OB-Stichwahl in Neumarkt: Wie der Sensations-Sieg Ochsenkühns zu erklären ist

Von Wolfgang Endlein · 22. Oktober 2023 um 21:51

Nach 18 Jahren Thomas Thumann wählten die Neumarkter mit Markus Ochsenkühn einen neuen OB. Warum? Ein Wort, dass am Abend häufig zu hören war, erklärt die Sensation, kommentiert Redakteur Wolfgang Endlein.

Als Willibald Gailler bei der vergangenen Landrats-Wahl Stimmen einbüßte, konnte man das mit der Schließung des Krankenhauses in Parsberg in Verbindung bringen. Bei Thumann gibt es diesen einen Sachgrund nicht, der ihn zu Fall gebracht hat. Auch seine politischen Kontrahenten im Wahlkampf anerkannten, dass Neumarkt unter ihm grundsätzlich eine attraktive Stadt ist.

Aber da war diese Welle. Als Surfer ist Ochsenkühn bislang nicht aufgefallen, aber er gäbe einen guten ab. Als Surfer muss man die Welle erahnen, am richtigen Platz sein, sie erwischen und vor allem: Man muss sie surfen können, ohne ins Wasser zu fallen. Ochsenkühn blieb auf dem Brett.

OB-Stichwahl: Wechselstimmung baute sich in Neumarkt zunehmend auf

Mehr noch: Anders als Surfer, die auf das Meer angewiesen sind, hat es die CSU gemeinsam mit den Kandidaten der anderen Parteien geschafft, eine Welle der Wechselstimmung selbst zu erzeugen. Wechselstimmung war ein Wort, das am Wahlabend häufig zu hören war. Nach dem ersten Wahlgang war die Wechselstimmung als Welle noch nicht so groß, dass man darauf hätte surfen können, aber die vergangenen zwei Wochen hat sie an Größe zugelegt. Die emotionale Welle rollte über den erstaunten Thumann hinweg.

Mehr Impressionen des Wahlabends in Neumarkt sehen Sie in der Bildergalerie.

Für Ochsenkühn gilt es nun zu zeigen, dass er nicht ein Wellenreiter für einen Tag ist. Im Amt wartet auf einen Oberbürgermeister mitunter schwerer Seegang.

MZ-Redakteur Wolfgang Endlein Foto: Altrofoto/Moosburger