, habe Liebl durchblicken lassen, das der mit dem heutigen Tag getane Schritt schon mitgedacht worden sei. Die Entwicklung eines so erfolgreichen Unternehmens mitbegleiten zu dürfen, sei „das, was die Arbeit in der Bank schön macht, weil man was sieht“.

Vorarbeiten für das Frühjahr

Johannes Fischer von der Firma Michael Dankerl Bau erklärte, dass mit dem Spatenstich zwar erst die Vorarbeiten für den Baubeginn im Frühjahr gelegt würden, die aber äußerst wichtig seien. „Dadurch können wir früher loslegen, weil wir wetterunabhängiger sind“, sagte er. Dann würden auch erst die Dimensionen sichtbar, in denen hier durch das Architekturbüro Schnabel und Partner - an diesem Tag vertreten durch Christoph Baier - geplant worden sei. Baier bezeichnete das Gebäude mit seiner Produktion, Abfüllanlage, Verkauf, Dachterrasse und Lagerfläche als „nicht alltäglich“, weshalb sein Büro stolz auf diesen Auftrag gewesen sei.

Gerhard Liebl hat das Unternehmen, das er in dritter Generation führt, in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Spezialitäten-Brennerei ausgebaut, die sich bundesweit einen Namen gemacht hat. Vom Erfolg zeugen die regelmäßigen Auszeichnungen bei Fachmessen, auf die Liebl ein Abo zu haben scheint. Auch die Whisky-Marke Coillmór trägt seit fast 20 Jahren zum Erfolg des Unternehmens bei, das ab 2025 in den neuen Räumen beheimatet sein soll.

Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft gab es am Dienstag den Spatenstich für den Neubau der Brennerei Liebl. Foto: S. Weber