Landkreis Kelheim: IHK will Unternehmen und Schulabgänger zusammenbringen

Aus der Wirtschaft ist immer wieder zu hören, dass es schwer ist, Ausbildungsplätze adäquat zu besetzen. Die Mittelbayerische sprach darüber mit dem Leiter der IHK-Geschäftsstelle Abensberg Manuel Lorenz.
Wie sieht die Situation bei den Ausbildungsplätzen im Landkreis derzeit aus?
Lorenz: Im August wurden noch 251 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. Dieser Mangel zieht sich durch fast alle Branchen.
Mittlerweile gibt es ja den Spruch, dass sich die Arbeitgeber bei den kommenden Azubis bewerben müssen. Sehen Sie das auch so?
Lorenz: Ja, zumindest das Werben um Azubis ist härter geworden. Trotzdem stellen Betriebe selbstverständlich nur Kandidaten ein, die zu ihnen und zum Ausbildungsberuf passen. Ein pauschales Erfolgsrezept gibt es nicht. Zumindest in der Ansprache hilft es, sich von anderen Ausbildungsbetrieben positiv abzuheben und eigene Vorteile in den Bewerbungsprozess einzubauen. Das können handfeste Argumente wie Bezahlung sein, aber auch weiche Faktoren wie Firmenevents oder eine moderne Ausbildungswerkstatt.
Haben es kleinere Betriebe bei diesem Thema schwerer als größere?
Lorenz: Grundsätzlich ja. Ein professionelles Azubi-Marketing und eine gute Ausbildungsbetreuung kosten Zeit und Geld. Je mehr Ausbildungsplätze ein Betrieb anbietet, desto sinnvoller kann er beides einsetzen.
Kommen bei diesem Thema eigentlich Firmen auf die IHK zu mit der Frage nach Unterstützung?
Lorenz: Vor allem unsere Ausbildungsberater stehen im ständigen Kontakt mit den Betrieben und helfen mit Erfahrungswerten und Fachwissen. Darüber hinaus fördern wir die Berufsorientierung beispielsweise am „Tag der Ausbildung im Landkreis“ oder zusammen mit den MINT-Labs Regensburg bei technischen Berufen. 2024 planen wir mit dem „Treffpunkt Ausbildung“ eine Plattform zum Erfahrungsaustausch.
Sind sie der Meinung, dass man etwa versuchen sollte, mehr Abiturienten für Ausbildungsberufe zu interessieren?
Lorenz: Meiner Meinung nach müssen die Vorzüge einer Berufsausbildung grundsätzlich und auch für Eltern noch überzeugender vermittelt werden. Hierzu gehört, über Karriere- und Verdienstmöglichkeiten aufzuklären. Für viele Azubis ist die Berufsausbildung nur der erste Schritt auf der Karriereleiter und viele Studenten müssen erst lange Jahre arbeiten, um finanziell gleichzuziehen. Als sinnvolle Zielgruppe sehen wir allerdings Studienabbrecher, die mit einer praktischen Ausbildung nicht nur die Aussicht auf einen Abschluss, sondern häufig auch einen Motivationsschub erhalten.